Der morgendliche Mundgeruch. Unangenehm, durchaus, aber es gibt Hilfe.

Ein übles Thema. Wohl noch schlimmer als Schweißfüße. Schon komisch, dass wir Menschen auch stinken können. Oben aus dem Mund meist morgens, unten von den Füssen meist abends. Ein Drama in zwei Akten.

Mundgeruch ist zwar ein unangenehmes Thema, aber du kannst alle Probleme aus deinem Mundraum lösen.

Der morgendliche Mundgeruch ist ein sehr unangenehmes Thema und für keinen Menschen leicht. Wir verraten dir allerdings, was du gegen Mundgeruch am Morgen tun kannst und woher Mundgeruch überhaupt kommt. Welche Mittel gegen Mundgeruch helfen, erfährst du in diesem Ratgeber.

Mein bester Schulfreund Tom sah das Ganze locker und machte immer so seine Späßchen. Zwei seiner Sprüche hängen noch in meinem Kopf. „Die Sonne scheint, die Füße stinken, ich glaub, ich muss ne Fanta trinken.“ und „Ich wache auf, ich stink aus dem Mund, ich glaub, ein O-Saft, der wär jetzt gesund.“ Er hatte die Lacher immer auf seiner Seite. Leider ist das oft nicht so, wenn man tatsächlich Mundgeruch hat. Ist man sich bewusst, dass man ihn hat, lacht man oft lieber gar nicht mehr, um nicht zu viel der unangenehm riechenden Luft auszustoßen oder man weiß es nicht, und wundert sich, warum die Menschen trotz seiner lustigen Art Abstand nehmen. Wie dem auch sei, Spaß hin oder her, wir gehen das Thema einfach mal mit dem nötigen Ernst an.

Das mit dem O-Saft war gar nicht mal so dumm von Tom. In Filmen sehen wir ja oft, dass Liebespaare morgens erstmal einen Schluck Orangensaft trinken, bevor sie sich gleich schon wieder stürmisch küssen. Tatsächlich hat Mundgeruch in der Früh häufig seine Ursache im trockenen Mund. Nachts trinken wir ja nichts, stattdessen schnarchen wir fast alle lauthals aus weit geöffnetem Mund. Auch Frauen übrigens. So peinlich das alles ist, so menschlich ist es nun einmal. Aber wir wären keine Menschen, hätten wir nicht auch Lösungen.

Warum haben wir besonders in der Früh Mundgeruch?

Morgens haben wir fast alle diesen unangenehm riechenden Atem. Singles müssen sich da keine Gedanken zu machen. Ältere Pärchen schon eher, frisch Verliebte auf jeden Fall. Obwohl du dir die Zähne abends geputzt hast, wendet sich dein Partner mit sichtbar gerümpfter Nase von dir ab. Du riechst offensichtlich aus dem Mund. Halitosis nennt man diesen Mundgeruch in medizinischen Fachkreisen. Ursachen dafür gibt es einige. Alkohol, Rauchen, Knoblauch, Zwiebeln, Karies, Parodontose sowie mangelhafter Zahnersatz einerseits. Andererseits Bakterien, die Speisereste zersetzen und speziell aus Proteinen (Eiweißen) Schwefelverbindungen herstellen, die den stinkenden Geruch verströmen.

Warum ist der Geruch nun gerade morgens besonders intensiv? Weil du geschnarcht hast wahrscheinlich. Klasse. Auch das noch. Schnarcher schlafen und atmen meist mit offenem Mund. Aber auch, wenn du eine verstopfte Nase hast, musst du durch den Mund atmen. Diese Mundatmung ist der Auslöser für Mundtrockenheit. Ein trockener Mund führt zu verstärkt schlechtem Atem, weil kein Speichel da ist, der winzige Nahrungsreste und Bakterien wegspült. Die Bakterien können in Ruhe speisen, die Proteine spalten und Schwefel produzieren. Damit ist das morgendliche Dilemma perfekt. Aber nicht mehr lange. Hast du das Problem erkannt, ist das Problem schon halb gebannt.

Was kannst du präventiv gegen den morgendlichen Mundgeruch tun?

Die Nase ist primär zum Atmen gedacht, der Mund ist eher zum Essen gemacht. Übe dich in Nasenatmung. Mach dich im www schlau, mit welchen Techniken das geht. Hast du eine verstopfte Nase, finde die Ursache dafür und behandle sie. Vermeide Nahrungsmittel, die schon per se im Nachgang schlecht riechen. Putze vor dem Zubettgehen gründlich deine Zähne und reinige vor allem auch deine Zahnzwischenräume. Übe dich im Auf-der-Seite-schlafen, denn wenn du auf dem Rücken schläfst, ist die Gefahr mit offenem Mund zu schnarchen signifikant höher.

Das sind alles schwierige Sachen, die du nur mit viel Geduld und einem starken Willen umsetzen kannst. Es gibt ein paar einfache, schnellere Mittel und Wege. Viellicht helfen die alleine ja schon. Wir sind ja Gewohnheitstiere und schlichtweg eben alle nur Menschen, die sich mit Verzicht und Disziplin meist schwer tun. Versuche es einfach mal erst damit, ein Glas Wasser zu trinken, wenn du ins Bett gehst, um einer Dehydrierung entgegen zu wirken. Oder aber ein Glas Milch, die schlechte Gerüche neutralisieren kann. Mit zuckerfreien, sauren Drops oder einem Stück Ingwer kannst du deine Speichelproduktion anregen. Oder spring morgens schnell ins Bad, spüle deinen Mund oder putze die Zähne, bevor deine Süße aufwacht.

