Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Menü

Die hohe Kunst der Ölung: Wie du Bartöl anwendest, ohne deinen Bart zu ersäufen.

Werter Leser, halte ein und leih mir dein Ohr. Ich habe vor, dir zu berichten, wie ich einst in den verwinkelten Gassen von Sevilla, wo die Hitze so schwer in den Gassen hing, als hätte jemand den Himmel mit glühendem Blei ausgegossen, Zeuge einer wahren Offenbarung wurde.

Mein eigener Bart, vom Salzwind gegerbt und grau durchzogen wie eine Gewitterwolke, verlangte nach Linderung. So trat ich ein in das Reich des Figaro, eines Barbiers, dessen Klinge so scharf war wie sein Verstand. Doch was ich dort fand, war keine stille Kammer der Pflege, sondern ein philosophisches Schlachtfeld. Dort saßen sie: Paolo, ein junger Hitzkopf mit kaum mehr als einem dunklen Flaum, und Ricardo, dessen weißer Bart knisterte wie trockenes Zunderholz. Shakespeare wusste bereits: „Wie arm sind die, die keine Geduld haben!“.

Und genau an dieser Geduld mangelte es Paolo, woraufhin ein Disput entbrannte, den ich dir nun darlege.


Von der Torheit der Jugend und dem rechten Maß des Öls.

Der Streit entzündete sich an der Maßlosigkeit. Paolo, ungestüm wie die Brandung bei Kap Hoorn, kippte sich eine Lache Öl in die Hand, groß genug, um darin eine Fregatte wenden zu lassen. Er wollte seinen spärlichen Wuchs zum Glänzen zwingen, koste es, was es wolle.

Ricardo lachte trocken auf, ein Geräusch wie brechende Zweige im Herbst. Er wies den Jungen zurecht und erklärte, dass er die Hoffnung ertränke, statt sie zu nähren. Ich trat dazwischen, strich mir durch meinen eigenen, mächtigen Bart und sprach ein Machtwort. Denn die Menge bestimmt sich nach der Not, nicht nach dem Wunsch. Dem verblüfften Paolo erläuterte ich, dass für seinen Bart von drei Tagen ein einziger Tropfen genügt, so kostbar wie Tau in der Wüste. Ein Vollbart mittlerer Statur hingegen verlangt nach zwei bis drei Tropfen, nicht mehr. Selbst ich, Blackbeard, nehme selten mehr als vier oder fünf Tropfen. Wer mehr nimmt, der pflegt nicht, der konserviert – und ein öliger Kragen ist kein Ruhmesblatt für einen Ehrenmann.


Der Ritus der Entnahme: Wie man das Bartöl tropft und den Duft entfesselt.

Als Paolo, sichtlich beschämt, erneut zur Flasche griff, schnellte Figaros Hand hervor wie eine Kobra. Der Barbier hielt den Jungen zurück, als hätte dieser versucht, Schwarzpulver mit einem brennenden Span zu prüfen. Er predigte uns die Unberührbarkeit des Gefäßes. Das Glas der Pipette sei heilig und dürfe niemals Haut oder Haar berühren.

Unser Gesicht, so führte er aus, sei ein blühender Garten, voller Leben und mikroskopischer Wesen. Gelangen diese über die Pipette zurück in die Flasche, kippt das Öl schneller als die Stimmung in einer Hafenspelunke ohne Rum. Der Meister zeigte uns den wahren Ritus, indem er die Tropfen aus der Höhe in die hohle Hand fallen ließ, frei und unberührt. Dann aber geschah das Wunder: Er ließ uns das Bartöl Gold, das ich glücklicherweise bei mir trug, zwischen den Handflächen verreiben. Wir sollten die Reibung nutzen, bis eine wohlige Wärme entstand, denn erst diese Wärme weckt die Seele der ätherischen Öle. Augenblicklich durchzog ein warmer, cremiger Duft von Vanille, Tonkabohne und einem spritzigen Hauch Bergamotte die stickige Luft des Salons und machte die Textur bereit für die Verschmelzung mit dem Haar.


