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Kamm

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Der Kamm ist das älteste Haarwerkzeug der Zivilisation und eines der wenigen Alltagsgeräte, die seit Jahrtausenden ihre Grundform nicht geändert haben. Ein Stück Material, durch das Zähne geschnitten sind, die durch das Haar gleiten und es in Ordnung bringen. Die Unterschiede zwischen einem guten und einem mittelmäßigen Kamm liegen nicht in der Form, sondern im Material, in der Verarbeitung und in der Schliffqualität der Zähne. In dieser Kategorie findest du Kämme aus Holz, Horn und Acetat, als Barber Comb oder Stielkamm, gefertigt von Manufakturen, die das alte Handwerk in die Gegenwart tragen.

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Kamm

Das älteste Haarwerkzeug in seiner modernen Form.

Unter allen Werkzeugen, die ein Mann im Bad stehen hat, ist der Kamm vielleicht das unscheinbarste und gleichzeitig eines der wichtigsten. Unscheinbar, weil er einfach aussieht, zwei Euro oder zwanzig kostet und nicht viel Platz braucht. Wichtig, weil er jeden Morgen in der Hand liegt und darüber entscheidet, ob die Frisur nach dem Kämmen besser aussieht als davor. Ein guter Kamm tut seine Arbeit, ohne dass man an ihn denkt. Ein schlechter zieht, kratzt, bricht Haare und macht das Styling zur Quälerei. Der Unterschied zwischen beiden liegt nicht im Preis allein, aber der Preis ist ein guter Indikator.

Was einen guten Kamm ausmacht

Die Qualität eines Kamms entscheidet sich an wenigen Kriterien, die bei der Prüfung in der Hand sofort sichtbar werden.

Die Zähne sind glatt poliert, ohne Grate und ohne Prägenähte. Bei industriellen Spritzguss-Kämmen bleibt an den Zahnkanten oft ein feiner Grat, wo die Gussform zusammentraf. Dieser Grat ist mit dem Fingernagel fühlbar und beschädigt beim Kämmen die Schuppenschicht des Haares. Ein guter Kamm wird nach dem Ausschneiden oder Schleifen von Hand poliert, sodass die Zähne seidenweich sind.

Die Zahnspitzen sind abgerundet, damit sie die Kopfhaut nicht reizen. Spitze Zähne stechen bei jedem Kammzug in die Haut und können kleine Irritationen verursachen, die sich über die Zeit zu Juckreiz summieren. Abgerundete Spitzen gleiten sanft über die Kopfhaut.

Das Material ist antistatisch. Holz, Horn und hochwertiges Acetat laden das Haar beim Kämmen deutlich weniger auf als billiger Kunststoff. Gerade im Winter bei trockener Heizungsluft zeigt sich dieser Unterschied am deutlichsten.

Der Kamm liegt ruhig in der Hand. Gewicht, Form und Balance sind so gearbeitet, dass das Werkzeug beim Kämmen nicht rutscht und nicht unangenehm in der Handfläche liegt. Ein guter Kamm hat eine Haptik, die sich beim ersten Griff vom Supermarktprodukt unterscheidet.

Die Verarbeitung ist sauber. Keine ausgefransten Stellen an den Rändern, keine Lufteinschlüsse im Material, keine wackeligen oder schiefen Zähne. Jeder Kamm ist im Idealfall ein kleines, geschlossenes Stück.

Die zwei großen Grundformen

Für die Herrenpflege sind zwei Grundformen besonders wichtig.

Der Barber Comb, auch Herrenkamm oder klassischer Friseurkamm, ist das universelle Werkzeug. Er hat eine längliche Form, etwa fünfzehn bis zwanzig Zentimeter lang, mit zwei verschiedenen Zahnabständen. Eine Hälfte hat grob gesetzte Zähne für das Durchkämmen von feuchtem oder widerspenstigem Haar, die andere Hälfte feiner gesetzte Zähne für Präzisionsarbeiten, etwa für einen sauberen Seitenscheitel. Dieser Kamm ist das traditionelle Werkzeug im Barbershop und für die meisten Männer die sinnvolle Grundausstattung.

Der Stielkamm hat einen dünnen, spitz zulaufenden Stiel an einer Seite des Kammrückens. Der Stiel wird zum Abteilen von Haarpartien verwendet, etwa um beim Haarschnitt oder beim Styling eine klare Linie zu ziehen. Für das tägliche Durchkämmen ist er weniger praktisch, für Präzisions-Stylings wie Pompadour oder akkurate Seitenscheitel ein wertvolles Werkzeug. Wer klassische Herrenfrisuren pflegt, hat oft beide Kammtypen im Bad.

