Welch Meisterwerk! Der Rasierpinsel mit Kunst-Haar.

Der Rasierpinsel mit Kunsthaar.

Leben ist Bewegung. Bewegung bedeutet Veränderung. Wie gut sie bei Rasierpinseln ist, sagen wir dir hier.

Vom Wandel der Werte über die Zeit bleibt wahrlich kein Sektor ausgenommen. Tradition hin oder her, eine Neuerung jagt die nächste. Das ist der Lauf der Dinge. Wobei nicht alles Neue auch unbedingt besser sein muss als das, was es ersetzen möchte. Vieles hat aber seine Berechtigung und jeden Wechsel zu verweigern, würde auch bedeuten, mehr und mehr in einer gewissen Verleugnung zu leben.

Auch an allen Elementen, die rund um die Rasur beteiligt sind, geht der Prozess der Veränderung nicht vorbei. Und klar, den geliebten Rasierpinsel mit Dachshaar auszusortieren, tut auch weh. Das machst du nicht so gerne und das soll auch nicht die Botschaft sein. Wir meinen lediglich: Wenn sich etwas anschickt, das Bisherige gleichwertig zu ersetzen, dann hat es auch einen fairen Vergleich verdient.

Im Grunde sind es nur ein paar ganz simple Einzelheiten, mit denen auch der Rasierpinsel mit der synthetischen Faser dein Herz gewinnen möchte. Ob er die Berechtigung hat und einen gleichbleibenden Nutzen für dich als Endbenutzer aufweist, darauf wollen wir mal kurz ein Auge werfen.


Was ist der beste Rasierpinsel? Braucht es überhaupt noch Dachshaar?

Mitgefühl versus Umweltbelastung bei der Wahl des Rasierpinsels.

Zuallererst stellen wir einen kritischen Gedanken an: Ist synthetisches Pinselhaar in Anbetracht der sehr aktuellen Diskussion über die Umweltbelastung durch künstliche Stoffe aller Art eine gute Alternative? Dazu kann man mehrere Positionen einnehmen, die nebeneinander durchaus eine gleiche Wertigkeit haben können.

Da auch der Rasierpinsel irgendwann ausgedient hat, freuen sich Grundwasser und Weltmeer wahrscheinlich nicht über seine Reste, die in ihnen landen könnten. Andererseits könnte das Recycling, also die Aufbereitung und Wiederverwendung allen, auch synthetischen, Abfalls, schon wegen der Dringlichkeit der Thematik in naher Zukunft eine Revolution erfahren. Und damit die Umweltbelastung verringern.

Aus Sicht der Tiere als Lieferanten von Rasierpinselhaaren wäre es ihnen sicherlich nur recht und billig, wenn sie nicht mehr wegen ihres Körperbewuchses ausgebeutet würden. Ob es Dachs-, Schwein- oder Pferdehaar für den Rasierpinsel ist, Geflügeldaunen für Schlafsack und Jacke oder Merinohaar vom Schaf für Funktionswäsche und so weiter – wer sich näher mit der Gewinnung dieser „Ressourcen“ beschäftigt, sieht schnell die schmerzhaften und blutigen Grausamkeiten, die damit verbunden sind. Synthetisches Haar um Tierleid zu verringern: Eine gute Sache.


Vorteile bei Herstellung und Anwendung.

Wir verlassen den Ökosektor und schauen auf den praktischen Nutzen. Inzwischen können die einzelnen Haare ihren Vorbildern aus dem Tierfell exakt nachgebildet werden. Oder sogar besser. Allein die Färbung sieht nicht nur original aus, sie kann gar nach Belieben gleichmäßig oder, wie im Tierfell, mit Unregelmäßigkeiten quasi identisch nachgestellt werden.

Besonders aber kommt die Gleichmäßigkeit in der Herstellung der Haare in den Punkten Länge und Durchmesser vorteilhaft zum Tragen. Gleiche Dicken, gleiche Schaftlängen, gleiche Spitzen. Dem Rasierpinselmacher kommt das bei der Handarbeit mit der Stoßbüchse entgegen, es erleichtert und verkürzt seine Arbeitsgänge. Zumindest passiv erleichterst du dem Arbeiter im Betrieb durch Benutzen eines synthetischen Pinsels sein Werk.

Und die Neuerungen der Moderne lassen dich als Anwender bei deiner Rasur ebenfalls keinen haptischen Unterschied mehr spüren, wenn du deine Stoppeln mit einem Rasierpinsel mit synthetischen Haaren einseifst. Der Schaum wird prima aufgeschlagen und genauso gut von deinen Gesichtshaaren aufgenommen. 


Ein kritischer Punkt: Wasser.

Bisher sehen wir keine nennenswerten Nachteile im Vergleich mit natürlich gewachsenen Haaren. Allein das Verhalten beim unvermeidlichen Kontakt mit dem flüssigen Element erlaubt Kritikern ein winziges berechtigtes Murren. Denn das Synthetikhaar soll das Wasser nicht so gut halten. Als wirklich kritisch oder eventuell nachteilig ist dieser Umstand in der direkten Anwendung aber nicht hervorzuheben.

