Sonnenbäder und Sonnenschutz. Eine Aufklärung zu diesen Themen.

Ob Sonnenanbeter oder nicht, scheint die Sonne, geht es aufwärts mit der Laune. Forschungsergebnisse liefern aber immer mehr Erkenntnisse, wie schnell Sonne auch ungesund sein kann. Dabei ist die Lösung denkbar einfach: Sonnenschutzmittel.

Was macht die Sonne mit unserer Haut und unserem Körper? Welche Auswirkungen hat ein Sonnenbad für uns?

Ein nachgewiesener Effekt ist der, dass Sonnenbäder eine erholsame Wirkung haben. Fläzt du dich unter blauem Himmel und spürst die Wärme auf deiner Haut, fühlst du dich besser als im Nieselregen unter‘m Regenschirm. Das Licht allein erhellt auch die Seelenlandschaft des Menschen. Depressive Patienten bekommen häufig als Therapiemaßnahme Sonnenbäder im Solarium verschrieben oder sollen sich täglich eine halbe Stunde vor Lichtquellen setzen, die dem Lichtspektrum des Sonnenlichts nachempfunden sind. Der Lichteinfall natürlichen wie künstlichen Sonnenlichts kann aber auch tückisch sein.

Haben sich bestimmte Strahlen einmal zu tief in deine Haut eingebrannt, was noch nicht einmal für‘s Auge sichtbar sein muss, können Hautprobleme erst eine ganze Zeit später folgen. Im schlimmsten Fall ist es Hautkrebs. Da eine solche gesundheitliche Schädigung nicht wieder umkehrbar ist, solltest du unbedingt diesem mittlerweile bekannten Risiko mit einer wirksamen Prophylaxe begegnen. Erst recht, wenn du ein empfindlicher Hauttyp bist. Diese Empfehlung gilt aber auch für Haut, die schnell bräunt und allgemein weniger Probleme mit dem Sonnenlicht hat. Ein einziger erster Urlaubstag ohne Sonnencreme auf den Kanaren kann auch für sie verheerende, und schmerzhafte, Folgen haben.

Was ist ein Lichtschutzfaktor überhaupt? Erklärungen, was hinter dem Lichtschutzfaktor steckt.

Sonnenstrahlen, die Schäden auf deiner Haut verursachen, sind die des ultravioletten Bereichs. Nur Strahlen des UV-B Bereichs bewirken die Rötung der Haut, also den Sonnenbrand. Aber auch UV-A Strahlen können dir schaden, da sie tiefer eindringen und nicht sofort sichtbare Hautschäden entstehen lassen können. Daher muss der Lichtschutzfaktor (LSF) sowohl gegen UV-B als auch gegen UV-A Strahlen wirksam sein. Der UV-A Faktor muss mindestens ein Drittel des UV-B Wertes betragen. Dass ein Sonnenschutzmittel den UV-A Faktor ebenfalls erfüllt, ist auf der Verpackung durch einen Kreis mit den Buchstaben UVA angezeigt. Außerdem erfolgt eine Einteilung des LSF über niedrig, mittel, hoch und sehr hoch.

Der LSF, der in Zahlen auf dem Produkt steht und der sich zunächst auf die Wirksamkeit gegen die UV-B Strahlen bezieht, sollte mindestens sechs betragen. Die Zahlen geben die Zeit an, die du länger ohne Hautschäden in der Sonne liegen kannst als ohne Lichtschutz. Würde ein Sonnenbad nach zehn Minuten die erste Rötung bringen, könntest du mit Faktor sechs also eine Stunde liegen, bevor die Haut brutzelt. Lichtschutzfaktoren von vier oder darunter sind nach heutigem Kenntnisstand praktisch ohne Schutzwirkung. Je hellhäutiger du bist, desto höher solltest du den LSF wählen.

Wie wirkt der Lichtschutzfaktor auf unsere Haut und gibt es Unterschiede in der Wirkung?

Es gibt zwei Prinzipien, über die der LSF funktioniert: physikalisch oder chemisch. Mittel mit chemischem Lichtschutz enthalten organische Verbindungen, die auf deiner Haut Strahlen eines bestimmten Wellenbereichs des Sonnenlichts aufnehmen und durch einen chemischen Prozess umwandeln. Physikalischer Lichtschutz arbeitet mit Kleinstpartikeln (Nanopartikel), die eine reflektierende Wirkung auf der Hautoberfläche bewirken und die schädigende Lichtstrahlung in eine andere Richtung lenken, so dass sie nicht tiefer in die Haut gelangen kann.

Da nicht alle Vorgänge im Körper, die über Mittel mit chemischem Lichtschutz erfolgen, bekannt sind, wird von ihrer Anwendung bei Kindern und Menschen mit hormonellen Störungen abgeraten. Der chemische Lichtschutz hat aber einen entschärfenden Effekt und mindert die Möglichkeit der Entstehung maligner (bösartiger) Melanome, auch als Hautkrebs geläufig. Der physikalische Lichtschutz wird auch mineralischer Schutz genannt. Die als Filter / Reflektoren fungierenden Pigmente bestehen bei heutigen Sonnenschutzmitteln mit mineralischem Lichtschutz aus Titanoxid und Zinkoxid. Sie werden als unbedenklich eingestuft, da auch sie nicht über die Haut tiefer in den Körper transportiert werden und auf der oberen Hautschicht verbleiben. Daher gilt mineralischer Licht- / Sonnenschutz als empfehlenswerter für Allergiker.

