Haarpomade
(0 produkte)Cary Grant trug sie. James Dean trug sie. Und seit ein paar Jahren ist sie wieder dort, wo sie gut hingehört: auf gut geschnittenen Männerhaaren. Die Pomade ist der älteste ehrliche Kompagnon klassischer Herrenfrisuren, und sie hat es durch hundert Jahre Mode-Wechsel geschafft, ohne an Eleganz zu verlieren.
Die erste Entscheidung lautet: Wasser oder Öl als Basis. Die ölbasierte Variante liefert den satten Glanz, den man aus alten Hollywoodfilmen kennt, und lässt sich über den Tag flexibel umformen — der Nachteil ist, dass sie sich nur schwer auswaschen lässt und manchmal Shampoo-Verhandlungen erfordert. Wasserbasierte Pomade ist der pragmatische Alltags-Begleiter: guter Halt, ordentlicher Glanz, abends unter der Dusche weg.
Die Anwendung ist in beiden Fällen dieselbe. Eine erbsengroße Menge zwischen den Handflächen verreiben, gleichmäßig ins Haar einarbeiten, mit dem Kamm in Form bringen. Wasserbasierte Pomade funktioniert am besten auf handtuchtrockenem Haar — nicht auf trockenem, nicht auf nassem. Die feuchte Mitte ist die Sweet Spot.
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Haarpomade
Das klassische Produkt, das die Herrenfrisur geprägt hat.
Unter den Styling-Produkten der Herrenpflege hat keines eine so lange und so besondere Geschichte wie die Pomade. Geboren aus der Notwendigkeit, Haare in einem Zeitalter ohne moderne Kosmetikchemie in Form zu bringen, hat sie über ein Jahrhundert hinweg die Männerfrisur geprägt. Von den frühen Salons des neunzehnten Jahrhunderts über die Rockabilly-Ära der 1950er bis zu den modernen Barbershops unserer Zeit. Wer heute eine klassische Herrenfrisur trägt, einen Pompadour, einen Slick Back oder einen sauberen Seitenscheitel mit Glanz, greift meist zur Pomade. Nicht weil es keine Alternativen gäbe, sondern weil keine Alternative diesen spezifischen Look in der gleichen Authentizität liefert.
Was Pomade ausmacht
Pomade ist eine feste bis halbfeste Stylingmasse, die bei Körperwärme geschmeidig wird und sich im Haar verteilen lässt. Ihr Kennzeichen ist die Kombination aus Glanz und Halt, die sich von Wachs und Paste deutlich unterscheidet.
Gegenüber Haarwachs ist Pomade meist glänzender und hält die Frisur glatter. Wo Wachs Struktur gibt und einzelne Strähnen betont, legt Pomade die Haare gleichmäßig in Form.
Gegenüber Haargel ist Pomade flexibler und lässt sich über den Tag nachjustieren. Gel trocknet aus und wird starr, Pomade bleibt formbar.
Gegenüber Creme und Paste ist Pomade fester und bietet mehr Halt, besonders für anspruchsvolle klassische Formen.
Die spezifischen Eigenschaften entstehen aus der Zusammensetzung. Pomaden enthalten einen hohen Anteil an Wachsen und Ölen, die dem Haar Glanz und Struktur geben, sowie fixierende Komponenten, die den Halt liefern. Je nach Rezeptur variiert die Zusammensetzung und damit der Charakter des Produkts.
Die zwei großen Traditionen
In der Pomade-Welt gibt es zwei Haupttraditionen, die sich in Inhaltsstoffen und Eigenschaften deutlich unterscheiden.
Oil-based Pomaden, auch klassische Pomaden genannt, basieren auf Petrolatum (Vaseline) und Mineralölen, ergänzt durch Wachse wie Bienenwachs oder Carnaubawachs. Sie sind die traditionelle Variante, wie sie in den 1940er und 1950er Jahren die Rockabilly- und Greaser-Ära prägte. Ihre Eigenschaften: langer Halt über mehrere Tage, hoher Glanz, Frisur lässt sich immer wieder nachfeuchten und neu modellieren, ohne neues Produkt aufzutragen. Der Nachteil: sie lassen sich nicht einfach mit normalem Shampoo auswaschen, sondern erfordern besondere Techniken oder klärende Shampoos.
Wasserbasierte Pomaden sind die moderne Antwort auf die klassische Variante. Sie nutzen Wasser als Hauptkomponente, ergänzt durch fixierende Polymere, Öle und Wachse. Ihre Eigenschaften: sehr guter Halt für einen Tag, mittlerer bis hoher Glanz, einfache Auswaschbarkeit mit normalem Shampoo. Der Nachteil im Vergleich zur Oil-based Variante: der Halt ist nicht so langanhaltend, die Frisur lässt sich nicht mehrere Tage hintereinander modellieren.
