Ist Matthias Carras ein falscher Fuffziger ?

Du hattest in Deiner Karriere als Schlagerstar viele Fans, aber wie Du selbst sagst auch sehr viele Neider. Hast Du wirklich Deine Karriere auf Kosten anderer gemacht? Wir meinen damit, hast Du andere ausgenutzt, wie es Dir, von wenigen nachgesagt wird?

Eine schöne Wortspielerei auf mein Alter bezogen. Ich werde 51 und fühle mich wie 31. Jeder Mann kann etwas aus sich machen. Den meisten stehen graue Barthaare. Das entsprechende Styling lässt auch "weiße" jung aussehen. Mir steht es nicht, ich sehe grau alt aus. Ich bin bekennender Färber. Mein Bartbalsam ist meine Anti-Falten-Creme. Der wichtigste Bestandteil ist Bartrenalin, was in meinem Kopf entsteht.

Nochmal zur Musik, warum hast Du dein musikalisches Ende verkündet?

Ich war mir nie bewusst, wie erfolgreich ich eigentlich war. Meine Musik war mein Leben, bis gewisse Leute in mir ein Produkt gesehen haben und mich vermarkten wollten. Ich war aber nur der Familienvater, der aufgrund seines Hobbys, plötzlich in der ZDF Hitparade war. Das bereitet mir heute noch Gänsehaut, der Junge aus der Provinz war plötzlich da, wo er immer hin wollte.

Du hattest Dich in der ersten Hitparadensendung qualifiziert und durftest 4 Wochen später wieder antreten. Die Zuschauer trauten ihren Augen nicht. Da stand ein ganz neuer Typ. Wie kam das?

Ganz witzig, die Presse schrieb damals über mich „Endlich ein moderner Typ in der ZDF Hitparade“. Ich als Modekaufmann habe mich aber eher als konservativ und spießig empfunden. Deshalb bin ich am Vortag zur 2. Live Sendung zu Udo Walz gegangen und habe mich umstylen lassen. Wie es scheint hatte ich im Jahre 2000 den ersten Undercut.

Apropos Udo Walz: ich möchte der erfolgreichste Barbier Deutschlands werden.

Wie das jetzt?

Ich bin ein sehr ehrlicher Mensch und gebe zu, dass ich eine ganz schwere Zeit hinter mir habe. Viele Männer trauen sich nicht darüber zu reden. Ich möchte allen Mut machen denen es genauso geht wie mir.

Männer outet Euch, danach geht es Euch besser!

Ich war am Ende nur noch ein Produkt der Musikbranche. Ich wurde nur noch gemessen an Verkaufszahlen. Ich war der Chartbreaker der illegalen Downloads. Vielen geht es so im täglichen Beruf.

Ich spürte selbst, die Fluglizenz des Co-Piloten ist abgelaufen.

Hinzu kam der Tod meines Vaters. Ich habe ihn lange Zeit auf seiner Reise mit der Krebs und Demenzkrankheit begleitet und ihn dann sicher am Heimatflughafen abgegeben.

Kurz später kam die schlimme Krebsdiagnose für meine Mutter.

Danach mein Burnout, meine Panik, meine Angst vor Menschen, meine tiefe Traurigkeit, ich fühlte mich wie aufgefressen und musste mich in professionelle psychiatrische Behandlung begeben.

Aufgrund dieser Tatsachen habe ich die Gitarre an den Nagel gehängt und erlerne gerade den Beruf des Barbiers. Ich will endlich wieder abends nach Hause kommen und stolz darauf sein, was ich in den letzten 8 Stunden geleistet habe. Ich möchte mich wieder auf Weihnachten, Silvester, Ostern und meinen Jahresurlaub freuen. Ich möchte endlich wieder ein ganz normales Leben führen, als erfolgreichster Barbier Deutschlands. Ich möchte der Oberflächlichkeit der Showbranche entfliehen.

Du willst uns damit sagen, dass Du Dein Leben jetzt dem Bart gewidmet hast?

Auf jeden Fall, ich lasse jetzt endlich raus, was in mir ist. Vor mir liegt ein haariger Weg. Als Modekaufmann und Schlagersänger durfte ich keinen langen Vollbart tragen. Jetzt bin ich befreit und lasse wachsen. Ich liebe meinen Bart mit jedem cm mehr.

Hast Du bärtige Vorbilder?

Ohne hier zu schleimen, blackbeards hat mich von Anfang an auf meinem bärtigen Weg unterstützt und bestätigt. Mein erstes Bartvorbild war Mike Seebauer von blackbeards.

Heute ist mein Idol Marc Haug. Sein Moustache ist episch, faszinierend und phänomenal. Da möchte ich auch hin. Insgesamt soll mein Bart mal bis zur Brust gehen. Das wird aber noch lange dauern. Ich möchte einen gepflegten Bart haben. Der muss auch nach unten sehr voll sein. Deshalb schneide ich dort alle unregelmäßigen Zipfelchen ab. Ich gebe den langsamer wachsenden Barthaaren damit eine Chance.

Welche Pflegeprodukte benutzt Du?

Da bin ich wieder ganz ehrlich. Durch meinen beruflichen Ausfall musste ich sehr sparsam sein. blackbeards hat mir tolle Tips zur Herstellung von Pflegeprodukten gegeben.

Ich habe sehr viel ausprobiert. Die Grundlage meiner eigenen Produkte sind Mandel- und Aprikosenkernöl. Jeder Bart ist anders, jeder sollte sich da ausprobieren. Anfänglich habe ich nur mein eigenes Bartöl benutzt. Mittlerweile bevorzuge ich mein Bartbalsam. Dafür verschmelze ich das gehabte Bartöl mit Vaseline, Melkfett, Kokosnussöl und Bienenwachs. Das Bienenwachs gibt dem Bart einen tollen natürlichen Halt und Festigkeit, ohne künstliche Zusatzstoffe.

Hört sich kompliziert an.

Ein wenig, aber ich habe Freude am experimentieren. Für alle, die das nicht mögen kann ich nur die tollen Produkte bei www.blackbeards.de empfehlen. blackbeards ist ein sehr guter „Bartgeber“.

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