Rasieren mit dem, quer zum und gegen den Strich. Was, wann, warum?

Rasieren gegen oder mit dem Strich?

„Wenn einem alles gegen den Strich geht, sollte man einen Punkt machen.“

So das Zitat eines Unbekannten. Manchmal ist es aber gut, etwas gegen den Strich zu tun. Bei der Rasur beispielsweise. Wenn sie nicht so läuft, wie du es dir wünschst, und dir gerade alles gegen den Strich geht, solltest du nämlich keinen Punkt machen, sondern herausfinden, was du ändern könntest. So. Genug philosophiert. Wir kommen zum Punkt. Deine Rasur. Genauer deine Nassrasur. Wir teilen sie grob ein in drei Akte: Die Vorbereitung, die Technik beim Rasieren und die Nachbereitung. Die Sache mit den Strichrichtungen ist ein Bestandteil der Technik. Lies weiter, wenn du mehr wissen möchtest.

Wenn dir im figurativen Sinn etwas gegen den Strich geht, dann fühlt sich etwas nicht gut an. Wenn deiner Haut etwas gegen den Strich geht, dann fühlt sich das auch nicht gut an und sie könnte mit Irritationen reagieren. Hast du schon mal einer Katze das Fell vom Schwanz zum Kopf hin gestreichelt? Es stellen sich dabei alle Haare auf und das scheint sie nicht zu mögen. Sie mault jedenfalls gereizt. Genauso reagiert deine Haut oftmals gereizt, wenn du mit deinem Rasierer im ersten Zug gleich gegen den Strich rasierst. Allerdings bestätigen Ausnahmen die Regel.

Es empfiehlt sich also in der Regel, den ersten Zug bei der Rasur mit dem Strich zu erledigen. Es empfiehlt sich in der Regel zudem, so wenige Züge wie möglich über dieselbe Stelle zu machen. Und es gilt, jede Menge anderer Kleinigkeiten zu berücksichtigen. Kaum ein Meister ist vom Himmel gefallen und auch bei der Rasur werden die meisten wohl Punkt für Punkt dazulernen. Das wollten wir mit obigem Zitat von Marie von Ebner Eschenbach ausdrücken.

Sie spricht vom Strich und von Punkten. Es sind ja einige Punkte, die du berücksichtigen solltest, damit dir deine Rasur nicht gegen den Strich geht. Bevor wir dir jetzt auf die Nerven gehen mit unseren Wortspielen, gehen wir das Thema nun an und geben Antworten auf Fragen wie: Was bedeutet das Wort Strich bei der Rasur überhaupt, warum braucht es die Vorbereitung auf die Rasur, warum hängt die Strichrichtung davon ab, wo du dich rasierst, was ist neben der Strichrichtung noch zu beachten und warum ist auch die Nachbereitung wichtig?


Was bringt es gegen den Strich zu rasieren?

Mit dem Strich, quer zum Strich, gegen den Strich rasieren. Wir klären mal, was das überhaupt bedeutet.

Sich mit dem Strich rasieren heißt, das Rasierwerkzeug in Wuchsrichtung der Barthaare zu ziehen. Sich quer zum Strich rasieren heißt, das Rasierwerkzeug quer zur Wuchsrichtung zu bewegen. Sich gegen den Strich rasieren heißt, das Rasierwerkzeug gegen die Wuchsrichtung zu ziehen.

Bleibt nur, die Wuchsrichtung deiner Barthaare herauszufinden. Das kannst du, indem du mit deiner Hand über dein Gesicht fährst. Spürst du keinen Widerstand, bedeutet das, du bewegst sie mit dem Strich, also in Wuchsrichtung. Spürst du Widerstand, bewegst du sie demnach gegen den Strich, also gegen die Wuchsrichtung. Quer zum Strich ist dann quasi die 90-Grad-Bewegung dazu. Tust du dich schwer bei der Bestimmung, hilft es, eine Kreditkarte zu Hilfe zu nehmen. Dadurch siehst du, ob sich längere Barthaare oder Stoppeln aufstellen oder auf der Karte kratzen.