Denn beim Aufschlagen des Schaums und im Zusammenwirken von Wasser, Haar und Seife können wir nichts Negatives feststellen. Der, sagen wir, ziemlich an der Ursprünglichkeit des Rituals der klassischen Nassrasur an sich haftende Pinselfreund, nennen wir ihn hier ruhig mal Hardliner, mag durchaus Unterschiede feststellen. Er muss mit dem künstlichen Pinselhaar beim Aufschlagen vielleicht einmal häufiger unter das laufende Wasser oder auch einmal mehr mit dem Pinsel in den Schaum, um ihn ins Gesicht zu bringen als mit dem Naturhaarpinsel.

Die große Mehrheit der nass rasierenden Fraktion empfindet diese Unterschiede aber als derart geringfügig, dass sie aus ihrer Sicht getrost vernachlässigt werden können. Im Gegenteil meinen viele sogar, das Verhalten der künstlichen Faser gegenüber Wasser wäre identisch zum Naturhaar. Wer sich trotzdem daran stören will, kann aber den Vorteil bei der Trocknung nicht leugnen. Das synthetische Pinselhaar trocknet schneller an der Luft. Wenn der Pinsel nach der Rasur alleine im Bad steht, kann dir das egal sein. Aber wenn er auf einer Reise diese Zeit vielleicht nicht hat und relativ rasch wieder eingepackt werden muss, freust du dich über den Zeitgewinn.


Olfaktorisch neutral von Beginn an: Der Rasierpinsel mit Kunsthaar.

Ferner werden Rasierpinsel sowieso sehr lange verwendet und verschleißen wirklich kaum. Ein echter Liebhaber von Rasierpinseln wird sich womöglich sein ganzes Leben lang auch nicht von seinen ausgedienten Teilen trennen. Da kommt der Sammler durch und so eine Sammlung, die über die Jahre gewachsen ist, sieht nebeneinander gestellt dann auch tatsächlich nach was aus.

Es ist also als fraglich anzusehen, ob nicht mehr verwendete Rasierpinsel tatsächlich in großer Zahl im Müll landen. Wohl eher die wenigsten. Aber das ist an dieser Stelle reine Spekulation und nur eine Annahme von uns. Die uns aber eben realistisch erscheint. Uns fällt aber noch ein weiterer Punkt ein, mit dem das Synthetikhaar punkten kann.

Der liegt in der Nase. Schon einmal haben wir darauf hingewiesen, wie neue Rasierpinsel aus echtem Tierhaar eine Zeit lang einen eigentümlichen Geruch aufweisen können. Denn so ganz lässt sich dieser spezifische Duft aus dem Fell und somit auch aus seinen einzelnen Bestandteilen nicht eliminieren. Viele stört das nicht, andere nehmen diesen Effekt in Kauf und warten, bis das tägliche Einseifen und Auswaschen den Geruch getilgt hat. Bei Synthetikhaar fällt er erst gar nicht an. Es ist von vorneherein geruchsneutral.


Ein Rasierpinsel mit synthetischem Haar lässt sich leichter reinigen.

Und noch etwas gibt es anzumerken. Und es geht wieder ums Wasser. Wenn du einen Rasierpinsel mit synthetischer Faser benutzt, brauchst du dich nicht mehr so peinlich genau um das Reinigungsritual zu sorgen wie bei deinem Echthaarpinsel. Je besser der Rasierpinsel aus Naturhaar, desto empfindlicher ist er auch.  Da ist bis zum letzten Gang penibles Vorgehen gefragt.

Sind da wirklich keine Schaumreste mehr in den feinen Zwischenräumen und ist alles gut weggespült? Der kleinste Ansatz von Schimmel ist wohl der Albtraum eines jeden Pinselfreundes. Und keine Feuchtigkeit, die die Bindung angreifen könnte? Aus Versehen die Spitzen in einem ungünstigen Winkel in den Wasserstrahl kommen lassen oder mal beim Ausschlagen den Beckenrand getroffen?

Vorbildlich gesäubert will auch jeder Kunsthaarpinsel sein, keine Frage. Aber beim Ausspülen unter laufendem Wasser musst du dir keine so großen Sorgen machen wie bei einem Echthaarpinsel. Eventuelle geringfügige Reste greifen die Synthetikfaser schlicht nicht so schnell an, wie das bei Tierhaaren der Fall ist. Spüle, schlage aus und lasse trocknen wie gewohnt, nur mit weniger Sorgen im Hinterkopf.


Eine synthetische Faser beim Rasierpinsel pinselt so gut wie der Dachs.

Warum wegsehen, wenn führende Rasierpinselmacher sagen: Das geht ohne echte Tierhaare jetzt genauso gut. Oder sogar besser. Wer sich selbst ernst nehmen will, der muss dann auch hinschauen. Und siehe, es geht tatsächlich, das Synthetikhaar ist voll gleichberechtigt beim Rasierpinsel.

Allein auf diese Feststellung ist unser Augenmerk hier gerichtet. Und anstatt Pro und Contra Lager zu errichten, sagen wir lieber: Freue dich, Freund der Nassrasur, du hast jetzt zwei vollwertige Möglichkeiten, deinen Bart zu seifen. Unnötig zu erwähnen, dass wir beide für dich dahaben.

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