Die Zahnabstände

Der wichtigste technische Parameter eines Kamms ist der Abstand zwischen den Zähnen. Drei Grundvarianten sind verbreitet.

Grobe Zähne mit großen Abständen von etwa drei bis fünf Millimetern eignen sich für das erste Durchkämmen nach der Haarwäsche, für dickes oder lockiges Haar und für Haare, die zu Verfilzung neigen. Die groben Zähne teilen das Haar in Sträl und bringen Ordnung, ohne zu ziehen.

Mittlere Zähne mit Abständen von etwa ein bis zwei Millimetern sind der Alltagsstandard. Für die tägliche Pflege und für das Kämmen nach der Haarwäsche. Die häufigste Zahngröße in Barber Combs.

Feine Zähne mit Abständen unter einem Millimeter eignen sich für Präzisionsarbeiten. Für scharfe Seitenscheitel, für das Glätten vor dem Styling, für fein gearbeitete Herrenfrisuren. Bei dickem oder widerspenstigem Haar kann die feine Seite aber beim Durchkämmen hängen bleiben. Sie wird erst nach dem groben Durchkämmen eingesetzt.

Der typische Barber Comb kombiniert mittlere und feine Zähne auf einem Kamm. Wer dickes oder lockiges Haar hat, ergänzt einen groben Kamm. Wer nur feines Haar zu pflegen hat, kann auf die grobe Seite meist verzichten.

Die Materialien im Detail

Ein Kamm kann aus verschiedenen Materialien gefertigt sein, und jedes hat seinen eigenen Charakter.

Holz ist das älteste und beliebteste Material für handwerkliche Kämme. Buche, Olive, Birne, Nuss, Kirsche oder seltenere Hölzer werden eingesetzt. Jede Holzart hat ihre eigene Maserung, Haptik und Farbe. Holz ist warm in der Hand, natürlich, antistatisch und bei guter Pflege langlebig. Der Nachteil: Holz ist empfindlich gegen Wasser. Wer einen Holzkamm regelmäßig nach der Dusche nutzt, muss das Holz ab und zu pflegen, damit es geschmeidig bleibt.

Horn ist die Königsklasse der Kammmaterialien. Echtes Rinderhorn wird von Hand in Scheiben geschnitten und zu Kämmen verarbeitet. Horn ist leicht, robust, hat eine natürliche Maserung, die jeden Kamm zum Unikat macht, und es gleitet besonders sanft durchs Haar. Der Preis ist hoch, aber ein Hornkamm ist ein Werkzeug für ein Leben. Deutsche Manufakturen wie die der Familien in Erbach im Odenwald fertigen Hornkämme in einer Tradition, die bis ins neunzehnte Jahrhundert zurückreicht.

Acetat ist der hochwertige Kunststoff, der auch bei klassischen Brillengestellen und Zahnbürsten verwendet wird. Acetat ist formstabil, kratzfest, lässt sich in allen Farben einfärben und bietet eine gute Haptik. Acetat-Kämme gibt es in eleganten Schwarz, klassischem Braun oder in Schildpatt-Optik. Eine gute Alternative zwischen Holz und Horn, sowohl im Preis als auch in der Wirkung.

Metall ist selten. Kämme aus Aluminium oder Edelstahl sind extrem langlebig und präzise, aber kühl an der Kopfhaut und härter im Griff. Für bestimmte Barber-Anwendungen gebräuchlich, im Herrenalltag eher ungewöhnlich.

Standard-Kunststoff aus Polypropylen oder ABS ist das Material der Drogerie-Kämme. Günstig, kurz haltbar, oft mit den oben beschriebenen Problemen (Grate, Elektrostatik, harte Zähne). Für den Haushalts-Notfall akzeptabel, für die tägliche Pflege eine suboptimale Wahl.

Die Hornkamm-Tradition aus Erbach

Ein eigener Abschnitt zu einem besonderen Ort. Erbach im Odenwald ist seit dem frühen neunzehnten Jahrhundert das Zentrum der deutschen Elfenbein- und Hornverarbeitung. Was als Elfenbeinschnitzerei begann, wandelte sich im zwanzigsten Jahrhundert nach dem Elfenbeinverbot zur Hornverarbeitung.

