Bart färben oder nicht?

Du denkst darüber nach, deinen Bart zu färben.

Du fragst dich: „Wie färbe ich meinen Bart?“

Vorab sei gesagt, dass du mit diesem Wunsch bei Weitem nicht allein bist. Viele Männer haben sich schon skeptisch im Spiegel beäugt und dabei mit gerunzelter Stirn über einen dunklen, hellen oder nur gleichmäßig gefärbten Bart nachgedacht. Wir wissen das. Wir kennen dieses Gefühl selbst und nach langjähriger Erfahrung, haben wir dazu etwas zu sagen.

Dein Bart und seine natürliche Farbe früher und jetzt.

Erinnerst du dich noch an die ersten Haare, die irgendwann begonnen haben während deiner Pubertät an diversen Gesichtspartien zu sprießen? Dieser zunächst unauffällige Flaum, der da so weich anfing sich auszubreiten. Beim einen wechselte er schnell in ein dunkleres Braun und beim anderen blieb es für einige Jahre so flauschig weich und hell. Und irgendwann wurden einige dieser kleinen Auswüchse tatsächlich zu Barthaaren. Es wurde in der Schule diskutiert, wer sich schon rasierte und wer es vielleicht mal probieren sollte, weil der dünne Oberlippenbart einfach nicht salonfähig war in der Altersgruppe unter 18 Jahren.

Und jetzt sieh dich an. Du bist hier, liest diesen Ratgeber und fragst dich, was du denn noch so alles mit deinen Barthaaren anstellen kannst, die mittlerweile echt ansehnlich vor sich hinwachsen. Das Schöne ist, dass du echt viel für deinen Bart tun kannst, für das er dir danken wird. Das sprechen wir aber an anderer Stelle an. Dir geht es hier und jetzt um die Farbe deines Bartes. Sprechen wir also von Bärten aller Farben.

Rot, braun, schwarz oder auch grau und weiß

Viele Männer in Europa haben einen dunkelbraunen Bart. Meistens ist das auch das erste Bild, das vor deinem geistigen Auge erscheint, wenn du an einen klassischen Bart denkst. Jedoch gibt es, wie du sicher weißt, auch andere natürliche Bartfarben. Diese kommen durch unterschiedliche Formen des Farbstoffs Melanin und dessen Einlagerung in den Haaren zustande. Wie etwa blonde Bärte mit generell wenig Melanin, oder wirklich schwarze Bärte, welche durch viel dunkles Melanin, auch Eumelanin genannt, zustande kommen. Und dann gibt es natürlich noch die roten Bärte. Hier sind die Barthaare von einer starken Einfärbung durch helleres Phäomelanin betroffen. Rote Tönung ist die Folge.

Und wenn du älter wirst, lassen genau diese Follikel mehr oder weniger merklich mit der Melanin Versorgung deiner Bartpracht nach. Das ist unabhängig davon, wie viel Melanin deine Haarfollikel ursprünglich einmal in deine Barthaare gepackt haben und es zeigt sich bei manchen Männern kontinuierlich durch immer mehr einzelne weiße oder graue Haare und bei anderen geht das recht schnell. Eben je nach Durchhaltevermögen der Melanin-Produzenten in den jeweiligen Haarwurzeln. So oder so: Wir haben noch keinen Bart gesehen, der mit seiner natürlichen Farbe nicht schön war. Was die Farbe angeht können alle Bärte punkten.

blackbeards und das Bärte Färben.

Es gab einmal eine Zeit, in der wir dir liebend gerne einfach eine Farbe in die Hand gedrückt und dir zum frisch gefärbten Bart gratuliert haben. Wieso solltest du es auch nicht machen, oder? Nun ja, in der Zwischenzeit hat sich unsere Haltung diesbezüglich stark geändert, aber wir wären ja nicht wir, wenn wir dir nicht genau erklären würden, wieso wir so denken. Die Erfahrung hat uns dazu bewegt unsere unbekümmerten Empfehlungen zu überdenken.

In unseren Beratungen wenden sich Männer mit allerlei Themen an uns und wir lieben es schlichtweg mit verantwortlich zu sein, wenn es einen zufriedenen Bartträger mehr da draußen gibt. Oft wird gefragt, wie man(n) sich am besten inszeniert und seinen Bart präsentiert. Der Schnitt muss passen und oft wird auch die Farbe angesprochen. Aussagen wie „Ein richtiger Bart muss doch schön dunkel sein, oder“, oder „Sieht mein Bart nicht mit Farbe XY voller aus?“, sind zwar zusammengefasste Beispiele, fangen aber die Essenz einer Problemstellung recht gut ein. Man(n) hofft auf einen schnellen Weg zu einem Schönheitsideal und damit haben wir diverse Probleme, denn dabei übersieht man schnell wichtige Punkte. Doch zunächst ein kurzer Abstecher in die Theorie des Haare Färbens.

