Bartweisheiten de Luxe – nur bei blackbeards.

Bartweisheiten blackbeards

Können Bärte weise sein? Oder sind es, wenn, mehr ihre Träger? Nun, zumindest weiß können sie werden, wenn sie ihrem Herrn bis ins Alter folgen. Und das sollten sie, frei nach dem Motto: Einmal Bart, immer Bart. Allein, dass nach dem Ableben die Haare noch eine Weile weiter wachsen, und somit auch der Bart, spricht ja schon für ihn, den Prachtkerl unter unserer Nase. Wie dem auch sei: Habe Spaß beim Lesen unserer nun folgenden, mehr oder minder ernsten Bartweisheiten.

Zu Beginn etwas Latein: Barba non facit philosophum, neque vile gerere pallium. Ein Bart macht noch lange keinen Philosophen, auch nicht, einen billigen Mantel zu tragen. Woher der Mantel kommt, dass wissen wir auch nicht, trotzdem Recht unterhaltsam.

Barba majorum dignus est. Der Bart macht den Mann. Dieses Zitat von Lehmann sagt alles!

Dann eine ernste Bauernregel: Hat der Bauer einen Bart, wird der Winter lang und hart. Nichts wie ran an den Bart also.

Ein Mann mit Bart sollte nicht ins Feuer blasen. Gar nicht blöd dieser Spruch aus Nigeria

Wichtig für alle (noch) Bartlosen:  Solange du selbst bartlos bist, verspotte nicht den mit dem dünnen Barte.

Ein Mann ohne Bart ist wie ein Brot ohne Kruste. Und wer steht denn nur auf das Innenleben?

Ganz philosophisch geht weiter: Ein Mann, dem keine Barthaare sprießen, ist nur mit Vorsicht zu genießen. Dem können wir nur zustimmen, denn Bart macht sympathisch.

Wer nach dem Himmel speit, dem fällt der Speichel in den eigenen Bart. Also, Männer, trotz dem das wir Bartträger sind. Ein bisschen Bescheidenheit schadet nie.

Aber zu viel Bescheidenheit bringt uns auch nicht weiter, weil William Shakespeare bereits sagte: „Wer einen Bart hat, ist mehr als ein Jüngling, und wer keinen hat, weniger als ein Mann.“ Und wir sind nun mal richtige Männer!

In der Filmbranche hat unsere geliebte Gesichtsbehaarung auch so ihre kleinen Vorteile. John Wayne sagte einmal: „Der große Vorteil der Barte liegt darin, dass man nicht mehr viel von den Gesichtern sieht.“ Und auch Sir Peter Ustinov erkannte einen Vorteil: „Beim Filmen erweist sich ein Bart als praktisch. Jeden Morgen spart man eine Stunde bei der Maske und kann deshalb länger schlafen“

Zum Schluss noch etwas für unsere Frauen:  Besser einmal im Jahr gebären, als täglich den Bart zu scheren. Und genau aus diesem Grund sind wir Bartträger. Weder das Eine, noch das Andere bereitet uns Probleme.

Als die Grünen noch Latzhosen, Nickelbrillen und lange Bärte trugen hieß es dann und wann: „Dem tropft das Müsli aus dem Bart.“ Das allein macht sicher keine Weisheit aus, aber zumindest hat man als Bartträger so immer seinen Nachtisch dabei.

„Jemandem Honig um den Bart zu schmieren“ hat zwar keinen namentlichen Ursprung, doch offenbart die Redensart, dass es sich lohnen kann, sich beim Bartträger einzuschmeicheln. Die verborgene Sympathie für den Bart ist aus dieser Zweideutigkeit eindeutig herauszulesen: Wer einen Bart trägt, ist erfolgreich und es kann Vorteile bringen, ihm zu folgen.

Der Bart würde den tierischen Anteil des Gesichts vergrößern, ihn so hervorheben und ihm ein brutales Ansehen verleihen. Außerdem sei der Bart als äußerliches Symptom überhand nehmender Rohheit zu bezeichnen, „dieses Geschlechtsmerkmal mitten im Gesicht, welches besagt, dass man die Maskulinität, die man mit den Tieren gemein hat, der Humanität vorzieht.“ Tja, diese harten Worte stammen von niemand geringerem als Arthur Schopenhauer, seines Zeichens einer der bekanntesten Philosophen. Anscheinend war er mehr zarter Feingeist als Mann, denn wie deutlich wird an diesen Aussagen doch, dass Philosophie nie und nimmer automatisch mit Weisheit gleichzusetzen ist. Nennen wir es eine Anti-Weisheit, oder sollten wir sagen: Dummheit? Formulieren wir mal diplomatisch: Philosophie schützt vor Trugschluss nicht.

