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Bartöl

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Stolzer Bartträger, schenk' uns deine Aufmerksamkeit. Die Vorzüge von Bartöl liegen auf der Hand: Es pflegt deinen Bart, macht ihn geschmeidig und weicher, verleiht ihm einen betörenden Duft und lässt ihn, wenn er von einem Sonnenstrahl geküsst wird, schimmern als wäre er von tausend Diamanten besetzt.

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Bartöl

Über Bartöl im Allgemeinen. Und deine Pflegeroutine im Speziellen.

Sprechen wir über Hingabe. Es ist schon so viele Lenze her, dass wir uns kaum mehr entsinnen können, wie es war, kein Bartöl zu haben. Sich nicht nach der täglichen Wäsche ein bisschen was von dem flüssigen Gold in Gesicht und Barthaar einzumassieren, den Bart zu striegeln und mit einem erhabenen Gefühl in den Tag zu starten – so nachhaltig hat es dieses kleine Ritual geschafft, das Leben des ein oder anderen Bartträgers zu bereichern. Für die anderen ist es immer noch ein Schmarrn, den es nicht braucht.

Und das allmorgendliche Pflegeritual im Speziellen. Aber für eben diese einen endet die Hingabe nicht bei der Bartpflege. Sie zieht sich durch das gesamte Pflegeprogramm: Wenn ich mich rasieren will – und sei es nur, um die Konturen sauber zu ziehen –, dann mit einer gescheiten Rasierseife. Wenn ich mir die Haarpracht zurechtkämme, dann mit einer guten Haarpomade. Wenn ich mir den Staubn den Schweiß und die Tränen des Büroalltags vom Körper wasche, dann mit einer handfesten Seife. Es geht bei all dem nicht um Eitelkeit. Es geht darum, keine Kompromisse mehr einzugehen und sich diese paar Minuten am Tag zurückzuerobern, die nur einem selbst gehören.

Die Anwendung von Bartöl ist denkbar einfach. Auch wenn wir Ratgeber darüber verfasst haben, deren Umfang mit Leichtigkeit die Seiten eines Romanes füllen könnten und Videos mit Bartträgern gedreht haben, deren Anmut Blockbustern mit Bud Spencer und Chuck Norris in nichts nachsteht, lässt sich die Wahrheit in einem für uns üblichen Schachtelsatz sagen: Je nachdem, wie imposant du deinen Bart gezüchtet hast, fällt die benötigte Menge aus – wichtig ist, dass jedes Haar und auch die Haut darunter nur leicht benetzt ist. Das erreichst du bei einem Drei-Tage-Bart schon mit zwei, drei Tropfen, bei kurzen bis mittellangen Vollbärten mit vier, fünf Tropfen. Verreibe es in deinen Händen und massiere es dann mit gebotener Sorgfalt in Barthaar und Gesichtshaut. Wenn du dir danach die Hände waschen musst, war es wahrscheinlich zu viel. Le fin.

Gut zu wissen..

Nach dem Bartöl glänzt mein Bart, als hätte ich ihn lackiert. Mache ich etwas falsch?

Nur eine Kleinigkeit, und die heißt fast immer Menge. Ein gut dosiertes Bartöl zieht in Haar und Haut ein und hinterlässt einen gesunden Schimmer, keinen Glanzfilm, wenn es spiegelt, war schlicht mehr Öl im Spiel, als der Bart aufnehmen kann, und der Überschuss liegt obenauf. Geh eine Stufe runter, beim Dreitagebart auf zwei Tropfen, beim Vollbart auf vier, verreibe gründlich in den Handflächen und arbeite von den Spitzen Richtung Ansatz, nicht umgekehrt, so verteilt sich das Öl, statt sich am Ansatz zu stapeln. Auf handtuchfeuchtem Bart verteilt sich dieselbe Menge übrigens deutlich weiter als auf trockenem. Der alte Praxistest gilt in beide Richtungen: Hände waschen müssen heißt zu viel.

Wann ist eigentlich der richtige Moment für das Bartöl: morgens, abends oder nach der Wäsche?

Der beste Moment ist der nach der Bartwäsche, auf dem handtuchfeuchten Bart: Die Restfeuchte hilft beim Verteilen, die noch entspannten Poren nehmen die Pflege gut auf, und das Öl versiegelt die Feuchtigkeit gleich mit im Haar. An Nicht-Waschtagen ist der Morgen der Klassiker, ein, zwei Tropfen nach dem Bürsten, dann trägt der Duft durch den Tag. Und wer seinem Bart etwas Gutes tun will, entdeckt die Abenddosis: Über Nacht kann das Öl ungestört einziehen, ohne dass Wind, Kragen oder Mütze mitverdienen, gerade im Winter ein spürbarer Unterschied. Nötig ist nur einer dieser Momente, ideal ist der nach der Wäsche, alles Weitere ist Kür nach Tagesform.

Mein Bartöl ist trüb geworden und flockt in der Flasche. Ist es kaputt?

Sehr wahrscheinlich ist es nur kalt, und das ist ein gutes Zeichen. Natürliche Basisöle wie Jojoba, Kokos- oder Arganöl haben unterschiedliche Stockpunkte, bei winterlichen Temperaturen im Bad oder nach dem Versand im kalten Paketwagen beginnen einzelne Bestandteile zu flocken oder die Mischung wird trüb, genau wie gutes Olivenöl im Kühlschrank. Die Rettung ist unspektakulär: die Flasche eine Weile bei Zimmertemperatur stehen lassen oder in der Hand anwärmen, kurz schwenken, und alles ist wieder klar, die Wirkung leidet darunter nicht im Geringsten. Nur direkte Heizung und pralle Sonne mag das Öl dauerhaft nicht. Ranzig gewordenes Öl erkennst du dagegen an der Nase, nicht an der Optik.

Ganz ehrlich: Hilft Bartöl dabei, dass mein Bart schneller und dichter wächst?

Ganz ehrlich zurück: nein, und wer dir das verspricht, verkauft dir ein Märchen. Wie schnell und dicht dein Bart wächst, entscheiden Genetik und Hormone, da redet kein Öl der Welt mit. Was Bartöl tatsächlich kann, ist trotzdem eine Menge, und es führt zum ähnlichen Ziel auf ehrlichem Weg: Gepflegtes Haar bricht nicht ab und splisst nicht, es erreicht also die Länge, die dein Wuchs hergibt, statt unterwegs zu scheitern, geschmeidiges Haar liegt voller und wirkt dichter, und eine versorgte Haut darunter juckt nicht, womit die kritische Anfangsphase überhaupt erst durchgehalten wird. Kurz: Das Öl macht nicht mehr Bart, es macht mehr aus deinem Bart. Der Unterschied ist sichtbar, nur das Wunder ist keins.

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