Die (unsichtbaren) Gefahren des Lichts für unsere Haut und ebenso unseren Körper.

Ohne Licht ist alles nix. Gäbe es keine Sonne, gäbe es kein Leben. Trotzdem ist, wie schon Punkt 1 und die Existenz eines Lichtschutzfaktors erahnen lässt, Vorsicht geboten. Der Hauttyp ist höchst ausschlaggebend für die Empfindsamkeit deiner Haut. Jede Haut besitzt eine Eigenschutzzeit in der sie ohne Schutz Sonneneinstrahlung ohne Schäden überstehen kann. Sie liegt bei fünf bis zehn Minuten für sehr hellhäutige und bis zu 60 Minuten für Menschen mit schwarzer Haut – in der Mittagssonne im Sommer in Mitteleuropa. Andere Klimazonen wirken entsprechend aggressiver auf deine Haut ein.

Zu dem Umstand, dass hellhäutige Menschen ohnehin wesentlich empfindsamer für die Strahlen des Zentralgestirns sind, kannst du noch ein weiteres Risiko hinzu addieren: Die schwindende Ozonschicht, die früher gefährliche Anteile der Sonnenstrahlen herausgefiltert hat. Du kannst leicht folgern, wie wichtig ein guter Lichtschutz für deine Haut in der heutigen Zeit ist. Die Technisierung und Verschmutzung der Moderne hat uns den natürlichen Schutz der Ozonschicht fast geraubt. Zum Glück bietet sie uns dafür wenigstens wirksame Hautschutzmittel, auf die kein intelligentes hellhäutiges Wesen heute verzichten sollte.

Kann Schwitzen den Lichtschutzfaktor von Sonnencremes reduzieren und somit die Gefahr eines Sonnenbrandes erhöhen?

Eindeutiges Ja. Da Schweiß und Öl / Fett sich nicht vermischen, durchbricht die natürliche Absonderung von Flüssigkeit der Haut den Schutzfilm, den Sonnenöl oder Creme darüber gelegt hat. Grundsätzlich: Da Schweißperlen auch wie ein Brennglas auf deiner Haut wirken können und schon aufgetragenen Sonnenschutz wegspülen, unbedingt nachcremen. Schwitzt du viel, in der Sonne ja auch normal, lieber zu einer Sonnenschutzcreme mit sogenanntem mineralischem Filter greifen. Besonders das oben schon genannte Titandioxid soll zusätzlich vor Infrarotstrahlung schützen, die in sehr hohem Maß für die Bildung freier Radikale verantwortlich ist, die deine Haut vorschnell alt aussehen lassen. Und zwar im Sinne des Wortes.

Auch von selbst gemischten Pflanzenölen als Sonnenschutzmittel raten Mediziner vehement ab. Es herrscht in manch heimischer Kräuterküche der Irrglaube vor, dass eine Strahlen absorbierende Wirkung, die manche natürlichen Pflegeöle durchaus haben, mit dem schon beschriebenen Lichtschutzfaktor gleichzusetzen ist. Dies ist keinesfalls so. Selbst wenn Sonnenöl, gekauft oder selbst gemacht, einen einigermaßen guten Schutz gegen UV-B Strahlung bietet, gilt das nicht automatisch auch für die UV-A Strahlung. Bei Lichtschutz solltest du also besser auf getestete und auch empfohlene Mittel setzen.

Welches Mittel solltest du für deinen Sonnenschutz nun nehmen – Creme, Öl, Spray?

Ist im Grunde egal, alle Darreichungsformen von Sonnenschutzmitteln können den Zweck erfüllen. Ein fettiger Hauttyp, der ohnehin mit Hautunreinheiten zu kämpfen hat, sollte aber nicht unbedingt eine sehr fetthaltige Sonnenschutzcreme oder ein Öl verwenden. Ein fettfreies Gel auf Wasserbasis wäre am ehesten das Mittel der Wahl. Neigst du zu trockener Haut, sollte es lieber eine fett- und feuchtigkeitsspendende Lotion sein. Sehr empfindliche Hauttypen können auch auf Sonnenschutzmittel zurückgreifen, die für die Haut von Babys und kleinen Kindern entwickelt wurden.

Wähle dann einen LSF ab 30 und achte darauf, dass kein Parfüm und keine Konservierungs- und künstliche Farbstoffe enthalten sind. Sowohl für junge Menschen als auch für Erwachsene, die zu allergischen Reaktionen neigen, wird zudem noch von Mitteln abgeraten, deren Lichtschutzprinzip auf chemischer Basis ruht. In ihnen sind Stoffe enthalten, die einen Einfluss auf hormonelle Prozesse deines Körpers haben können. Tauchen auf der Inhaltsliste die kryptischen Bezeichnungen Butyl, Methoxydbenzolmenthane, Octocrylen und Ethylhexyl, Methohycinnamate auf, dann solltest du besser auf dieses Mittel verzichten. Grundsätzlich solltest also immer du auf getestete und bestätigte dermatologische Verträglichkeit des Sonnenschutzmittels achten.