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Rasierseife & Cremes

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Lass' deinen Rasierpinsel sanft auf deiner Rasierseife tanzen, es entsteht im Nu ein warmer, feinporiger Schaum, cremig und dicht. Er umschmeichelt jedes einzelne Barthaar wie eine Wolke, über die deine Klinge schwerelos gleitet. Über den Wolken, das weißt du, ist so manches grenzenlos. Der Duft zum Beispiel: himmlisch.

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Rasierseife & Cremes

Setz' dich, Freund der Nassrasur, es ist Zeit für eine Geschichte über meine erste Schaumschlägerei.

Mein Opa war ein Schaumschläger. Nein, kein Angeber, der viel Wirbel um nichts macht, sondern jemand, der seinen Rasierschaum selbst geschlagen hat. Wobei – ganz unrecht hat die Redewendung nicht: Schaum ist ja fast nur Luft. Und ein wenig heißes Wasser und Seife. Was ich dir erzählen will, ist bestimmt vierzig Jahre her. Ich weiß noch, dass er schwarzes, dünnes Haar hatte, fein säuberlich nach hinten gekämmt, und dass er stets sauber glattrasiert war. Als kleiner, bartloser Knirps war ich oft bei ihm. An viel erinnere ich mich nicht, aber an meine erste Nassrasur sehr genau.

Wir standen in seinem Badezimmer, er hatte eine Schale in der linken und einen Pinsel in der rechten Hand. Das Waschbecken war voller warmem Wasser. Er tauchte den Pinsel ein und ließ ihn dann über die Seife in der Schale kreisen. Ich glaube nicht, dass er es mir wirklich erklärt hat, aber in meiner Erinnerung sagte er zu mir: „Schau her, Michael, wenn der Schaum zu trocken ist, brauchst du noch ein wenig Wasser." Und dann tunkte er den Pinsel erneut ins warme Wasser, lies ihn wieder auf der Seife kreisen. Dann seifte er erst sein Gesicht ein, danach meins. Opa hat den Schaum mit dem Pinsel nicht einfach draufgetupft, sondern in kreisenden Bewegungen gearbeitet – erst kreisen, um den Schaum in den Bart einzuarbeiten und jedes Haar aufzurichten, dann ein paar Striche nach unten, um ihn glattzustreichen. Und schon ging es los mit der Rasur. Erst mit, dann quer, dann gegen den Strich. Mein Gesicht war nie wieder so glatt rasiert wie damals.

Wwas ich erst vor Kurzem gelernt habe: Es gibt nicht nur Rasierseife und Rasiercreme. Es gibt auch Rasiercroap – ein Kofferwort aus dem englischen Cream und Soap, und genau das ist es auch: weder das eine noch das andere ganz, weicher als eine harte Seife, fester als eine Creme. Normalerweise machen wir keine halben Sachen. Die klassische Rasierseife kommt als fester Puck, oft steinhart gepresst. Sie verlangt dir etwas Geduld ab, hält dafür aber ewig und schäumt, wenn du sie einmal im Griff hast, dicht und standfest. Die Rasiercreme ist der bequeme Gegenpol: weich wie Zahnpasta, im Nu aufgeschlagen, verzeihend zu jedem, der es eilig hat. Und Croap liegt genau dazwischen – die Ergiebigkeit einer Seife, die Leichtigkeit einer Creme.

Gut zu wissen..

Was ist der Unterschied zwischen Rasierseife, Rasiercreme und Croap?

Die Rasierseife ist ein harter Puck – langlebig und standfest, verlangt aber etwas Übung beim Aufschäumen. Die Rasiercreme ist weich wie Zahnpasta, im Nu aufgeschlagen und verzeihend zu jedem, der es eilig hat. Der Croap – ein Kofferwort aus Cream und Soap – liegt genau dazwischen: ergiebig wie eine Seife, leicht zu laden wie eine Creme. Kein besser oder schlechter, nur eine Frage deiner Vorliebe.

Brauche ich für Rasierseife zwingend einen Pinsel?

Für echten Seifenschaum: ja. Der Pinsel nimmt Wasser und Luft auf, trägt beides in die Seife und schlägt daraus den dichten, feuchten Schaum, den keine Hand und keine Sprühdose hinbekommt. Nebenbei richtet er die Barthaare auf und bringt Feuchtigkeit an die Wurzel – genau da, wo die Klinge sie braucht. Für Creme und Croap gilt dasselbe.

Mein Schaum fällt zusammen – was mache ich falsch?

Fast immer ist es das Wasser. Guter Schaum steht dicht und glänzt seidig; sieht er blasig aus und zerfällt schnell, ist er zu nass. Wirkt er stumpf und schwer, fehlt Wasser. Der Trick: lieber etwas mehr Seife laden und Wasser nur tropfenweise dazugeben, nie umgekehrt. So tastest du dich an die perfekte Konsistenz heran.

Wie lange hält eine Rasierseife?

Länger, als du denkst. Ein harter Puck begleitet dich bei täglicher Rasur gut vier bis sechs Monate, oft deutlich länger – du löst beim Laden ja immer nur die oberste Schicht an. Cremes und Croaps sind weicher und dadurch etwas schneller aufgebraucht, halten aber ebenfalls Monate. Rasierseife ist damit nicht nur die beste, sondern auch eine der günstigsten Arten, sich zu rasieren.

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