Die tägliche Versorgung, die alles zusammenhält.
Von allen Pflegeschritten, die ein Mann für sein Gesicht und seine Kopfhaut tun kann, ist die tägliche Creme der mit der konstantesten Wirkung. Nicht der spektakulärste Schritt, nicht der, der im Spiegel gleich nach dem Auftragen etwas verändert. Sondern der, der nach zwei, drei, vier Wochen einen Unterschied zeigt, den andere bemerken, bevor man ihn selbst sieht. Eine gleichmäßigere Haut, weniger fahle Stellen, weniger Trockenheit im Winter, weniger Glanz im Sommer. Das alles sind Wirkungen, die von einer täglich aufgetragenen Creme kommen und die sich erst dann nicht mehr wegdenken lassen, wenn man sie einmal erlebt hat.
Was eine gute Gesichtscreme leistet
Die Aufgaben einer guten Gesichtscreme sind in drei Punkten beschreibbar. Feuchtigkeit binden, die der Haut über den Tag verloren geht. Einen leichten Schutzfilm legen, der gegen Wind, Kälte und Umwelteinflüsse abpuffert. Pflegewirkstoffe liefern, die die Haut bei ihrer eigenen Arbeit unterstützen.
Die drei Aufgaben sind eng miteinander verbunden. Feuchtigkeit ohne Schutzfilm verdunstet schnell, ein Schutzfilm ohne Feuchtigkeit hält die Haut trocken, und Pflegewirkstoffe ohne Feuchtigkeit und Schutzfilm können ihre Wirkung nicht entfalten. Eine gute Creme bringt alle drei Ebenen zusammen in einer Textur, die sich angenehm auftragen und über den Tag tragen lässt.
Die richtige Textur für Männerhaut
Die Textur einer Gesichtscreme entscheidet darüber, ob sie zum Alltag passt. Männerhaut produziert mehr Hauttalg als Frauenhaut und reagiert auf zu schwere Cremes oft mit einem glänzenden, unangenehmen Gefühl. Gleichzeitig braucht sie Pflege, und besonders nach der täglichen Rasur ist eine gewisse Reichhaltigkeit willkommen. Die richtige Mitte zu finden, ist die Aufgabe guter Männerpflege.
Leichte Gele oder Fluids ziehen schnell ein, hinterlassen kaum ein Gefühl auf der Haut und eignen sich für die warme Jahreszeit und für ölige bis normale Haut. Klassische Cremes mit Creme-Konsistenz sind der Alltagsstandard für normale Haut und die wärmere Übergangszeit. Reichhaltige Cremes mit Buttern und Pflegeölen sind für trockene Haut, die kalte Jahreszeit und Männer ab fünfzig, bei denen die Talgproduktion nachlässt.
Ein Zeichen für eine gut abgestimmte Creme ist der schnelle Einzug ohne Rückstand. Nach zwei, drei Minuten sollte die Haut sich wieder natürlich anfühlen, nicht klebrig, nicht fettig, nicht matt beschichtet. Wer nach dem Auftragen das Gefühl hat, die Haut brauche einen Hauch Puder, um nicht zu glänzen, hat die falsche Textur gewählt.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe
Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt, worin sich gute Cremes von mittelmäßigen unterscheiden. Hyaluronsäure ist der Feuchtigkeitsspender der Wahl, bindet ein Vielfaches ihres Gewichts an Wasser und polstert die Haut sanft auf. Glycerin ist der bewährte Feuchtigkeitsspender, unscheinbar, aber zuverlässig.
Pflanzliche Öle wie Jojoba, Squalan oder Arganöl geben der Creme Pflege und legen einen leichten Schutzfilm. Antioxidantien wie Vitamin E oder Vitamin C schützen die Haut vor den Schäden, die UV-Licht und Umweltstress hinterlassen. Panthenol unterstützt die Regeneration nach der Rasur und bei gereizter Haut.
Was in einer guten Creme nichts zu suchen hat, sind Mineralöle, die die Haut über Wochen ersticken, statt sie zu pflegen, schwere Silikone, die einen glatten Ersteffekt liefern, aber langfristig die Haut belasten, und aggressive Parfümmischungen, die bei empfindlicher Haut Irritationen auslösen können.
Die Doppelrolle für die Glatze
Männer, die sich bewusst für die Glatze entscheiden, haben eine Hautpartie zusätzlich, die Pflege braucht. Die Kopfhaut, die vorher unter Haaren lag, ist plötzlich den gleichen Umwelteinflüssen ausgesetzt wie das Gesicht. Und sie reagiert oft intensiver darauf, weil sie nicht daran gewöhnt ist.
Die Haut auf dem Kopf ist im Kern ähnlich strukturiert wie die Gesichtshaut. Sie hat Talgdrüsen, reagiert auf Feuchtigkeit und Pflege, braucht Schutz vor Sonne und Wetter. Aus diesem Grund funktionieren viele gute Gesichtscremes auch auf der Kopfhaut. Wer sein Gesicht pflegt, kann mit wenig zusätzlichem Aufwand die Glatze mitpflegen und umgekehrt.
