Rasiercreme für dichten Schaum – eine Viertelstunde Harz unter der Nase.
Ein Duft aus schweren Harzen braucht Fläche und Wärme, um sich zu zeigen. Beides liefert ein Schaum im Überfluss: unzählige Bläschen, warmes Wasser, und das Ganze sitzt genau dort, wo du riechst. Kein anderes Produkt der Linie bringt Rubin so nah an dich heran.
Der Duft: Harz auf einer sehr großen Fläche.
Warum riecht Schaum stärker als alles andere? Weil er kaum aus Substanz besteht, dafür aber aus sehr viel Oberfläche – jedes einzelne Bläschen ist eine Grenzfläche zur Luft, und über jede davon können Duftstoffe entweichen. Dazu kommt die Wärme des Wassers, und der ganze Aufbau steht dir direkt unter der Nase. Zuerst meldet sich die Süßorange, hell und schwer zugleich, wie die Schale einer sonnengereiften Frucht. Während du die erste Bahn ziehst, kommt das Benzoeharz durch, dunkel und würzig, und legt sich mit dem Leder des Labdanum zusammen.
Der Weihrauch bleibt am längsten, kühl und feierlich. Patchouli meldet sich erst nach dem Abspülen, wenn nur noch ein Rest auf der Haut steht. Nimm dir ruhig die zweite Passage, auch wenn die erste gereicht hätte.
Die Inhaltsstoffe: Seifenbasis, Kaolin und Panthenol.
Eine Croap ist halb Creme, halb Seife: weich genug für den Pinsel, fest genug für einen Schaum, der eine Viertelstunde durchhält. Stearinsäure und traditionell gesottene Seife bilden das Gerüst, Kokos- und Rizinusöl sorgen für die Dichte, Sheabutter und Glycerin für die Pflege. Kaolin gibt der Klinge Grip, damit sie geführt wird, statt zu rutschen. Panthenol hält die Haut ruhig, solange der Stahl über sie geht. Der Schaum selbst erledigt zwei Dinge, die man ihm nicht ansieht: Er hält das Barthaar feucht und aufgerichtet, sodass die Klinge weniger Kraft braucht, und er schiebt einen Gleitfilm zwischen Stahl und Haut.
Aus unserer Manufaktur: was heiße Seife mit einem Duft macht.
Eine Croap wird gesotten, und Sieden bedeutet Hitze über Stunden. Für einen Duft ist das die unfreundlichste Umgebung, die es in unserem Sortiment gibt – flüchtige Bestandteile gehen dabei einfach verloren. Bei Rubin fällt das weniger ins Gewicht als bei einer leichten Rezeptur, weil Harze schwer sind und Hitze besser überstehen; die Orangenschale allerdings muss deutlich höher dosiert werden als anderswo, sonst ist sie nach dem Sud nicht mehr da.
Zugegeben wird der Duft ohnehin erst spät, wenn die Masse abkühlt. Die beiden Harzauszüge stellen wir selbst her; sie stehen wochenlang im Glas, bevor sie in den Topf dürfen.
Die Rubin-Linie: der Anfang einer Rasur.
Wer den ganzen Morgen in einem Duft verbringen möchte, fängt hier an, mit dem Pinsel – danach übernimmt das Rasierwasser oder der Balsam, je nachdem, was deine Haut verträgt. Für den Bart und fürs Haupthaar gibt es Rubin ebenfalls. Diese Croap ist die Rezeptur, an der wir am längsten gesessen haben, und die, bei der wir am ehesten noch etwas ändern werden. Wenn dein Schaum anders ausfällt als beschrieben, liegt es fast immer am Wasser oder am Pinsel; schreib uns, wir haben dazu inzwischen einiges an Erfahrung.