Kaiserlich, ungarisch, englisch oder à la Dali – wir schauen uns die verschiedenen Schnurrbart Arten genauer an.
Schnauzbart ist gleich Schnauzbart? Mitnichten. Auf die Feinheiten kommt es an. Nicht zuletzt seit der vergangenen Bart WM in Burghausen beschäftigt uns daher die Frage: Wie unterscheiden sich die verschiedenen Varianten des Schnurrbartes eigentlich untereinander? Wo hört der kaiserliche Schnauzbart auf, wo fängt der ungarische an? Wir bringen Licht ins Dunkel und klären auf, wie sich die verschiedenen Arten des Schnurrbartes am besten kategorisieren lassen und geben dir darüber hinaus Tipps zur Pflege und zum Styling deines werten Moustaches.
- Kaiserlicher Schnauzbart – buschig, kompakt und wahrhaft markant
- Ungarischer Schnauzbart – breit, füllig und ein echtes Statement
- Englischer Schnauzbart – schmal, fein und garantiert Gentleman-like
- Schnauzbart Dali – dünn, wahnwitzig und eine perfekte Hommage
- Grundlage aller Schnurrbart Arten: Eine vollumfängliche Pflege
Vorweg möchten wir blackbeards uns als große Fans des alleinstehenden Oberlippenbartes outen. Völlig unironisch. Gerade einem eher länglichen Gesicht verleiht der klassische Schnurrbart eine charmante Fühle, da er das Gesicht gewissermaßen in zwei Hälften teil. Ganz gleich also, ob du dich vom Vollbart zum Solo-Moustache runter-rasierst oder ihn gerade erst wachsen lässt – ein Schnurrbart beweist Mut, Entschlossenheit und Stilsicherheit. So unsere Meinung.
Du hast dich bereits ein wenig mit den allgemeinen Gepflogenheiten rund um den Oberlippenbart beschäftigt? Sehr schön, dann soll es an dieser Stelle etwas mehr ins Detail gehen. Wir arbeiten die Feinheiten der unterschiedlichen Schnurrbart Arten heraus und orientieren uns hierfür an den Kategorien der offiziellen Bartweltmeisterschaft. Sprich: Kaiserlicher Schnauzbart, Ungarischer Schnauzbart, Englischer Schnauzbart und Schnauzbart Dali – was unterscheidet sie eigentlich voneinander?
Du möchtest deinen Schnurrbart stylen? Entscheide dich für eine Variante und halte dich an unsere Styling Tipps.
Kaiserlicher Schnauzbart – buschig, kompakt und wahrhaft markant.
Wie der Name schon vermuten lässt, war der Kaiserliche Schnauzbart bereits zu Zeiten des Kaisertums äußerst beliebt und wurde von vielen Staatsoberhäuptern stolz zur Schau getragen. Auch heute verbinden wir diese Form des Schnurrbartes daher mit Reichtum, Macht und Willensstärke. Weit weniger dünn rasiert als beispielsweise der Englische Schnauzbart, wirkt er deutlich kompakter und verleiht jedem Gesicht einen zentrierten Akzent. Aber wie sieht er denn jetzt genau aus, dieser Kaiserliche Schnauzbart?
Nun, streng genommen darf er laut Regeln der World Beard and Moustache Association in der Breite lediglich bis zu den Mundwinkeln angewachsen sein. Aufgrund dieser Besonderheit wirkt er generell recht buschig und kompakt. Nach unten hin darf er gut und gerne über die Lippen hinausragen, beim Essen ist also Vorsicht geboten. Seine Spitzen werden klassischerweise nach oben gestylt oder gar eingerollt, so erlangt er seinen einzigartigen Look.
Möchtest du dir ein solches kaiserliches Exemplar zulegen, so orientierst du dich demnach an deinen Mundwinkeln und rasierst die darüber hinauswachsenden Bartstoppeln regelmäßig mit einem Rasierhobel ab. Beim Trimmen der Bartlänge darfst du etwas sparsamer vorgehen, damit dein Schnauzbart stets seine Fülle und Dichte behält. Die Spitzen trimmst du regelmäßig mit der Bartschere, achte jedoch darauf, dass sie eine gewisse Länge nicht unterschreiten. Nur so kannst du sie stets eines Kaisers würdig und unter Zuhilfenahme von guter Bartwichse nach oben hin einrollen. Et voilà – du bist nun stolzer Besitzer eines wahrhaft kaiserlichen Schnauzbartes.
Ungarischer Schnauzbart – breit, füllig und ein echtes Statement.
Der Ungarische Schnurrbart kommt deutlich breiter daher als sein kaiserliches Pendant. Laut WBMA darf er bis maximal 1,5cm über die Mundwinkel hinweg angewachsen sein. So wirkt er tatsächlich wie eine räumliche Trennung zwischen Augen- und Kinn-Partie – lange Gesichter freut’s. Er zieht definitiv alle Blicke auf sich und ihm sind in Breite und Fülle keinerlei Grenzen gesetzt.
Gemeinhin stylst du bei einem Ungarischen Schnauzbart dein Barthaar von der Mitte der Oberlippe in großem Bogen nach außen hin. Dies bedarf einer guten Bartwichse, eines kompakten Bartkammes und eines Föhns. Kratze zunächst eine kleine Menge der Bartwichse mit dem Fingernagel aus der Dose, verreibe sie zwischen deinen Handinnenflächen und arbeitet sie dir anschließend von der Mitte bis zu den Spitzen ein. Anschließend verleihst du deinem Oberlippenbart mit dem Bartkamm seinen typischen Schwung und nimmst dabei den Föhn zur Hilfe.
