Rasierwasser nach alter Schule – ohne Alkohol kein Harzduft.
Zwischen Rubin und einem klassischen Rasierwasser besteht ein Zusammenhang, der über den Zufall hinausgeht: Harze sind in Wasser so gut wie unlöslich, in Alkohol geben sie nach. Der Alkohol, der auf deiner Haut klärt und die Flasche haltbar hält, ist deshalb genau das Mittel, mit dem dieser Duft überhaupt erst gewonnen wird.
Der Duft: erst das Brennen, dann das Harz.
In den ersten Sekunden nimmst du kühlen, scharfen Alkohol wahr und wenig sonst. Er ist der flüchtigste Bestandteil in der Flasche und verschwindet als Erster – und während er geht, kommt zum Vorschein, was er die ganze Zeit gelöst mit sich getragen hat. Die Orangenschale ist zu diesem Zeitpunkt fast schon durch, sie geht mit dem Alkohol zusammen. Was auf der Haut bleibt, ist der schwere Teil: das dunkle, würzige Benzoeharz, das Leder des Labdanum, der kühle Weihrauch, und ganz unten Patchouli.
Das ergibt keinen Duft für den Raum, sondern eine Unterschrift auf der Haut, die einen halben Tag hält. Die Rasur davor war Körperpflege. Was danach übrig bleibt, macht rückwirkend ein Ritual daraus, und niemand kann dir beweisen, dass es das nicht von Anfang an war.
Die Inhaltsstoffe: Hamamelis, Panthenol und Allantoin.
Ein kräftiger Schuss Alkohol erfrischt, klärt die frisch rasierte Haut und hält die Rezeptur ganz von allein haltbar – ein zusätzliches Konservierungsmittel steht deshalb nicht auf der Liste. Hamamelis, die Zaubernuss, zieht die Poren zusammen; ihre Gerbstoffe sind der Grund, warum sich die Haut danach fester anfühlt. Panthenol und Allantoin unterstützen sie beim Erholen, Glycerin bindet Feuchtigkeit, damit nichts spannt, Bisabolol federt den ersten Moment ab. Mehr ist nicht drin. Wenn deine Haut nach der Rasur schnell rot wird, nimm statt des Rasierwassers den After Shave Balsam – derselbe Duft, ohne das Brennen.
Aus unserer Manufaktur: der Alkohol arbeitet zweimal.
Bei diesem Produkt fallen Duftherstellung und Rezeptur zusammen, und das ist der Grund, warum es unser Lieblingsstück in der Linie ist. Benzoe Sumatra und Labdanum kommen als harte Brocken zu uns und ziehen bei uns direkt in dem Alkohol, der später auch in der Flasche steht: zerkleinern, ansetzen, wegstellen, aufschütteln, riechen, wieder wegstellen. Über Wochen wird die Flüssigkeit dunkler, und irgendwann ist sie so weit. Was am Ende abgefüllt wird, ist deshalb kein Duft, den wir nachträglich einrühren – er ist Bestandteil derselben Flüssigkeit.
Weihrauch, Orange und Patchouli kommen als einzelne Öle dazu. Nach dem Abfüllen bekommt jede Charge noch Zeit im Dunkeln, weil ein frisch angesetztes Rasierwasser deutlich schärfer riecht als eines, das gestanden hat.
Die Rubin-Linie: der Schlusspunkt.
Für viele sitzt dieser Duft nirgends so gut wie hier, direkt auf der Haut und ohne Umweg über Wachs oder Schaum. Davor steht die Rasiercreme, danach kann der Balsam übernehmen; für Bart und Haupthaar gibt es Rubin in eigenen Formen. Wenn du bisher etwas Fertiges aus dem Regal benutzt hast, stell dieses hier einmal daneben und riech nacheinander. Und dann schreib uns, was dir auffällt – auch wenn es gegen uns spricht.