Interview mit Simon Kalesse

Erzähl uns was über dein Projekt, wie bist du auf die Idee gekommen?

Meine Freundin, ebenfalls Hobbymodel, ließ Fotos von sich machen die ich total cool fand, sodass ich auch welche haben wollte. Also schnell einen Termin vereinbart und ein paar Fotos gemacht. Ich stand kurz vor meinem 30sten Geburtstag und hatte mein Leben mal revue passieren lassen. Wo war ich bis dato, wo wollte ich eigentlich hin? Ich wurde immer mal wieder angesprochen, warum ich es nicht mal als Model probieren würde und wusste nie, was ich darauf hätte antworten sollen. Wie denn auch? Man wird nicht so einfach Model… und überhaupt – wie geht das und an wen muss ich mich wenden? Fragen über Fragen gepaart mit einer ordentlichen Portion Selbstzweifel.

Ich verfolge einige Bart-und Tattoomodels auf Facebook und Instagram und dachte dann schlussendlich: „Bingo - dann machst` es halt so“. Mit den Fotos habe ich mich dann auch erfolgreich bei einer Agentur beworben und konnte mich nun erstmals ruhigen Gewissens „Hobbymodel“ nennen. Und seither entwickelt sich das alles auch ganz spannend. Es macht Spaß zu sehen, wie aus einer Idee nach für nach anscheinend etwas zu werden scheint. Und wenn nicht, habe ich es wenigstens mal versucht.

Findest du dich selber sexy?

Nein, das nicht. Ich komme klar mit mir. Sexy finde ich meine Freundin :-)

Was würdest du gerne mal ausprobieren, traust dich aber nicht?

Ach, da gibt es so vieles. Ich bin kein Angsthase, aber es gibt wirklich viel, was man sich nicht traut, weil die Gesellschaft oder die Arbeitswelt eine immer noch sehr eingefahrene Blickweise auf manche Dinge haben. Je länger man über diese Frage nachdenkt, desto mehr fällt einem auf, was man sich nicht traut. Um nicht zu philosophisch zu werden und um auch endlich mal eine Antwort auf die Frage zu geben: eine Glatze zu meinem Bart – würde mich echt interessieren, wie das so aussehen würde.

Was sind die Vorteile eines Bartes?

Ein Bart hat nur Vorteile! Er lässt dich besser aussehen, er schützt vor Wind und Wetter, wenn eine Dame stürzt, kann sie sich in deinem Bart festhalten. Er spendet Schatten, schlägt manchen Verbrecher durch bloße Anwesenheit in die Flucht und er schont das Gesicht vor Holzsplittern beim Baumfällen! Ein Bart ist eine Art bester Freund, der immer da ist, wenn du ihn brauchst.

Das ultimative Werkzeug, dass jeder echter Gentleman und jeder echter Kerl im Gesicht tragen sollte! ;)

Wie reagieren andere Menschen auf deinen Bart? Was war die negativste Reaktion?

Geschmäcker sind so verschieden. Manche mögen ihn, manche nicht.

Negative Reaktionen kennt glaube ich jeder Bartträger… von: „Du siehst so alt aus“ über „Taliban/ISIS“ bis „ungepflegt“ habe ich schon alles gehört. Nur stören tut mich das herzlich wenig! Im Gegenteil. Ich finde es schon teilweise interessant, was man sich anhören darf, nur weil man nicht in die jeweilige Geschmacksrichtung passt. Ich finde es teilweise doch sehr engstirnig. Ich gehe ja auch nicht zu jedem nicht-Bartträger und sage: „Finde ich doof, so rasiert. Würde ich nicht machen. Du sieht aus wie ein Backstreet Boy“.

Hast du ein bärtiges Vorbild?

Na klar. Gleich zwei sogar. Das ist zum einen ein Bekannter von mir, Patrick Ohde, dessen Bartform und -dichte ich aber nie erreichen werde, da ich einfach nicht genug Bart habe. Am Hals wächst bei mir einfach nix. Von daher ist das mein unerreichbarer Traumbart.

Nummer 2 ist Travis Fimmel. Er hat einen Bart, ähnlich wie meiner. Wenn ich ihn sehe in der Serie Vikings würde ich am liebsten mit einer Axt losziehen und einfach mit Ragnar und co. losseglen und meinen Bart mit Blut, Matsch und Seeluft tränken. ;)

Wie viel Geld müsste ich dir bieten, damit du dir den Bart abrasierst?

Ich weiß es nicht. Alles hat seinen Preis. Aber da ich es momentan einfach liebe ihn zu tragen, kann man sagen, der Bart ist unverkäuflich.

Welche Bartpflege-Produkte nutzt du? Wie oft pflegst du deinen Bart und wie?

Ich nehme eigentlich nur Öl. Am liebsten Öl mit leichter Vanille Note. Ich liebe Vanille! Ansonsten habe ich den Fön für mich entdeckt. Mit ihm lässt sich ein über Nacht verlegender Bart recht gut bändigen. Ich muss allerdings dazu sagen, dass es darauf ankommt wie lang der Bart ist. Bei einem kurzen Bart bringt ein Fön gar nichts. Als mein Bart kürzer war, habe ich auch teilweise einfach Hautcreme benutzt, um kleine Ausreißer in Reih und Glied zu bekommen.

Bringst du deinen Bart selbst in Form oder lässt du das einen Barbier machen?

Den bringe ich selbst in Form. Das bewegt sich aber meist wirklich im Millimeterbereich, da ich es fast nie übers Herz bringe, etwas abzuschneiden. Und wenn, wird pro Scherenschnitt 5 mal nachkontrolliert und zur Endabnahme wird noch meine Freundin befragt, die den Unterschied eigentlich eh nie sieht.

Welche Bartstile hast du schon ausprobiert? Welcher ist dein Lieblingsbartstil?

Ich hatte mit Anfang meines Bartwuchses den typischen Metal-Ziegenbart. Voller Stolz über die ersten Haare trug ich diesen eine ganze Zeit. Dann kam der Schnauzer plus Ausläufer dazu, mal mit, mal ohne Kotletten.

Mittlerweile trage ich eine Mischung aus Ducktail, ZZ und Hollywoodian, quasi ein Duck-Z-dian (längerer Vollbart hätte man damals gesagt) – und das weiß ich übrigens von blackbeards.de – tolle Erklärungen auf eurer Seite!

Bist du schon mal an einem Bartstil gescheitert?

Ja. Aufgrund meiner Genetik werde ich wohl nie einen wirklichen majestätischen ZZ tragen können. Wirklich schade, da ich finde, dass dies der König unter den Bärten ist.

Teilen:

Alex Baumgartner ein Autor von blackbeards

Alex Baumgartner

Alex ist seit 2012 ein Teil von blackbeards. Mit viel Engagement arbeitet er täglich daran den Shop am laufen zu halten und optimiert gerne einmal die Designs der einzelnen Seiten. Auch er beschäftigt sich seit blackbeards ausgiebig mit dem Thema Bart und Bartpflege. Er versucht gern Neues und wandert dabei oft auf unbetretenen Pfaden.

Hinterlasse eine Antwort
← vorheriger Beitrag nächster Beitrag →