Bartöl mit warmem Amber-Duft – Harz, Vanille und Tonka aus eigenen Auszügen.
Amber ist nichts, was man einkaufen kann. Es ist ein Zusammenklang, und wer ihn haben will, muss ihn bauen. Wir bauen ihn aus drei Auszügen, die bei uns in der Werkstatt entstehen, und aus drei Ölen, die wir einzeln dazukaufen. Was am Ende in der Flasche steht, riecht warm, harzig und süß, mit etwas Dunklem ganz unten.
Der Duft: Harz, Vanille und Tonkabohne.
Kennst du Lilablassblau? Genau dort stehen wir, wenn wir dir einen Duft beschreiben sollen: Wir haben nur Wörter, und Wörter riechen nach nichts. Wir versuchen es trotzdem. Die Tonkabohne zuerst. Denk an einen Heuboden, auf dem du als Junge gesessen hast. Was du dort gerochen hast, war süßlich, mit einem Zug ins Mandelige – wie Marzipan, dem jemand den Zucker weggenommen hat. Die Vanille hat mit dem Vanillin aus der Backmischung wenig zu tun.
Wir meinen die aufgeschnittene Schote: dunkel, harzig, dazu der Geruch von Zucker, der in der Pfanne gerade braun wird und noch zwei Sekunden von zu dunkel entfernt ist. Dahinter etwas Ledriges, wie im Innenraum eines alten Wagens. Benzoe Siam bringt das Harz. Hast du als Kind einmal am Nadelbaum das ausgetretene Harz angefasst und die Finger danach nicht mehr sauber bekommen? Man wischt sie an der Hose ab und riecht trotzdem noch stundenlang daran: honigsüß, ein wenig nach Vanille, ein wenig nach Kiefer.
Benzoe ist der Kitt, der aus drei schönen Einzelheiten einen Duft macht. Darüber liegt Bergamotte, eine Zitrusfrucht, die es nie in den Obstkorb geschafft hat – zu bitter zum Essen, zu schön zum Wegwerfen. Sie riecht wie Zitronenschale, der jemand die Schärfe genommen und dafür etwas Blumiges gegeben hat. Unter allem arbeitet Patchouli: Waldboden, drei Tage nach dem Regen, umgegrabene Erde und nasses Laub. Und ganz zuunterst Vetiver, eine Wurzel, die nach frisch gesägtem Holz riecht und nach kalter Asche vom Vortag.
Falls du das einem Freund erklären musst, nimm die Abkürzung: Es riecht nach dem Heuboden, auf dem du als Junge gesessen hast. Nur ruft diesmal niemand, du sollst da runterkommen.
Die Inhaltsstoffe: Jojoba, Argan, Traubenkern und Squalan.
Jojobaöl trägt seinen Namen zu Unrecht. Chemisch ist es gar kein Öl, sondern ein flüssiges Wachs, und es ähnelt dem, was deine Haut selbst herstellt – deshalb verschwindet es in ihr, statt obenauf zu liegen. Das ist der ganze Grund, warum von diesem Öl nach zwei Minuten nichts mehr zu sehen ist. Argan- und Traubenkernöl versorgen Haar und Haut und bleiben dabei leicht. Rizinusöl ist das schwerste im Bunde und entsprechend sparsam dosiert; es gibt dem Barthaar Substanz, damit weich nicht schlapp bedeutet.
Squalan legt sich um das einzelne Haar und macht es glatt. Dazu Bisabolol, der mildeste Anteil der Kamille, für die Haut unter dem Bart – die kommt bei kräftigem Wuchs sonst kaum an Pflege heran. Nicht drin sind Silikone, Mineralöl und Füllstoffe.
Aus unserer Manufaktur: drei Auszüge, die Wochen brauchen.
Tonkabohnen, Vanilleschoten und das Rohharz des Storaxbaums kommen bei uns nicht als fertiges Duftöl an, sondern als Bohne, Schote und Brocken. Wir schneiden auf, zerkleinern, setzen an und stellen weg. Dann warten wir. Schütteln auf. Riechen daran. Stellen wieder weg. Beschleunigen lässt sich das nicht – wer es versucht, bekommt etwas Scharfes, das nach Rohstoff riecht und nicht nach Duft. Bergamotte, Patchouli und Vetiver kaufen wir als einzelne ätherische Öle dazu und wiegen auch sie einzeln ein.
Nirgends kommt eine fertige Duftkomposition ins Spiel; der Unterschied ist der zwischen einem gekochten Gericht und einer Fertigsoße. Bevor abgefüllt wird, bekommt die Mischung noch ein paar Tage Ruhe, weil ein frisch gerührtes Öl anders riecht als eines, das sich gesetzt hat.
Die Gold-Linie: ein Duft, sieben verschiedene Träger.
Amber verhält sich anders, je nachdem, worin er steckt. Im Öl steigt er langsam auf, im Wachs bleibt er dicht am Haar, im Schaum hast du ihn eine Viertelstunde lang direkt unter der Nase. Genau deshalb gibt es Gold nicht nur in dieser Flasche, sondern für den Bart, fürs Haupthaar und für die ganze Rasur. Fertig sind wir damit nicht: In der Werkstatt stehen immer ein paar Ansätze, die es nie in eine Flasche schaffen.
Fällt dir beim Tragen etwas auf – zu süß, zu leise, zu kurz –, dann schreib es uns. Manches an dieser Rezeptur ist geändert worden, weil sich jemand die Mühe gemacht hat.