In der modernen Männerpflege greifen die meisten zu wasserbasierten Pomaden, weil der Alltag einfacher ist. Die klassischen Oil-based Varianten haben ihre Nische bei Enthusiasten, bei Männern, die den Vintage-Look konsequent leben, und bei Barbiershops mit entsprechender Ausrichtung.
Die klassische Oil-based Pomade im Detail
Wer sich für die klassische Variante entscheidet, sollte ihre Eigenheiten kennen.
Die Anwendung ist etwas aufwendiger. Die Pomade wird auf handtuchtrockenem Haar aufgetragen, weil die Feuchtigkeit das Verteilen erleichtert. Der Tiegel ist oft etwas hart und muss zwischen den Fingern oder in der warmen Hand kurz aufgewärmt werden, bevor das Produkt entnommen werden kann.
Die Haltbarkeit ist das Hauptargument für Oil-based Pomaden. Eine einmal gestylte Frisur kann mehrere Tage halten. Zwischendurch kann sie mit etwas Wasser angefeuchtet und neu gekämmt werden, ohne dass neues Produkt nötig wird.
Das Auswaschen ist die Herausforderung. Klassische Oil-based Pomade lässt sich nicht einfach mit normalem Shampoo entfernen. Es gibt verschiedene Techniken: die Haare vor der Wäsche mit Spülmittel oder Babyshampoo behandeln, ein klärendes Shampoo nutzen, oder die Pomade mit Kokosöl emulgieren und dann ausspülen. Wer sich nicht mit dieser Zusatzarbeit anfreundet, sollte zu wasserbasierten Pomaden greifen.
Auf dem Kopfkissen hinterlassen Oil-based Pomaden Spuren. Das Petrolatum und die Öle übertragen sich auf Textilien und erfordern regelmäßiges Waschen des Kopfkissenbezugs.
Diese Besonderheiten sind für Enthusiasten keine Nachteile, sondern Teil des Charakters. Wer den authentischen Vintage-Look will, akzeptiert die Eigenheiten. Wer nur einen klassischen Look ohne den ganzen Aufwand sucht, findet in wasserbasierten Pomaden die passende Alternative.
Die wasserbasierte Pomade im Detail
Wasserbasierte Pomaden sind die moderne Alltagsvariante und für die meisten Männer die bessere Wahl.
Die Anwendung ist einfach. Eine kleine Menge aus dem Tiegel, zwischen den Händen aufwärmen, ins handtuchtrockene oder leicht feuchte Haar einarbeiten, mit Kamm oder Fingern in Form bringen. Die Konsistenz ist meist weicher als bei Oil-based Produkten, das Verteilen geht leichter.
Der Halt ist gut bis sehr gut, meist für einen ganzen Tag. Für länger anhaltenden Halt kann die Frisur mit Haarspray fixiert werden.
Das Auswaschen funktioniert mit normalem Shampoo. Eine Haarwäsche reicht meist aus, bei starker Anwendung kann zweimaliges Einseifen sinnvoll sein.
Der Glanzgrad variiert je nach Produkt. Wasserbasierte Pomaden gibt es von matt bis hochglänzend, sodass sich für jeden Look die passende Variante finden lässt.
Die Nachteile gegenüber der Oil-based Variante sind gering. Der Halt ist nicht so langanhaltend über mehrere Tage, und die Frisur lässt sich nicht endlos mit Wasser nachmodellieren. Für den normalen Alltag sind beide Punkte irrelevant, weil die meisten Männer sowieso täglich die Haare waschen oder zumindest das Styling neu machen.
Haltegrade bei Pomade
Wie bei Wachs gibt es auch bei Pomade verschiedene Haltegrade. Die Begriffe variieren je nach Hersteller, aber die Skala ist ähnlich.
Leichter Halt oder Light Hold ist für natürliche Looks und längere Haare gedacht. Die Pomade gibt Glanz und leichte Form, aber keine feste Frisur.
Mittlerer Halt oder Medium Hold ist der Alltagsstandard. Passt für die meisten klassischen Herrenfrisuren und hält die Frisur zuverlässig über den Tag.
Starker Halt oder Strong Hold ist für anspruchsvolle Stylings wie hohen Pompadour oder präzisen Seitenscheitel mit scharfer Linie.
Extrastarker Halt oder Extra Strong Hold wird für Spezialanwendungen genutzt, bei denen die Frisur den ganzen Tag absolut nicht nachgeben darf.
Ebenso unterschiedlich ist der Glanzgrad. Klassische Pomaden sind hochglänzend, moderne Varianten gibt es von matt bis hochglänzend. Wer den klassischen 1950er-Look will, greift zur hochglänzenden Variante. Wer einen moderneren, weniger auffälligen Look bevorzugt, wählt mittleren Glanz.
Welche Frisur mit welcher Pomade?
Pomade ist besonders für klassische Herrenfrisuren geeignet. Eine Übersicht.
