Von Mike Seebauer · Aktualisiert am 17. August 2026
So tief verwurzelt deine Ansicht zum Zähneputzen sein mag; wir müssen dich hier wahrscheinlich eines Besseren belehren.
Du hast dich im Titel nicht verlesen. Dachtest du bis heute wie die meisten Menschen, Zähne putzt du früh, mittags, abends und gut ist’s? Mitnichten. Zähneputzen zum falschen Zeitpunkt kann sogar schaden.
- Richtig Zähne putzen. Eine Anleitung
- Der Zeitpunkt macht beim Zähneputzen mehr aus als die Zahnpasta
- Das fragen uns Körperkultivierte zur Zahnpflege am häufigsten
Zahnhygiene ist wohl beinahe allen Menschen sehr wichtig. Zum einen möchten wir gerne weiße Zähne, um ungehemmt strahlend lächeln zu können. Gepflegte Zähne sind nun einmal eine Zier. Zum anderen möchten wir natürlich einen frischen Atem haben, um Kollegen, Freunde und Partner nicht in die Flucht zu treiben. Außerdem möchten wir gesund sein und wissen mittlerweile, dass ungesunde Zähne mit Entzündungen und Erkrankungen im ganzen Körper zusammenhängen können.
Es gibt da einen sinnträchtigen Spruch: „Manchmal treffen sich zwei Menschen und alles passt. Außer der Zeitpunkt.“ Wir sagen nun: „Manchmal treffen sich Zahnbürste und Zähne und alles passt. Außer der Zeitpunkt.“ Die perfekte Zahnbürste, die wirksame Zahnpasta und die beste Technik brauchen auch noch den richtigen Zeitpunkt, damit deine Zähne sauber werden. Passt dieser Zeitpunkt nicht, schadet dein Zahnputzeifer deinen Zähnen.
Im Endeffekt der perfekte Fehler zur falschen Zeit. Dir ist das alles zu verworren nun? Wir wollten dich damit neugierig machen. Wer beschäftigt sich schon freiwillig gedanklich intensiver mit dem Zähneputzen? Bürste und Pasta reichen doch. Denkst du? Wir entschlüsseln mal lieber all diese verwirrenden Wortspiele und weisen dich ein in die Welt der professionellen Zahnpflege.
Richtig Zähne putzen. Eine Anleitung.
Wann solltest du Zähne putzen, wann schadet Zähne putzen?
Bisher war dir das klar. Hat dir Mama ja immerhin schon als Kind beigebracht. Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen, sagte sie damals andauernd und lag dir damit in den Ohren. Inzwischen gibt es jedoch neue Erkenntnisse. Die Wissenschaft schläft ja bekanntlich nicht.
Heute wissen wir, dass Zähneputzen nach dem Essen generell schon empfehlenswert ist. Die Zwischenräume sollen ja nicht unappetitlich mit Essensresten gefüllt sein, womöglich mit Mohnkörnchen. Die Karies-Bakterien sollen kein leckeres „Fressen“ vorfinden. Die Kollegen möchtest du auch nicht mit Zwiebelgeruch umwerfen, sondern lieber mit frischem Zahnpasta-Atem erfreuen.
Allerdings gibt es eben Einschränkungen. Nach bestimmten Mahlzeiten kann Zähne schrubben ziemlich schaden. Saure Lebensmittel wie Früchte und Fruchtsäfte (Kiwi, Ananas, Orangen, Äpfel), Sportgetränke, Light-Getränke, Essig und auch Wein attackieren nämlich deinen Zahnschmelz. Sie lösen wichtige festigende Mineralstoffe wie Kalzium und Phosphat heraus. Die Schutzschicht ist daraufhin geschwächt.
Putzt du dir jetzt die Zähne, rubbelst du deinen Zahnschmelz ab. Einmalig ist diese Abrasion zwar gering, aber regelmäßig führt sie am Ende doch zu einem Verlust des Zahnschmelzes, den du mit nichts mehr rückgängig machen kannst. Lange haben Zahnärzte deshalb geraten, nach sauren Speisen eine halbe Stunde mit dem Putzen zu warten. In dieser Zeit kann dein Speichel die Säure neutralisieren. Inzwischen sehen viele das entspannter: Hast du keine Erosionen, putzt du wie gewohnt.