So funktioniert das Färben von Barthaaren.

Wie vorher schon erwähnt: Das Melanin entscheidet also, wie hell oder dunkel der Bart wird. Bei wenig Melanin wird der Bart blond. Wenn das Melanin langsam mehr wird, wird er rot oder hellbraun. Und wenn viel Melanin in die Barthaare einfließt, wird er schließlich braun und schwarz. Beim Färben greift man sich nun diese farbgebenden Bestandteile und wandelt diese in die gewünschte Farbe um. Unsere Frage an dich bis zum nächsten Absatz: Wie kommt man an die Farbstoffe, beziehungsweise das Melanin im Haar? Ein Tipp: Die Haare haben eine schützende Schuppenschicht, die aufgespreizt werden kann.

Die Auflösung zur Frage ist ernüchternd. Um an das Melanin im Haar ausreichend heranzukommen und es mittels chemischer Bearbeitung in die gewünschte Farbe zu wandeln, werden aggressive Mittel verwendet, die die Schutzschicht des Haars aufzwingen und den chemischen Wirkstoffen somit Eintritt verschaffen. Das wird beispielsweise oft mit Ammoniak bewerkstelligt. Müssen wir noch anmerken, dass diese Praxis die Schuppenschicht schädigt? Das tut es nämlich.

Mittels verschiedener vorbereitender Maßnahmen und einer gekonnten Nachbereitung, kann der Schuppenschicht geholfen werden, sich halbwegs zu regenerieren. Allerdings ist sie de facto nie wieder so stabil, wie sie vor dem Färben war. Erst neu gebildetes Haar bringt wieder die volle Strapazierfähigkeit mit. Und das gilt für Barthaare noch mehr, als für Kopfhaare, da sie mit stärkeren Färbemitteln bearbeitet werden müssen, um die Wirkung auf die dickeren einzelnen Haare zu gewährleisten.

An dieser Stelle sei auch angemerkt, dass viele Chemikalien, die in Färbemitteln (besonders in starken) enthalten sind, alles andere als gesundheitsförderlich sind und teilweise mehr als nur im Verdacht stehen diverse schwere Erkrankungen zu begünstigen. Das ist auch mitunter einer der schwerwiegendsten Gründe für uns, sich gegen das Bartfärben auszusprechen.

Die verdammte Erwartungshaltung.

Wir alle haben mindestens unterbewusst eine ganz bestimmte Vorstellung, wie ein Bart auszusehen hat. Eine bestimmte Dichte wird erwartet, eine Farbe, eine Länge. Es scheint, dass teilweise sogar das Gefühl von Minderwertigkeit aufkommt und ein unterschwelliger Rangkampf ausbricht, wenn es in Männergruppen um das Thema Bärte geht. Der Bart, der gemeinhin dem Schönheitsideal am ehesten entspricht wird gelobt und der Träger des Bartes, der am weitesten davon entfernt ist, hofft darauf, nicht zum Zentrum der Unterhaltung zu werden.

Wir wollen darauf hinweisen, dass dir niemand vorschreiben kann, dass du nur mit Bart, nur mit ohne Bart oder mit einem bestimmten Bart ein echter Kerl bist. Wir scherzen viel und treiben allerlei Schabernack um das Thema Bart. Aber trotz unserer Liebe für Bärte müssen auch wir betonen, dass ein Bart nicht alles an einer Person ist. Was für ein Mann du bist, definiert sich primär über deinen Charakter.

Also: Ein Bartträger ist mehr als nur die Summe seiner Barthaare.

Hier also unsere abschließende Meinung: Wir sind Bartträger und ja, wir wollen schöne Bärte. Aber vor allem sind wir Menschen, egal ob mit oder ohne Bart. Und wir müssen nicht unsere Gesundheit und die unserer Bärte aufs Spiel setzen, um einem Schönheitsideal zu entsprechen. Auch hat unsere Erfahrung gezeigt, dass die Bärte dieser Welt immer wertgeschätzt werden, wenn sie schön gepflegt sind. In allen Formen und Farben. Und Barthaarverluste durch etwa unbedachtes Kürzen oder als Folge von ungesundem Färben werden viel zu oft bitterlich bereut werden.

Einen Bart zu färben ist ein Experiment, das seinen Anreiz hat, keine Frage. Wir verurteilen dich auch nicht, wenn du es probieren möchtest, aber lass uns dir den freundlichen Rat geben, lieber einen gesunden Bart halten und zu hegen, als ihn aufs Spiel zu setzen um einem Ideal zu entsprechen, das sich in ein paar Jahren vielleicht schon wieder ändert. In diesem Sinne: Bleib gesund und pflege deinen Bart. :-{)

Zur Bartpflege

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