Welche Möglichkeiten gibt es, seinen Mundraum zu erfrischen?

Ohne Zähneputzen geht natürlich nichts. Um die Schwefelproduzenten in deinem Mund in Zaum zu halten, vor allem während des langen Schlafzeitraumes, ist das abendliche Putzprogramm Plicht. Allerdings entwickeln sich schlechte Gerüche immer wieder, also putze mindestens noch einmal am Tag, morgens oder mittags. Nimm eine gute Zahnbürste, nach deinem Bedarf weich, mittel oder hart. Idealerweise eine elektrische, die Druck und Technik für dich übernimmt und vielleicht mittels Timer sogar auch die Zeit pro Zahnabschnitt reguliert. Dazu eine gute Zahnpasta, mit Kräutern, die einen frischen Geschmack haben und gegen Bakterien wirken, ob konventionell oder Bio, mit oder ohne Fluorid, mit zahnerhellenden Schleifpartikeln, alles ist möglich.

Darüber hinaus reinigst du regelmäßig, am besten auch täglich deine Zahnzwischenräume mit Zahnseide. Bei engen Zwischenräumen geht das mit gewachster recht gut. Ob mit Fluor und Geschmack ist deine Entscheidung. Wo du mit Zahnseide nicht durchkommst, nimmst du Interdentalbürsten. Für deine Zunge, auf der sich unzählige dieser fiesen Bakterien tummeln, verwendest du einen Zungenschaber. Statt all dessen kannst du auch eine Munddusche verwenden oder eine Mundspülung nehmen, die gegen Karies und Parodontose wirkt, wenn du zu Mundtrockenheit neigst, eine ohne Alkohol. Für den schnellen, aber nicht lange anhaltenden Frischekick nach dem Büroessen gibt es Bonbons, Zahnpflegekaugummis, ein Tässchen schwarzen Tee, Zitronensaft, Petersilie oder ein Naturjoghurt.

Welchen Arten von Mundgeruch gibt es außerdem noch?

Jetzt geht’s nochmal richtig dick weiter. Hier bleibt dir nichts erspart. Hier wird dir geholfen. Der frühe Mundgeruch oder auch der während des Tages, der sich mit obigen Tipps schnell vertreiben lässt, hat in der Regel einen fauligen Geruch, wegen des Schwefels, den die Bakterien dir liefern. Stellst du fest oder trägt man es dir an, dass du trotz aller Pflege weiterhin übel riechst, dann musst du tiefer schürfen und der Sache nachgehen. Es gibt Gerüche, die entstehen nicht im Mund selbst, sondern an anderen Stellen des Körpers und sind meist mit Dauermundgeruch verbunden.

Atem mit süßem oder fruchtigem Geruch beispielsweise entsteht, wenn der Körper nicht genügend Zucker und Insulin verbrennt, was auf Diabetes schließen lässt. Atem, der nach Ammoniak, Fisch oder Urin riecht, deutet auf signifikante Nierenprobleme hin. Auch eine Diät oder Hunger bewirken schlechten Atem, der dann vom Magen her rührt. Riechst du gar nicht aus dem Mund (ex ore), sondern aus der Nase, das heißt, extraoral? Ja, auch das gibt es, ist aber schwer zu unterscheiden. Ursache für „Nasengeruch“ kann sein eine Mandelentzündung (Tonsitilitis), eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder eine Infektion der Lunge.

Was kannst du zusätzlich präventiv tun, was musst du tun, wenn nichts hilft?

Klar ist natürlich, dass du deine Zähne am besten halbjährlich deinem Zahnarzt zeigst, der Schlupflöcher für Fäulnis und Schwefel produzierende Bakterien schließt. Gesunde Zähne sind eine Grundvoraussetzung für guten Atem. Auch alles, was deiner Gesundheit dient, tut deiner Mundflora gut und deinem Atem. Mit einem Augenzwinkern drücken wir es mal so aus: Lass alles weg, was Spaß macht, tu dafür alles, was keinen Spaß macht. Wobei du aus allem eine neue Lebensphilosophie und Freue entwickeln kannst, wenn du ein positives Ziel vor Augen hast.

Im Klartext wagen wir es, dir zu empfehlen: Kein Alkohol, Fleisch, Fisch, keine Eier, Milch, Zigaretten und Süßigkeiten, wenigstens aber so wenig wie möglich. Dafür viel Wasser, Tee, frisches Obst, Gemüse und naturbelassene Lebensmittel. Ja, wir wissen, wie toll diese Empfehlung ist. Es ist aber nun einmal so, dass du durch eine gesunde Lebensweise, also durch Ernährung, moderaten Sport und Psychohygiene deinen Körper fit halten kannst und letzten Endes die Luft rein sein wird, also die Atemluft. Schaffst du all das nicht, wie die meisten von uns und bringt dir weder der Zahnarzt noch die intensive Zahnpflege was, sprich, bleibt dein Mundgeruch, dann geh bitte zum Hausarzt und von da aus zum empfohlenen Facharzt.