Wie oft, wie lange und wie genau solltest du Zähne putzen?
Da hatte deine Mama im Grunde Recht. Nach jeder Mahlzeit, also im Grunde früh, mittags und abends. Das wäre ideal. Heute sagen Zahnärzte, dass es auch reicht, sich zweimal die Zähne zu putzen, dann aber zwei bis drei Minuten lang und penibel.
Morgens hast du ja oft Zeitnot und auch mittags geht es nicht immer. Da reicht es auch, deinen Mund gut mit Wasser auszuspülen, um die Essensreste zu entfernen und dann einen Zahnpflegekaugummi zur Reinigung und für Atemfrische zu kauen. Du hast deine Zähne ja sicher abends gründlich gereinigt. Denn da ist dies am wichtigsten. Nach der letzten Mahlzeit sollte alles weggefegt werden, denn während deines Schlafes haben Kariesbakterien ja viel Zeit für ihr Werk.
Wie lange du jeweils putzen solltest, hängt ein wenig von deinen Zähnen ab. Zwei bis drei Minuten sollten es mindestens sein. Bei schwierigen, beispielsweise versetzten, übereinanderliegenden Zähnen kann es auch mal fünf Minuten dauern, bis die Plaque allumfassend weg ist.
Wichtig dabei ist die Putztechnik. Beginn mit den Außenflächen, mach mit den Innenflächen weiter und schließ mit den Kauflächen ab. Rüttelnde Hin- und Herbewegungen mit nur leichtem Druck und mindestens zehn solcher Rüttelbewegungen pro Putzabschnitt lockern und entfernen schonend. Alles piano. Kein Druck, kein unkoordiniertes Kreuz und Quer.
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Welche ergänzenden und erleichternden Zahnpflegemöglichkeiten gibt es?
Mehr geht ja immer und bei der Zahnpflege ist mehr auch ratsam. Je mehr du tust für deine Zähne, desto breiter und zufriedener kannst du hinterher auch grinsen. Die Zahnbürste kommt bekanntlich nicht überall hin. Die Zwischenräume wollen aber geleert werden. Dazu nimmst du am besten Zahnseide und/oder Interdentalbürsten.
Zahnseide gibt es gewachst und ungewachst, mit und ohne Fluorid, mit und ohne Geschmack. Interdentalbürsten gibt es in verschiedenen Größen und Dicken, die du entsprechend deiner Zahnzwischenraumvorgaben wählst. Stehst du mit Technik etwas auf Kriegsfuß und bist eher Grobmotoriker, leg dir eine elektrische Zahnbürste zu, die für dich die Rüttelbewegungen übernimmt und, bei entsprechender Ausstattung, dir sogar den Anpressdruck anzeigt.
Ein bisschen weißer dürften sie sein, deine Zähnchen, und manchmal schmerzen sie, wenn du Kaltes, Heißes oder Süßes isst? Probier doch mal eine Zahnpasta, die deine Zähne um ein oder mehrere Nuancen aufhellen kann. Sogenannte Whitening oder Bleaching Produkte arbeiten oft ganz gut. Oder du versuchst es mit Hausmitteln. Was davon taugt und wo du deinem Zahnschmelz schadest, steht in unserem Ratgeber zum Zähneaufhellen mit Hausmitteln.
Bei schmerzempfindlichen Zähnen frag deinen Zahnarzt. Dazu kommen Mundspülungen, die deinen Mund frisch halten und dorthin kommen, wo die Bürste nicht hinreicht. Tja, wer schön und gesund sein will, muss leiden.
Was hilft und was schadet deinen Zähnen generell?
Du bist gewahr geworden, dass nur Zähneputzen zu wenig ist. Neben den obigen zusätzlichen Pflegeartikeln solltest du zweimal jährlich zum Zahnarzt zum Check und für eine professionelle Zahnreinigung. Auch eine zahngesunde Ernährung solltest du anpeilen. Es gibt Mineralstoffe, die für deine Zähne von Bedeutung sind. Diese nimmst du am besten mit der Nahrung auf.