Warum wir den Boden nähren, nicht das Blatt. Nicht das Barthaar, sondern die Haut.

Nun also hielten wir das flüssige Gold in den Händen. Ricardo wollte es sich hastig über die Außenseite seines Bartes streichen, um schnellen Glanz zu schinden. Doch Figaro schüttelte sanft den Kopf und offenbarte uns seinen Geheimtrick, den er wie einen Schatz hütete. Er zitierte eine alte Weisheit der Gärtner: „Wer nur die Blätter gießt, lässt den Baum verdursten.“

Mit diesen Worten wies er uns an, den „Griff des Gärtners“ anzuwenden. Man fahre mit den öligen Fingern durch das Gestrüpp hindurch, tief hinein bis auf die Gesichtshaut. Denn dort, am Grunde des Haares, entsteht das Elend des Juckreizes und der Schuppen. Man muss den Boden massieren, auf dem der Stolz wächst. Figaro massierte das Öl mit kreisenden Bewegungen in die Haut unter dem Bart ein und zog erst den Rest, fast beiläufig, in die Längen der Haare. Ob man danach nun zur Bürste greift, um den kurzen Bart zu polieren, oder zum Kamm, um die langen Zotteln zu ordnen, sei eine Frage des Stils, meinte er zwinkernd – die wahre Arbeit aber verrichten die Hände und die Fingerspitzen.


Die Moral von der Geschichte.

So verließen wir den Salon, nicht nur gepflegt, sondern schlauer. Um es in den Worten des Barbiers von Kiefersfelden zu sagen: "Besser wie vorher." Und damit auch du, mein Freund, diese Weisheit nicht vergisst, schreibe dir Folgendes ins Logbuch:

  1. Bestimme die richtige Menge Bartöl je nach Bartlänge.

    Lass die Gier beiseite, denn viel hilft hier nicht viel. Für einen Drei-Tage-Bart genügt ein einziger, kostbarer Tropfen. Ein Vollbart mittlerer Statur verlangt nach zwei bis drei Tropfen. Selbst ein langer Bart braucht selten mehr als vier bis fünf Tropfen. Merke dir: Wir wollen pflegen, nicht pökeln.

  2. Entnimm das Bartöl hygienisch und aktiviere es durch Wärme.

    Achte penibel darauf, dass die Pipette aus Glas weder deine Haut noch dein Haar berührt, um Verunreinigungen in der Flasche zu vermeiden. Tropfe das Öl in die hohle Hand. Dann verreibe es kräftig zwischen den Handflächen. Warte, bis eine deutliche Wärme entsteht – erst diese Hitze weckt die ätherischen Öle und macht die Textur bereit für deinen Bart.

  3. Massiere das Bartöl tief in die Gesichtshaut ein.

    Dies ist der entscheidende Schritt, den viele vergessen: Wende den „Griff des Gärtners“ an. Fahre mit den öligen Fingern durch das Dickicht hindurch direkt auf die Gesichtshaut. Massiere den Boden, auf dem dein Stolz wächst, denn nur so verhinderst du Juckreiz und Schuppen. Erst wenn die Haut versorgt ist, ziehst du den Rest in die Längen der Haare.

  4. Verteile das Öl im Barthaar mit Bartbürste oder Kamm.

    Die Hände haben die wichtigste Arbeit geleistet, nun folgt der Feinschliff. Um das Öl gleichmäßig um jedes einzelne Haar zu legen, nutze bei kurzen bis mittellangen Bärten eine Bartbürste mit Wildschweinborsten. Ist dein Bart lang und mächtig, greife zum Bartkamm, um ihn zu entwirren und in Form zu bringen.

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Wir grüßen dich.

Verrate uns, was ist dein Begehr?

avatar
avatar
Kundenservice Mike
4917658931921
avatar
Moralischer Beistand bei Problemen rund um die Bartpflege & Rasur. Emil
4917658931921
blackbeards. Die besten Freunde des Bartträgers.
imageonline-co-whitebackgroundremoved
×
whatsapp background preview