Gut finden wir dagegen: „Kleider machen Leute, Bärte machen Männer.“ Und: „Es gibt ein Wort für Menschen ohne Bart: Mädchen.“

Und wie Moliere wusste: „Abhängigkeit ist das Los der Frauen. Macht ist da wo Bärte sind.“ Ein kleiner Macho, der Moliere. Heute sind diese Zeiten vorbei.

„Mit dem Bart im Gesicht ist es wie mit dem Golfrasen: Nur kontinuierliche Pflege und Schur bringen ihn zur Perfektion.“ Wie wahr, wir schließen uns der Aussage eines Unbekannten an. Predigen wir doch unablässig die Wichtigkeit vorbildlicher Konturenpflege.

„Ein Vollbart im Sommer ist der beste Schattenspender, im Winter hält er warm.“ Eine aus Selbsterkenntnis erwachsene Bartweisheit.

„Egal wie dicht dein Bart ist, Goethe war Dichter.“ Aha. Eine weitere Weisheit unbekannter Herkunft, wahrscheinlich von einem dieser Hanfvernichter. Aber nicht ausgeschlossen, dass Goethe das gleiche Hobby hatte.

„Schließlich ist heutzutage ein Bart das einzige, worin eine Frau dem Manne nicht überlegen sein kann.“ Ehrte einst John Steinbeck das vermeintlich schwache Geschlecht.

Bärte vermitteln anderen Männern mehr Respekt. Vor allem unter Kriegern gilt der Bart als zusätzliche abschreckende Maßnahme. Bestes Beispiel sind unsere Vorfahren: Germanen hatten dichte, meist rote Bärte und sie waren auch die besseren Krieger. Denn am Ende hatten die waffentechnisch eigentlich überlegenen Römer hier nichts zu lachen und mussten sich verziehen. Davon zeugt auch heute noch das berühmte Hermannsdenkmal zu Ehren von Hermann dem Cherusker, das geographisch relativ weit oben im westfälischen Teutoburger Wald steht. Fazit: Für Preußen nicht schlecht.

Der Bart als Respektsymbol war auch den Chinesen und Mongolen bereits bewusst. Wie allen östlichen Völkern sprießt er ihnen nicht allzu ergiebig. Daher haben sie ihn schon vor Jahrhunderten zum Kult gemacht, indem sie ihre dünnen und spärlichen Barthaare flochten und stilvoll herrichteten. Es brachte mehr Anerkennung und Ansehen.

Bärtige Männer fördern bei Frauen ein Gefühl von Geborgenheit und Schutz, weil der latente Elektrakomplex unbewusst bedient wird. Das mit Geborgenheit und beschützt sein ist auch ein Überbleibsel aus prähistorischen Tagen, als alle männlichen Exemplare des Rudels noch Bärte hatten und sie automatisch die Beschützer waren. Das Streicheln eines Bartes beruhigt also die Frauen seit jeher und erotisiert sie gleichsam.

Wie wichtig der Bart für den Selbstwert des Mannes schon früh war, zeigt auch die biblische Geschichte von Hanun, dem König der Ammoniter, der mit dem israelitischen König David in Fehde lag. Er ließ einigen von ihm gefangen genommenen Gesandten Davids den Bart halb scheren sowie die Kleider bis unter die Gürtellinie abschneiden, bevor er sie fortschickte. Als David davon hörte, schickte dieser ihnen Boten entgegen, denn die Männer waren sehr geschändet (Original Bibel Zitat) und hieß ihnen: „Bleibt in Jericho, bis euer Bart gewachsen ist und kommt dann erst zurück.“ Dem bleibt unsererseits nur wenig hinzuzufügen.

Ist dein Leben fad und öde? Rasiere deinen Bart ab. Jeder Tag, an dem er neu wächst, bringt Freude in dein Leben zurück. Der Bart als von der Evolution eingebaute Glücksmaschine.

„Wenn dein Freund keinen Bart hat, hast du eine Freundin.“ Verstecke am besten gleich mal seinen Rasierer.

Von der Redaktion wurde übrigens der Schnauzer zu dem Sympathieträger unter den Hunden gewählt.

Zu (beinahe) guter Letzt trauen alle Menschen, Männer wie Frauen, dem bärtigen Mann einfach mehr zu, letztendlich sogar überhaupt alles. Warum sonst wird Gott immer als bärtiger Mann vorgestellt und dargestellt. Nein, das sind keine Größenphantasien, sondern schlicht Erkenntnisse. Einzelne mögen sie nicht, aber es muss doch am Ende jeder unumwunden zugeben: Der Bart ist das Symbol für Weisheit an sich.

Und zum Schluss wie William Shakespeare schon immer zu sagen pflegte:  To beard or not to beard. No question. 

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