Calcium, Magnesium und Phosphor tragen zur Erhaltung normaler Zähne bei, Fluorid zur Erhaltung der Zahnmineralisierung. Trink zum Beispiel viel natürliches Mineralwasser, iss öfter mal Käse und Quark. Obst und Gemüse immer, wobei du dann aber nach dem Verzehr wie oben beschrieben eine halbe Stunde wartest, bevor du die Zähne putzt.
Kontraproduktiv ist dagegen natürlich, wie sollte es anders sein, das Rauchen. Wenn du es nicht lassen kannst, nimmt dir der Zahnarzt den gelben bis braunen Zahnbelag, der sich unvermeidbar bildet, mit einer professionellen Zahnreinigung ab, an die du mit der Bürste allein nicht herankommst. Vorsicht ist geboten bei sogenannten Zahnpasten speziell für Raucher. Diese können Zähne nachhaltig schädigen, weil sie oftmals eine übermäßige Abrasion verursachen.
Nicht zuletzt sind natürlich auch alle süßen Verführungen schädlich. Zucker versüßt uns zwar das Leben, aber da er den Kariesbakterien auch schmeckt, schadet er massiv deinen Zähnen. Unser Tipp: Unterlass es, den ganzen Tag immer wieder Süßes zu essen, zelebrier den Genuss stattdessen bewusst und wie eine Belohnung einmal am Tag und putz danach die Zähne. Top für deine Zähne, flopp für die Bakterien.
Der Zeitpunkt macht beim Zähneputzen mehr aus als die Zahnpasta.
Wenn du schon dabei bist: In der Mundpflege stehen Zahnpasten, die gut schmecken.
Du suchst eine bestimmte Zahnpasta? Sag uns, worauf du Wert legst, wir suchen sie dir heraus. Wir sind immer erreichbar für dich. Über den Chat, mit der Post, per E-Mail, Brieftaube oder sogar per Fax.
Das fragen uns Körperkultivierte zur Zahnpflege am häufigsten.
Ist Zähneputzen nach dem Essen nun gut oder schlecht?
Grundsätzlich gut, nur eben nicht immer sofort. Essensreste sollen ja nicht in den Zwischenräumen liegen bleiben und den Kariesbakterien als Futter dienen, und frischer Atem im Büro schadet auch nicht. Nach sauren Mahlzeiten gilt die Ausnahme: Früchte wie Kiwi, Ananas, Orangen und Äpfel, dazu Fruchtsäfte, Sportgetränke, Light-Getränke, Essig und Wein greifen den Zahnschmelz an und lösen wichtige Mineralstoffe heraus. Da ist etwas Geduld die bessere Wahl.
Warum lohnt sich der Aufwand mit der Zahnpflege überhaupt?
Weil deine Zähne mehr beeinflussen als dein Lächeln. Gepflegte Zähne sehen gut aus und sorgen für frischen Atem, ungesunde können dagegen Entzündungen im ganzen Körper begünstigen. Die beste Bürste und die beste Technik brauchen dafür aber noch den passenden Zeitpunkt. Sonst verpufft dein Putzeifer oder schadet am Ende sogar.
Was bringt Xylit für meine Zähne?
Xylit ist ein natürlicher Zuckeralkohol und schmeckt fast so süß wie Zucker. Anders als aus Zucker entstehen aus ihm im Mund keine kariesfördernden Säuren. Außerdem sorgt er für ein sauberes Gefühl.
Woraus wird Xylit gewonnen und ist er für alle unbedenklich?
Gewonnen wird er aus Birkenholz oder Buchenspänen, zunehmend auch aus Maiskolben, Stroh und Getreidekleie. Natürlicherweise steckt er auch in Pflanzen wie Blumenkohl oder Erdbeeren. Wichtig noch: Einigen Tieren, unter anderem Hunden, bekommt Xylit überhaupt nicht, halt ihn also von deinem Vierbeiner fern.
Reicht Zähneputzen für einen gesunden Mund?
Nein, für viele hört die Mundhygiene damit leider schon auf. Dazu gehören auch die Zwischenräume, an die die Bürste allein nicht herankommt, sowie Mundwasser oder Mundspülung gegen schlechten Atem. Bei der Zahnpasta kannst du zwischen Varianten mit und ohne Fluorid wählen. Je mehr du selbst erledigst, desto weniger muss dein Zahnarzt später machen.