Interview mit Mike Seebauer von blackbeards

...über blackbeards, den Bart-Trend und Bartpflege.

Mike Seebauer ist Chef von blackbeards und beschäftigt sich seit 2010 mit den Themen Bartpflege, Rasur und Kosmetik. Im Dienste der Bartpflege-Wissenschaft testet er immer wieder Produkte aus dem blackbeards-Shop am eigenen Bart und entwickelt zusammen mit Herstellern von Bartpflege-, Kosmetik- und Rasurprodukten Marketingkonzepte und seit neuestem einige Produkte selbst mit.

Wie bist du auf die Idee mit blackbeards gekommen?

Die Idee hatte ich schon 2011, da habe ich mit einer Website versucht, meinen Dad davon zu überzeugen, sich wieder einen Bart wachsen zu lassen. Leider vergeblich. Bis heute. Aber blackbeards war fertig und es kamen immer weiter Männer auf mich zu, die blackbeards dankbar waren und meinten, dass sie durch die Seite Mut gefasst haben, sich einen Bart stehen zu lassen. Also hab ich’s in meiner Freizeit ein bisschen ausgebaut.

blackbeards lief dann bis Anfang 2013 nebenbei als Hobby-Projekt weiter, bis meine Mitarbeiter angefangen haben Verbesserungsvorschläge für die Inhalte zu machen. So: „Jaaaaa, aber was mach ich wenn der Bart juckt?!“ Ende 2013 haben wir uns dann einen Onlineshop dazu gebaut, im Mittelpunkt stehen aber immer noch die Problemlösungen, nicht die Produkte. Ja, so hat das angefangen.

Warum trägst du einen Bart?

Weil ich kann. Jetzt mal ernsthaft, wie schaut es denn aus, wenn wir hier ein Bart-Imperium aufbauen und der Chef selbst keinen Bart trägt?

Was gefällt dir am Bart so gut? Siehst du das als Trend?

Wir sagen immer, dass ein Bart sowohl Symbol als auch Ausdruck von Männlichkeit ist. Wenn er gepflegt ist und zum Typen passt, sieht es großartig aus – auch wenn der Bart an sich außer der Verbesserung der Optik keine Funktion hat.

Wenn sich einer glatt rasiert, ist er deswegen kein schlechterer Mann, die Bartlosen sind eigentlich sogar die Gewinner der Evolution. Sie sehen meistens nur nicht so gut aus wie wir Bartträger. ;-{)

Das Wachsenlassen eines Bartes überhaupt mit dem Wort Trend in Verbindung zu bringen, halte ich für gewagt. Es ist ja nicht so, als könnten wir Männer uns dafür oder dagegen entscheiden, dass uns der Bart wächst. Wofür wir uns entscheiden, ist einer der zahlreichen Bartstile – oder eben eine gepflegte Rasur. Beides hat seine Berechtigung.

Und das ist in meinen Augen wie bei der Mode. Aber nicht eine solche, die schnell wieder vorbeigeht, sondern das sind die Basics und die werden bleiben. Für immer, ob sie nun gefallen oder nicht.

Was können Frauen machen, um mit diesem Trend mitzuhalten?

Komische Frage. Sich einen Bart wachsen lassen oder eine Bartmütze aufsetzen. Aber gerade die Sache mit dem Bart wachsen lassen würde ich lassen.

Sie könnten Ihre Liebsten unterstützen, wenn sie sich einen Bart stehen lassen wollen. Wir bekommen so viele Mails von Kerlen, deren einziges Problem mit ihrem Bart ist, dass er der Freundin nicht gefällt.

Was sind die essenziellen Must-Haves für die Bartpflege, welche Bartpflegeprodukte nutzt du?

Auf jeden Fall braucht man einen anständigen Rasierer oder ein Rasiermesser. Auch beim Vollbart für die Konturen. Und dann je nach Bartstil einen Trimmer, Bartöl, eine Bartbürste und Bartwichse.

Wie viel Geld müsste man dir bieten, damit du dir deinen Bart abrasierst?

Einiges.

Apropos Geld, es gibt einige Leute, die beschweren sich über die hohen Preise eurer Bartpflegeprodukte – wie entgegnest du ihnen?

Naja, zunächst einmal legen wir die Preise nicht willkürlich fest. Es gibt meistens eine günstigere Alternative. Nicht nur zu den Produkten, die wir anbieten, sondern generell. So oft kommt es bei uns auch gar nicht zur Preisdiskussion, um genau zu sein war es bis jetzt einmal. Wenn der Kerl konsequent wäre, müsste er im Supermarkt mit den Verkäufern über den Preis der Nudeln diskutieren. Oder mit dem Kellner im Café über den Preis seines Cappuccino. Oder mit den Verkäufern im Jeans-Laden über den Preis seiner Jeans.

Abgesehen davon bieten wir auf unserer Seite einige Anleitungen, wie man Bartöl oder Bartwichse oder Bart-Shampoo selbst herstellen kann. Die Inhaltsstoffe allein sind relativ günstig, aber ich würde nicht sagen, dass man dadurch Geld spart – wenn man seine Arbeitszeit berücksichtigt. Das Coole am Selbstmischen von Bartöl ist, dass man etwas Individuelles erschafft, seinen eigenen Duft.

Was können Leute machen, die schlechten Bartwuchs haben?

Hoffen und beten. Die meisten, die uns schreiben oder anrufen sind einfach noch zu jung und wollen einen Vollbart wie Ricki Hall. Das wird schwer, wenn nur ein Flaum am Kinn wächst.

Grundsätzlich geht gesundes Haar mit einem gesunden Lebensstil einher. Stichworte: Sport, gesundes Essen, Nichtrauchen (!!!) usw. Wenn dann immer noch nichts geht, sind die Vorfahren schuld. Aber wir haben bisher noch immer einen Bartstil für die Jungs gefunden, der mit der Bartdichte geht, die da ist und der zum Typen passt.

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