Pompadour ist die klassische Pomade-Frisur. Haare vorne hoch und nach hinten geschoben, oft mit strukturiertem Aufbau. Die Pomade gibt Halt, Glanz und hält die Höhe über den Tag. Starker Halt, mittlerer bis hoher Glanz.
Slick Back ist der glattere Verwandte des Pompadour. Haare nach hinten gekämmt, flach und glänzend. Mittlerer Halt, hoher Glanz. Die Frisur, für die Pomade ursprünglich erfunden wurde.
Side Part oder klassischer Seitenscheitel mit präziser Linie. Ein Teil der Haare wird streng nach einer Seite gekämmt, der andere auf der Gegenseite. Pomade hält den Scheitel präzise in Form. Mittlerer Halt, mittlerer bis hoher Glanz.
Undercut mit klassischem Deckhaar kombiniert moderne Schneidetechnik mit klassischem Styling. Die Seiten sind kurz, das Deckhaar wird mit Pomade in eine der klassischen Formen gebracht.
Quiff ist die etwas modernere Variante des Pompadour. Haare vorne leicht hoch, nach oben und nach hinten. Pomade mit starkem Halt und mittlerem Glanz ist hier oft die richtige Wahl.
Für moderne texturierte Schnitte wie Crop oder French Crop ist Pomade selten die erste Wahl. Diese Schnitte leben von matter Struktur, und selbst mittelglänzende Pomaden würden ihren Charakter verändern. Hier sind Wachs oder Mattpaste die besseren Produkte.
Die richtige Technik
Pomade anzuwenden ist eine Kunst für sich, die sich aber in wenigen Wochen einübt.
Haare vorbereiten: nach der Haarwäsche mit dem Handtuch ausdrücken. Die Haare sollten noch leicht feucht sein, nicht triefend nass, aber auch nicht komplett trocken. Bei klassischen Oil-based Pomaden ist die leichte Feuchtigkeit besonders wichtig.
Menge entnehmen: mit dem Zeigefinger oder dem Daumennagel eine erbsengroße bis haselnussgroße Menge aus dem Tiegel. Bei klassischen Pomaden ist die Masse oft etwas hart und muss an der Oberfläche des Tiegels erwärmt werden, bevor sie sich entnehmen lässt.
Zwischen den Händen verreiben: die Pomade zwischen den Handflächen verteilen, bis sie sich gleichmäßig auf beiden Handflächen befindet und durchsichtig oder zumindest gleichmäßig weich ist.
Ins Haar einarbeiten: mit den Händen die Pomade von hinten nach vorne und von unten nach oben ins Haar einmassieren. Sicherstellen, dass alle Haare erreicht werden, besonders die Ansätze. Für voluminöse Frisuren die Haare nach oben strubbeln, für flache Frisuren gleich nach hinten oder zur Seite kämmen.
In Form bringen: mit einem groben Kamm die Frisur in die gewünschte Form kämmen. Ein grober Kamm, oft als "Barber Comb" bekannt, ist für klassische Herren-Frisuren das passende Werkzeug. Für den Pompadour von vorne nach oben und nach hinten, für den Slick Back einfach nach hinten, für den Seitenscheitel entlang der gewünschten Scheitellinie.
Feinschliff mit den Fingern: einzelne Stellen mit den Fingerspitzen anpassen, Volumen wo nötig verstärken, Asymmetrien ausgleichen.
Das Auswaschen klassischer Pomaden
Ein eigenes Kapitel für alle, die sich für klassische Oil-based Pomaden entscheiden.
Die klassische Methode ist das Auswaschen mit normalem Shampoo, wobei dies oft nicht ausreicht und zwei bis drei Wäschen hintereinander erfordert.
Die bessere Methode nutzt ein klärendes Shampoo. Diese Shampoos sind darauf ausgelegt, Produktablagerungen und ölige Rückstände zu entfernen. Eine Wäsche reicht meist aus, um die Pomade vollständig zu entfernen.
Die Profi-Methode ist die "Degrease"-Technik. Ein wenig Babyshampoo oder mildes Spülmittel wird direkt auf die trockenen oder handtuchtrockenen Haare gegeben und eingearbeitet, bevor sie mit Wasser in Kontakt kommen. Das Tensid bindet die Pomade und lässt sie sich leichter auswaschen. Anschließend mit normalem Shampoo nachwaschen.
Wer das Auswaschen zu aufwendig findet, sollte zur wasserbasierten Variante greifen. Das ist keine Niederlage, sondern eine praktische Entscheidung für den Alltag.
Bei Unsicherheit, welche Pomade zur eigenen Frisur passt, oder bei Fragen zum Unterschied zwischen klassischer und wasserbasierter Variante, schreib Finn oder Mike. Zwei Sätze zum Haarschnitt und zum gewünschten Look reichen für einen passenden Vorschlag.