Bei der Wahl der Bartwichse setzt du beim Ungarischen Schnauzbart zunächst natürlich standesgemäß auf ungarische Bartwichse. Diese eignet sich perfekt, um allen Barthaaren deines Oberlippenbartes ihren generellen Schwung und Halt zu verleihen. Möchtest du obendrein deine Bartspitzen elegant zwirbeln, so kommt auch der zweite Vertreter im Bereich Bartwichse zum Einsatz – die bayrische Bartwichse. Diese enthält bombenfest aushärtendes Gummi arabicum und sorgt so für den perfekten letzten Schliff an deinem Ungarischen Schnurrbart.
Englischer Schnauzbart – schmal, fein und garantiert Gentleman-like.
Der Englische Schnauzbart ist der schmalste aller heute beleuchteter Schnurrbärte. Ebenfalls nur bis zu den Mundwinkeln angewachsen, dürfen seine Enden dafür nahezu bis ins Unendliche wachsen. Diese äußerst elegante Schnurrbart Art musst du definitiv jeden Morgen stylen, hängen seine Spitzen ansonsten recht trostlos an deinen Lippen herunter.
Unter Zuhilfenahme einer bayrischen oder zumindest ultra starken Bartwichse, stylst du deine Spitzen beim Englischen Schnurrbart horizontal in die Breite. Dazu darfst du tief in die Trickkiste greifen und allerlei Hilfsmittel anwenden, die für stabilen Halt deines Oberlippenbartes sorgen. Vom Heißluft-Föhn bis hin zum Glätteisen, mit welchem du deine Spitzen vor dem Stylen bereits glättest. Alles was hilft, ist gut.
Hast du ihn dann einmal gestylt, so ist der Englische Schnauzbart an Eleganz kaum zu überbieten. Betont fein, akzentuiert er dein Gesicht und verleiht dir den klassischen Look eines englischen Gentlemans aus den 1920ern. Womöglich legst du dir noch einen kleidsamen Zylinder und einen Maßanzug zu und fertig ist dein neuer Look. Wir sind uns sicher – damit haust du deine Liebsten garantiert aus den Socken.
Schnauzbart Dali – dünn, wahnwitzig und eine perfekte Hommage.
Last but not least widmen wir uns einem der markantesten Bartstile aller Zeiten – dem Schnauzbart Dali. Erfinder und Namensgeber Salvador Dali machte den nach oben geschwungenen schmalen Oberlippenbart ab den 1930ern zum absoluten Kultbart. Kaum jemand hat nicht sofort ein Bild vor Augen, spricht man vom Schnauzbart Dali.
Ähnlich schmal wie der Englische Schnauzbart, werden beim Schnauzbart Dali die Bartspitzen hingegen nach oben gestylt. Dieser Bart verleiht einem jeden Gesicht die gewisse Portion Extravaganz – man könnte gar von einer kleinen Prise Wahnsinn sprechen. Da dieser Bartstil so untrennbar mit dem spanischen Genie verbunden ist, verbinden wir ihn mit dessen wahnwitzigen Charakterzügen und so ist diese Schnurrbart-Art sicherlich kein Bart für jedermann.
Hast du dich aber dazu entschlossen, dir einen Dali Schnurrbart wachsen zu lassen, so zeugt dies von schier unendlichem Selbstbewusstsein und starker Willensstärke – wir ziehen unseren virtuellen Hut. Rasiere ihn mit Hilfe eines Wechselklingenmessers regelmäßig schmal zu, entledige dich sämtlicher Bartstoppeln an Wangen und Kinn und pack dir fürs Styling unbedingt eine sehr starke Bartwichse in den Kulturbeutel. Entgegen der Schwerkraft und dem eigenwilligen Charakter der Schnurrbarthaare, zwirbelst du die Spitzen geradewegs nach oben und fertig ist sie: Deine markante Hommage an einen der größten Künstler aller Zeiten.
Grundlage aller Schnurrbart-Varianten: Eine vollumfängliche Pflege.
Ganz gleich, für welche Schnurrbart-Variante du dich entscheidest, unerlässlich ist die Pflege deines Oberlippenbartes. Wasche ihn etwa zwei- bis dreimal pro Woche mit einem milden Bartshampoo oder nimm bei hartnäckigen Resten von Bartwichse auch mal eine etwas stärker reinigende Bartseife zur Hand. Diese entledigt dich sämtlicher Reste von Pflege- und Stylingprodukten und entfernt Schmutz, ohne deinem Bart jedoch seinen wertvollen Eigentalg und damit seine Geschmeidigkeit zu nehmen.
Nun legst du dir noch ein gutes Bartöl in der Duftvariante deiner Wahl zu und verwöhnst deinen Schnauzbart einen jeden Morgen damit. Die darin enthaltenen Trägeröle stärken dein Barthaar und mindern lästigen Juckreiz, indem sie auch die Haut unter dem Bart vollumfänglich pflegen. Ein paar Tropfen indes genügen und dein Oberlippenbart ist wieder bereit zum Stylen und zur-Schau-stellen.
Nicht zuletzt zum Stylen, aber auch zur Bartpflege sind darüber hinaus ein kleiner Bartkamm, wie auch eine kompakte Bartbürste unerlässlich. Sie verteilen Bartöl und Bartwichse auf jedem einzelnen deiner kostbaren Barthaare, regen die Durchblutung unter dem Bart an und bringen deinen Schnauzbart morgens in Schwung. Durch ihre kompakten Maße kannst du einen Oberlippenbartkamm auch einfach in die Tasche packen und im Laufe des Tages dein Oberlippebartstyling auffrischen. So bist du dir jederzeit eines prächtigen Oberlippenbartes sicher und schindest mächtig Eindruck.
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