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Acampora Profumi

(11 produkte)

Am Strand von Saint Tropez, irgendwann in den frühen Siebzigern, trifft ein junger Neapolitaner auf einen etablierten Parfumeur – und das Gespräch verändert sein Leben. Bruno Acampora, Erbe einer neapolitanischen Handschuhmacher-Familie, befreundet mit Gianni Versace und Andy Warhol, beginnt nach dieser Begegnung eigene Düfte zu mischen. Erst für sich, dann für Freunde, dann in seinen Boutiquen. Daraus wurde eine der eigenwilligsten Nischenparfumerien Italiens, bis heute von Hand gemacht und jede Charge nummeriert.

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Acampora Profumi

... 1974 ist das erste italienische Nischen-Parfumhaus offiziell gegründet. Musc erscheint 1975, das Debut-Parfum, und wird zum Kultklassiker. Bis heute arbeitet Acampora mit der Pure-Essence-Form – konzentriertes Duftöl in kleinen, nummerierten Chargen, verschlossen mit Kork, damit Sauerstoff eindringen und der Duft nachreifen kann. Idealtemperatur für die Reifung: etwa fünfzehn Grad, wie ein guter Wein.

Bruno selbst ist inzwischen verstorben. Sein Sohn Brunello und dessen Frau Sonia führen das Haus weiter, im gleichen Geist und mit derselben Olfactory Lounge in Neapel. Musc, Blu, Iranzol, Azzurro di Capri, Sandan – die Düfte sind so hochkonzentriert, dass ein einzelner Tropfen auf das Handgelenk einen halben Tag trägt. Italienische Nischenparfumerie, wie sie an ihrem Ursprungspunkt immer noch entsteht.

Parfum kann vieles sein. Ein Konsumgut, das im Warenkorb landet. Ein Marketing-Objekt, das um Aufmerksamkeit konkurriert. Ein austauschbarer Duftstoff, hinter dem eine Marketingabteilung sitzt. Oder eine Art Kunstwerk – in kleinen Chargen von Hand gefertigt, in nummerierten Flakons abgefüllt, mit Kork verschlossen, damit der Inhalt atmet. Bruno Acampora Profumi ist von der letzten Sorte. Das war so, als Bruno in den Siebzigern begann. Das ist bis heute so geblieben.

Saint Tropez, ein Strand, eine Begegnung

Die Geschichte fängt an einem Strand an. Saint Tropez, in den frühen Siebzigern. Ein junger Mann aus Neapel sitzt im Sand, erbe einer alten Handschuhmacher-Familie, Teil der italienischen High-Fashion-Szene, eng mit Gianni Versace befreundet, später von Andy Warhol portraitiert. Er heißt Bruno Acampora, und obwohl er von Düften wenig versteht, liebt er sie. An diesem Tag begegnet er Giovanni Varon, einem etablierten Parfumeur. Aus dem Gespräch am Strand wird eine Freundschaft. Aus der Freundschaft wird eine Lehre. Und aus der Lehre wird ein Haus, das heute als erstes italienisches Nischen-Parfumhaus der Geschichte gilt.

Bruno beginnt, Essenzen für sich selbst zu mischen. Dann für Freunde. Dann für die Kundschaft seiner Boutique Sagan auf Capri, die in den siebziger Jahren zu den gefeiertsten Adressen des italienischen Lifestyles gehörte. 1974 wird aus den Essenzen eine Marke. Ein Jahr später erscheint Musc — ein Duft, den Bruno seiner ersten Partnerin Valeria widmet und der heute als Gründungsstück der italienischen Nischenparfumerie gilt.

Die Boutique Sagan und der Kreis der Siebziger

Wer verstehen will, aus welcher Welt diese Parfums kommen, muss sich die Boutique Sagan vorstellen. Capri, Mitte der Siebziger. Versace kommt vorbei, probiert einen neuen Stoff aus und bleibt zum Espresso. Warhol setzt sich mit einer Polaroid-Kamera in die Ecke und fotografiert, was ihn interessiert. Das Portrait, das Warhol von Bruno machte, hängt bis heute in der Olfactory Lounge des Hauses in Neapel. Der Kreis war klein, der Austausch war dicht, und die Parfums, die Bruno damals komponierte, trugen die Handschrift dieser Jahre – sinnlich, ohne zu schreien, eigenwillig, ohne kompliziert zu sein.

