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Rasurvorbereitung

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Eine gute Rasur beginnt Minuten vor der Klinge. Warmes Wasser, das den Bart weich macht. Ein Preshave, das die Haut vorbereitet. Ein Schaum, der sitzt. Die Rasurvorbereitung ist der Schritt, der über Rasurbrand oder Wohlgefühl entscheidet, und sie kostet keine drei Minuten. Dein Gesicht zahlt sie dir jeden Tag zurück.

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Rasurvorbereitung

Köche nennen es Mise en Place

In jeder guten Küche gilt ein eisernes Gesetz: Bevor die erste Pfanne heiß wird, liegt alles bereit, geschnitten, abgewogen, sortiert. Mise en Place nennen Köche das, und sie schwören, dass ein Gericht dort gewonnen oder verloren wird, lange bevor es brutzelt. Die klassische Nassrasur funktioniert exakt genauso: Ob deine Haut nach der Rasur dankbar glatt oder beleidigt rot ist, entscheidet sich zum größten Teil, bevor die Rasierklinge sie überhaupt berührt hat.

Die Zutaten der Rasur-Vorbereitung sind dabei verblüffend schlicht. Wärme, damit das Barthaar aufquillt und weich wird, ein trockenes Barthaar ist ungefähr so schneidfreundlich wie Kupferdraht. Wasser, das im Schaum gebunden die Klinge gleiten lässt, statt sie hoppeln zu lassen. Und ein paar ruhige Minuten, in denen aus dem Pflichttermin ein Ritual wird. Wer direkt nach der Dusche rasiert, hat die halbe Vorbereitung geschenkt bekommen; wer nicht, holt sie mit einem heißen Tuch nach, so wie es der Barbier seit hundert Jahren zelebriert, und zwar nicht, weil es gut aussieht. Obwohl es gut aussieht.

Die Abteilung der guten Vorsätze

Zwei Warengruppen wohnen in dieser Kategorie. Die Preshaves und Rasieröle sind die Spezialisten für schwere Fälle: Sie legen sich vor dem Einschäumen als hauchdünne Gleitschicht auf die Haut und machen bei hartem Bartwuchs oder empfindlicher Haut oft genau den Unterschied, den man der Klinge zugeschrieben hätte. Und die Rasierseifen und Rasiercremes sind das Herz der Vorbereitung, der Stoff, aus dem mit Rasierpinsel und etwas Übung dieser dichte, warme Schaum entsteht, der Barthaar aufrichtet, Haut polstert und die Rasur vom Kratzen zum Gleiten befördert. Was davon dein Ritual braucht, hängt von Bart und Haut ab. Frag uns, wir haben für beide ein Ohr.

Gut zu wissen..

Ich habe morgens schlicht keine zehn Minuten für ein Rasur-Ritual. Bin ich bei der klassischen Rasur falsch?

Kein bisschen, du brauchst nur die Sparversion, und die ist besser als ihr Ruf: direkt nach der Dusche rasieren, damit ist die Wärme-Arbeit erledigt, dann zügig mit dem Rasierpinsel einschäumen, das dauert mit etwas Übung keine Minute, und in zwei Durchgängen rasieren. Macht insgesamt fünf Minuten, die Zeit hat auch ein voller Terminkalender. Das zelebrierte Ritual mit heißem Tuch und drei Schaumrunden ist die Sonntagsausgabe, nicht die Pflicht. Viele von uns fahren unter der Woche genau diese Schnellversion und heben sich die Oper fürs Wochenende auf.

Preshave-Öl klingt nach einer Schicht zu viel. Wann lohnt sich das wirklich?

Für viele Rasuren ist es tatsächlich verzichtbar, und das sagen wir, obwohl wir es verkaufen. Interessant wird das Preshave in drei Situationen: bei hartem, drahtigem Bartwuchs, dem die zusätzliche Gleitschicht spürbar den Widerstand nimmt, bei empfindlicher Haut, die nach jeder Rasur zickt, und bei den kniffligen Zonen wie dem Hals, wo die Klinge gern stolpert. Ein paar Tropfen vor dem Einschäumen, dünn einmassiert, mehr braucht es nicht. Probier es zwei Wochen an deiner Problemzone, dann weißt du, ob es zu deinem Ritual gehört oder nicht. Beides ist ein gültiges Ergebnis.

Rasierseife oder Rasiercreme: Womit tue ich mir als Einsteiger leichter?

Mit der Rasiercreme, und das ist keine Wertung, sondern Physik: Sie ist weicher, gibt ihre Seife schneller an den Rasierpinsel ab und verzeiht Fehler beim Wasserverhältnis, der Schaum gelingt praktisch ab dem ersten Versuch. Die Rasierseife will dagegen ein wenig Technik, das richtige Maß an Wasser, etwas mehr Zeit auf dem Puck, und belohnt das mit Ergiebigkeit, die Monate bis Jahre hält, und einem Ritual-Gefühl, das viele nicht mehr hergeben. Der klassische Weg: mit der Creme die Technik lernen, mit der Seife das Handwerk vertiefen. Oder einfach bei der Creme bleiben, auch das ist erlaubt.

Ein Kumpel schwört auf die eiskalte Rasur. Ist das Härte oder Weisheit?

Ein bisschen von beidem. Die Kaltrasur hat echte Argumente: Kaltes Wasser strafft Haut und Haarbälge, manche empfinden die Rasur dadurch als präziser und die Haut danach als ruhiger, und im Hochsommer ist sie schlicht eine Wohltat. Der Preis: Das Barthaar bleibt härter, die Klinge muss mehr arbeiten, weshalb Kaltrasierer meist zu besonders scharfen Rasierklingen und sehr gutem Schaum greifen. Für Einsteiger bleibt warm der freundlichere Weg, aber wenn dein Kumpel glücklich ist und seine Haut es auch, macht er nichts falsch. Es gibt in der Nassrasur mehr als eine Wahrheit, das ist ja das Schöne.

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