Heute fertigen einige wenige Manufakturen in Erbach noch Kämme aus echtem Rinderhorn, in einer Tradition, die seit Generationen weitergegeben wird. Die Herstellung ist aufwendig. Das Horn wird in dünne Scheiben geschnitten, unter Wärme gerichtet, die Kammform ausgesägt, die Zähne ausgeschnitten und jeder einzeln von Hand beschliffen und poliert.

Ein Hornkamm aus Erbach ist kein beliebiger Gegenstand. Er ist ein Stück Handwerk, das über Generationen gewachsen ist, und ein Werkzeug, das bei guter Pflege mehrere Jahrzehnte hält. Der Preis spiegelt den Aufwand wider, und die Wirkung rechtfertigt ihn.

Nicht nur in Erbach gibt es hochwertige Hornkämme. Andere europäische Manufakturen pflegen ähnliche Traditionen, und wer sich für einen Hornkamm entscheidet, findet ein breites Angebot über verschiedene Hersteller.

Kammpflege

Ein guter Kamm hält bei richtiger Pflege Jahrzehnte, und die Pflege ist einfach.

Regelmäßige Reinigung ist der wichtigste Schritt. Mit der Zeit sammeln sich in den Zahnzwischenräumen Hautschuppen, Haarfette und manchmal Styling-Produkte. Einmal im Monat den Kamm unter warmem Wasser mit einem Tropfen mildem Shampoo abbürsten. Eine alte Zahnbürste ist das ideale Werkzeug dafür. Bei Holzkämmen: nicht komplett ins Wasser tauchen, nur kurz abspülen, dann sofort abtrocknen.

Holzkämme pflegen: einmal oder zweimal im Jahr einen Tropfen Pflegeöl auf den Kamm geben und mit einem weichen Tuch einreiben. Jojobaöl, Mandelöl oder spezielle Holzpflegeöle sind geeignet. Das Öl nährt das Holz, bewahrt die Geschmeidigkeit und hält die Oberfläche glatt.

Hornkämme pflegen: ähnlich wie Holzkämme. Hornoberflächen können mit etwas Pflegeöl ebenfalls in gutem Zustand gehalten werden. Bei sehr trockener Umgebung kann die Oberfläche mit der Zeit an Glanz verlieren, was mit etwas Öl behoben wird.

Acetat-Kämme sind pflegeleicht. Regelmäßige Reinigung reicht aus, eine zusätzliche Pflege ist nicht nötig.

Aufbewahrung: an einem trockenen Ort, nicht im feuchten Duschbereich. Holz und Horn reagieren langfristig auf stehende Feuchtigkeit, auch wenn sie einzelnen Kontakt mit Wasser problemlos verkraften.

Der richtige Einsatz

Ein paar Regeln für die tägliche Anwendung, die den Kamm und die Haare schonen.

Nie durch klitschnasse Haare ziehen. Feuchtes Haar ist besonders empfindlich, die Schuppenschicht ist aufgestellt, und Kämmen in diesem Zustand reißt Haare ab. Nach der Dusche mit dem Handtuch die Haare handtuchtrocken drücken, dann mit den Fingern vorsortieren, erst danach den Kamm einsetzen.

Bei Verfilzungen von unten beginnen. Ein Knoten weit oben am Kopf reißt sich nicht oben heraus, sondern wird von unten Strähne für Strähne gelöst. Ein grober Kamm oder die Finger sind dafür besser geeignet als feine Zähne.

Für Präzisionsarbeiten erst die grobe Ordnung herstellen. Vor einem scharfen Seitenscheitel werden die Haare erst mit der groben Seite durchgekämmt, damit keine Knoten mehr im Haar sitzen. Dann mit der feinen Seite oder einem Stielkamm die Präzision.

Einen guten Kamm nicht in die Hosentasche. Auch ein robuster Hornkamm kann in engen Hosentaschen verbiegen oder brechen. Für unterwegs gibt es spezielle Kammschützer oder flache Täschchen, die das Werkzeug schützen.

Bei Unsicherheit, welcher Kamm zur eigenen Haarstruktur und zum Einsatzbereich passt, oder bei Fragen zum Unterschied zwischen Holz, Horn und Acetat, schreib Finn oder Mike. Zwei Sätze zu Haar und Vorliebe reichen für einen passenden Vorschlag.

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