Über Bartöl im Allgemeinen.
Sprechen wir über Hingabe. Es ist schon so viele Lenze her, dass wir uns kaum mehr entsinnen können, wie es war, kein Bartöl zu haben. Sich nicht nach der täglichen Wäsche ein bisschen was von dem flüssigen Gold in Gesicht und Barthaar einzumassieren, den Bart zu striegeln und mit einem erhabenen Gefühl in den Tag zu starten – so nachhaltig hat es dieses kleine Ritual geschafft, das Leben des ein oder anderen Bartträgers zu bereichern. Für die anderen ist es immer noch ein Schmarrn, den es nicht braucht.
Und das allmorgendliche Pflegeritual im Speziellen.
Aber für eben diese einen endet die Hingabe nicht bei der Bartpflege. Sie zieht sich durch das gesamte Pflegeprogramm: Wenn ich mich rasieren will – und sei es nur, um die Konturen sauber zu ziehen –, dann mit einer gescheiten Rasierseife. Wenn ich mir die Haarpracht zurechtkämme, dann mit einer guten Haarpomade. Wenn ich mir den Staubn den Schweiß und die Tränen des Büroalltags vom Körper wasche, dann mit einer handfesten Seife. Es geht bei all dem nicht um Eitelkeit. Es geht darum, keine Kompromisse mehr einzugehen und sich diese paar Minuten am Tag zurückzuerobern, die nur einem selbst gehören.
Die Anwendung von Bartöl ist denkbar einfach.
Auch wenn wir Ratgeber darüber verfasst haben, deren Umfang mit Leichtigkeit die Seiten eines Romanes füllen könnten und Videos mit Bartträgern gedreht haben, deren Anmut Blockbustern mit Bud Spencer und Chuck Norris in nichts nachsteht, lässt sich die Wahrheit in einem für uns üblichen Schachtelsatz sagen: Je nachdem, wie imposant du deinen Bart gezüchtet hast, fällt die benötigte Menge aus – wichtig ist, dass jedes Haar und auch die Haut darunter nur leicht benetzt ist. Das erreichst du bei einem Drei-Tage-Bart schon mit zwei, drei Tropfen, bei kurzen bis mittellangen Vollbärten mit vier, fünf Tropfen. Verreibe es in deinen Händen und massiere es dann mit gebotener Sorgfalt in Barthaar und Gesichtshaut. Wenn du dir danach die Hände waschen musst, war es wahrscheinlich zu viel. Le fin.