Wichtig ist nur, dass die Creme nicht zu schwer ist. Eine zu reichhaltige Textur kann auf der Kopfhaut zu stark glänzen und ein unangenehmes Gefühl hinterlassen. Leichte Gele und mittelschwere Cremes sind hier die bessere Wahl. Wer die Creme morgens aufträgt und dann zur Arbeit geht, sollte ein Produkt wählen, das schnell einzieht und keinen sichtbaren Film hinterlässt.
Lichtschutz: besonders bei Glatze ein Pflichtthema
Ein Punkt, der bei Gesicht und Glatze gleich wichtig ist, mit unterschiedlicher Intensität. Die Haut am Gesicht und auf der Glatze ist der UV-Strahlung ohne natürlichen Schutz ausgesetzt. Beim Gesicht kommen schützende Haare allenfalls beim Bart dazu. Bei der Glatze fehlt dieser Schutz komplett.
Für das Gesicht ist eine Creme mit Lichtschutzfaktor im Sommer sinnvoll, in den Übergangsmonaten hilfreich, im Winter bei direkter Sonneneinstrahlung in den Bergen oder am Wasser zwingend. Der Lichtschutzfaktor sollte bei 15 bis 30 liegen, höhere Werte sind für normale Alltagssituationen oft übertrieben.
Für die Glatze ist der Lichtschutz ein Pflichtthema, wenn die Sonne auf den Kopf scheint. Das gilt zwischen April und September, an jedem Tag, an dem man mehr als zehn Minuten draußen ist. Ein Sonnenbrand auf der Glatze ist nicht nur unangenehm, er hinterlässt auch langfristig Spuren auf der Haut. Hautärzte sehen bei Glatzenträgern überdurchschnittlich häufig Hautveränderungen, die durch UV-Strahlung entstehen und vermeidbar wären.
Eine Creme mit Lichtschutzfaktor ersetzt nicht die Sonnencreme für den Strand oder den langen Aufenthalt im Freien. Sie ist der Alltagsschutz für den Weg zur Arbeit, die Mittagspause draußen, den Spaziergang am Nachmittag. Für intensivere Sonneneinstrahlung bleibt die klassische Sonnencreme das richtige Werkzeug.
Morgens und abends: zwei Rollen, eine Creme
Viele Männer fragen sich, ob sie zwei verschiedene Cremes brauchen, eine für den Morgen und eine für den Abend. Die ehrliche Antwort: für die meisten reicht eine einzige gute Creme aus, die am Morgen und am Abend aufgetragen wird.
Nur wer spezifische Themen angehen will, profitiert von einer Unterscheidung. Eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor am Morgen, eine reichhaltigere Nachtcreme ohne Lichtschutz am Abend. Oder eine leichte Morgencreme, die schnell einzieht, und eine reichhaltige Abendcreme mit Pflegewirkstoffen wie Retinol oder Vitamin C, die die Haut in der Nacht regeneriert.
Für den Einstieg reicht eine Creme, die morgens und abends funktioniert. Wer nach ein paar Monaten merkt, dass er mehr Differenzierung will, kann die Pflege ausbauen.
Auswahl nach Hauttyp und Jahreszeit
Ein paar Hinweise für die Orientierung.
Für normale Haut im Alltag ist eine klassische mittelleichte Creme die richtige Wahl. Ausgewogen in der Feuchtigkeit, schnell einziehend, mit einem dezenten Duft oder ganz ohne. Ganzjährig einsetzbar.
Für trockene Haut, besonders im Winter, darf die Creme reichhaltiger sein. Höherer Anteil an pflegenden Ölen und Buttern, eventuell mit Hyaluronsäure für die Feuchtigkeitsbindung. Im Sommer dann zu einer leichteren Variante wechseln.
Für ölige oder zu Unreinheiten neigende Haut sind leichte Gele oder Fluids die bessere Wahl. Feuchtigkeit ist auch hier wichtig, aber die Textur darf nicht schwer sein. Produkte mit leicht mattierender Wirkung können helfen, den Glanz über den Tag in Schach zu halten.
Für empfindliche Haut sind duftneutrale Cremes mit beruhigenden Wirkstoffen die beste Wahl. Aloe Vera, Bisabolol, Panthenol sind typische Komponenten in solchen Produkten.
Für die Glatze im Sommer eine Creme mit Lichtschutzfaktor, leicht in der Textur, schnell einziehend. Im Winter kann die gleiche Creme ohne Lichtschutz genutzt werden oder eine reichhaltigere Variante für trockene Kopfhaut.
Bei Unsicherheit, welche Creme zum eigenen Hauttyp und zur eigenen Situation passt, oder bei Fragen zur Wahl zwischen Tages- und Nachtpflege, schreib Finn oder Mike. Zwei Sätze zur Haut, zur Jahreszeit und zu den bisherigen Produkten reichen für einen passenden Vorschlag.