Bart- und Haarschere Anker – wo der Unterschied wirklich liegt.
Es ist unangenehm, einen dreifachen Preis zu erklären, wenn beide Scheren gleich aussehen und beide gut schneiden. Also der Reihe nach – und mit dem Teil, den die meisten weglassen.
Der ehrliche Teil: Stahl allein entscheidet nichts.
Eine Stahlsorte ist eine Rezeptur, kein Ergebnis. Was aus ihr wird, hängt an der Wärmebehandlung, am Schliff und an der Geometrie – eine schlecht gehärtete VG10 schneidet schlechter als eine sorgfältig gemachte 440C, und wer dir etwas anderes erzählt, verkauft dir eine Zahl. Der Vorteil des besseren Stahls zeigt sich dort, wo viel geschnitten wird: Wer täglich mehrere Köpfe macht, spart sich Nachschärfen und arbeitet über den ganzen Tag mit derselben Kante.
Wer sich alle paar Wochen den Bart nachschneidet, wird den Unterschied kaum bemerken. Wir schreiben das hin, weil wir nicht wollen, dass jemand die teure Schere kauft und hinterher nicht weiß, wofür.
Der Stahl: VG10 aus Japan.
VG10 wird in der Präfektur Fukui hergestellt und ist ein rostfreier Stahl, dem Vanadium und Kobalt zulegiert sind. Beide Zusätze bilden feine, sehr harte Karbide im Gefüge – man kann sich das als winzige Verschleißkörper vorstellen, die die Schneidkante von innen stützen. Deshalb bleibt eine VG10-Schneide länger scharf als eine aus 440C: Übliche Angaben liegen bei rund 1.200 bis 1.800 Schnitten zwischen zwei Schleifgängen gegenüber 700 bis 1.000. Gehärtet wird VG10 typischerweise auf 59 bis 63 Rockwell. Dazu kommt eine etwas höhere Korrosionsbeständigkeit, was in einem feuchten Bad kein Nachteil ist.
Aus der Werkstatt: dieselbe Familie, andere Klinge.
Diese Schere kommt aus demselben Betrieb in der Lombardei wie unsere Thin Tips – aus einem Bergdorf, das seit Jahrhunderten von Messern und Scheren lebt, aus einem Familienbetrieb in zweiter Generation. Der Konvexschliff ist derselbe: eine nach außen gewölbte Schneidfläche, die zur Kante hin extrem schmal ausläuft und das Haar trennt, statt es zu quetschen. Was sich unterscheidet, ist der Stahl darunter und die Zeit, die zwischen zwei Besuchen beim Schleifer vergeht.
Anker: was bei uns oben steht.
Der Rasierhobel Anker ist unsere Eigenentwicklung, der Rasierpinsel Anker gehört dazu, und diese Schere trägt denselben Namen – nicht, weil wir sie gebaut hätten, sondern weil sie in dieselbe Reihe gehört: das Werkzeug, das wir selbst benutzen würden, wenn wir nur eines behalten dürften. Gefertigt wird sie in Italien, und das steht hier, damit du es nicht suchen musst.