Die Pure Essence und der Korkverschluss

Was Acampora von anderen Parfumhäusern unterscheidet, ist schon die Form. Die Pure Essence – konzentriertes Duftöl, nicht zum Sprühen gedacht, sondern zum Auftupfen mit dem Fingernagel oder einem Glasstab – war ursprünglich die einzige Darreichungsform. Ein einziger Tropfen auf das Handgelenk trägt einen halben Tag.

Auch der Verschluss ist eine Entscheidung. Die Flakons sind nicht mit einer luftdichten Schraubkappe versiegelt, sondern mit einem Korken abgedichtet. Das ist ungewöhnlich in einer Branche, in der Parfum als geschützt gilt, wenn es vor Sauerstoff abgeriegelt wird. Bei Acampora ist es umgekehrt: Der Kork lässt minimalen Sauerstoff durch, und der Duft reift nach. Idealerweise bei etwa fünfzehn Grad, wie ein guter Wein im Keller. Parfum, das atmet – so beschreibt es das Haus selbst.

Seit 2012 gibt es die wichtigsten Düfte auch als sprayable Eau de Parfum in einer neu berechneten Konzentration. Wer jedoch den ursprünglichen Charakter der Marke erleben will, greift zur Essence. Die Essence bleibt das Original. Das Eau de Parfum ist die Übersetzung für den modernen Alltag.

Wir haben uns entschieden ausschließlich die goldene Mitte anzubieten: Das Extrait de Parfum. Etwas intensiver als das Eau de Parfum jedoch handlicher und alltagstauglicher als die reine Essence.

Musc, Azzurro di Capri und die Klassiker

Musc aus dem Jahr 1975 ist das Gründungsstück. Ein Floral-Woody-Musk mit Moschus an der Oberfläche, Gewürznelke, Amber, Rose, Veilchen und Jasmin im Herzen und Patchouli mit Sandelholz am Grund. Ein Duft, der die italienische Nischenparfumerie begründet hat und an dem sich seither jedes Haus messen lässt. 2016 hat Brunello eine floral-zeitgemäße Neufassung unter dem Namen Musc Gold komponiert – mit italienischem Neroli und einem klarer definierten Patchouli.

Im selben Jahr erschien Azzurro di Capri – eine Hommage an die blaue Insel, auf der die Boutique Sagan einst stand. Jasmin, Bergamotte und Mandarine im Kopf, Orangenblüte, Maiglöckchen und Patchouli im Herzen, Moschus, Zeder und Amber am Fundament. Der Duft eines italienischen Nachmittags auf einer Terrasse am Meer, eingefangen im Flakon.

Daneben die weiteren Klassiker. Iranzol, Brunos eigener Lieblingsduft. Bruno, nach ihm benannt. Sandan mit orientalischem Sandelholz. Vanyl mit Myrrhe, Moschus und Vanillebeere. Où, patchouli-basiert und nach einer baskischen Südwindgottheit benannt. Courser, eine Leder-Komposition im Geist des neapolitanischen Courser-Pferdes. Vert, grün-aromatisch. Pompeii Red von 2021, komponiert vom Gastparfumeur Miguel Matos, mit Safran und rauchiger Rose.

Im Sortiment bei uns

Bei uns findest du die Düfte als Extrait de Parfum und Home Fragrances aus der gleichen Handschrift.

Wer zum ersten Mal in die Welt von Acampora einsteigen will, dem empfehlen Finn und Mike zwei Wege. Bruno, wenn du verstehen willst, wie italienische Nischenparfumerie überhaupt begonnen hat. Oder Azzurro di Capri, wenn du einen Acampora tragen willst, der sich leicht in den Alltag eines europäischen Sommers fügt. Beide zeigen, was das Haus kann, und lassen dir danach die Wahl, in welche Richtung du weitergehst.

Wenn du unsicher bist, schreib Finn oder Mike. Roger hat die Familie Acampora seit vielen Jahren persönlich getroffen und kann dir zu jedem Flakon die passende Geschichte mitgeben – oder dich einfach warnen, bevor du dich auf einen Duft festlegst, der nicht der richtige für dich ist.

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