Bart- und Haarschere mit feinen Spitzen – Konvexschliff trennt, statt zu quetschen.
Eine stumpfe Schere schneidet auch. Sie tut es nur anders: Sie drückt das Haar zwischen zwei Blättern zusammen, bis es nachgibt. Was danach übrig bleibt, ist ein gequetschtes Ende, das aufspleißt – und genau daran liegt es, wenn Spitzen nach dem Schnitt schlecht aussehen.
Der Schliff: konvex, und das ist der teure Teil.
Bei einem einfachen Schliff läuft die Schneidfläche gerade auf die Kante zu. Beim Konvexschliff ist sie leicht nach außen gewölbt, sodass sich der Winkel zur Schneide hin verjüngt und die Kante extrem schmal ausläuft. Sie trennt das Haar dann eher, als dass sie es zwischen den Halmen einklemmt – man merkt es daran, dass die Schere ohne Widerstand durchgeht und man beim Schneiden nichts hört. Ein Konvexschliff ist aufwendig herzustellen und verlangt beim Nachschärfen einen Fachbetrieb, weil ein normaler Schleifstein die Wölbung platt macht. Dafür hält er einen sauberen Schnitt über lange Zeit. Der Fingerhaken lässt sich abnehmen, wenn du ihn nicht magst.
Der Stahl: 440C, gehärtet auf 60 HRC.
440C ist ein rostfreier Chromstahl mit hohem Kohlenstoffanteil – der Klassiker unter den Scherenstählen, seit Jahrzehnten in Gebrauch und entsprechend gut verstanden. Sechzig Rockwell ist dabei die Zahl, auf die es ankommt: Härter heißt länger scharf und gleichzeitig empfindlicher gegen Stöße. Sechzig liegt genau an der Stelle, an der eine Schere lange schneidet und trotzdem verzeiht, wenn sie einmal in die Spüle fällt. Es gibt sie in fünfeinhalb, sechs und sechseinhalb Zoll. Kurz heißt genauer, lang heißt mehr Haar pro Schnitt – für den Bart genügt die kürzeste, fürs Haupthaar greifen die meisten zur mittleren.
Aus der Werkstatt: ein Bergdorf, das seit Jahrhunderten schneidet.
Unsere Scheren kommen aus einem Ort in der Lombardei, in dem seit dem Mittelalter Messer und Scheren geschmiedet werden und in dem die Betriebe bis heute ein eigenes Herstellerkonsortium unterhalten. Der Familienbetrieb, der für uns fertigt, wurde nach dem Krieg von einem Eisenhandwerker gegründet und wird von dessen Söhnen in zweiter Generation geführt. Wir haben lange in Solingen eingekauft und uns dann anders entschieden – nicht, weil dort schlecht gearbeitet würde, sondern weil wir in diesem Tal Scheren gefunden haben, die uns besser gefallen. Das offen zu sagen, ist uns lieber, als es zu verschweigen.
Blackbeards X: unser Name, ihre Werkstatt.
Was in Flaschen und Tiegel kommt, machen wir selbst. Alles, was schneidet, hält oder ordnet, kommt aus Betrieben, die genau ein Handwerk betreiben – in diesem Fall aus Norditalien statt aus Deutschland. Unsere Arbeit besteht darin, auszusuchen und Nein zu sagen, und beides tun wir gründlich. Wenn du mit dieser Schere arbeitest und dir fällt etwas auf, schreib es uns.