Warum ist die Strichrichtung überhaupt wichtig? Nun, wenn du dich in Wuchsrichtung deiner Barthaare rasierst, vermeidest du größere Hautirritationen und das Ausreißen von Haaren. Allerdings ist die Rasur meist gründlicher, wenn du gegen die Wuchsrichtung rasierst. Ein Dilemma? Nicht wirklich. Du kannst dich nämlich entweder bereits mit dem ersten Zug in Wuchsrichtung schon richtig glatt rasieren. Oder dich nochmals quer und gegen den Strich rasieren, ohne dass die Haut aufschreit. Oder sogar doch mal zuerst gegen den Strich ziehen. Denn auch andere Faktoren entscheiden, ob und wie gereizt deine Haut reagiert.


So ein weiterer Faktor ist die Vorbereitung deiner Rasur. Ohne gute Vorbereitung der Nassrasur ist nämlich aller Strich nix.

Warum sie wichtig ist? Nun, zum einen, weil Barthaare meist dick, hart und unbeugsam sind, und sie selbst das schärfste Werkzeug nicht mal eben mühelos schneiden kann. Zum anderen, weil deine Haut einen Film bekommen sollte, der sie vor Verletzung schützen kann und dein Werkzeug über sie gleiten lässt. Ohne Vorbereitung und gleich gegen den Strich rasieren, dass könnte echt ins Auge gehen. Ohne Vorbereitung und mit dem Strich, das könnte halbwegs klappen. Aber selten zufriedenstellend oder irritationsfrei.

Bereite deine Haut und Barthaare also auf die Rasur vor. Wasche dein Gesicht oder die Zone, die du rasieren möchtest, mit milder Waschlotion und gut warmem Wasser. Einmal wöchentlich raten wir zu einem Peeling. Dadurch entfernst du Hautschüppchen, an denen sich die Klinge spießen könnte, die das Heraustreten der Barthaare aus den Poren verhindern oder das Einwachsen von Barthaaren begünstigen. Das Peeling solltest du einige Stunden vor der Rasur machen, am besten abends, wenn du dich morgens rasierst, damit deine Haut diese leichte Reizung verarbeitet, bevor die nächste kommt.

Tupfe deine Haut mit einem sauberen Tuch trocken, streiche flächendeckend natürliches Rasieröl darauf und / oder verwende Rasierschaum, den du idealerweise selbst aus natürlicher Rasierseife, Rasiercreme oder Rasierpaste schlägst. Gib dem Ganzen zwei bis drei Minuten Zeit zum Wirken, idealerweise unter einem feuchten, sehr warmen Handtuch. So werden deine Hautporen geöffnet, deine Barthaare oder Stoppeln aus dem Schaft gekitzelt, hochgestellt und aufgeweicht. Die Klingen deines Rasierwerkzeuges können nun spielerisch über die Haut gleiten und schneiden. Sogar zuerst gegen den Strich könnte es nun klappen. Doch lies hierzu lieber noch unseren nächsten Punkt.


Zuerst mit oder zuerst gegen den Strich? Die Überraschung: Es kommt auch darauf an, wo dich rasierst.

Wir rasieren uns zwar meist im Gesicht. Aber es gibt immer mehr, die sich auch die Achseln oder den Intimbereich rasieren, oder die Beine oder die Glatze. Und nun hat die Biologie es so eingerichtet, dass die Haut an unterschiedlichen Stellen auch unterschiedlich empfindsam ist. So kommt es, dass du in der Regel zwar mit dem Strich beginnen solltest und danach noch einmal quer zum und gegen den Strich rasieren kannst. Aber eben Ausnahmen die Regel bestätigen.

Im Gesicht solltest du mit dem Strich beginnen. Doch du könntest bei allerbester Vorbereitung und mit echt scharfer Klinge und routinierter Technik auch gegen den Strich starten. Das hätte den Vorteil, dass du wohl nur einmal über eine Stelle rasierst und sie gleich glatt ist, sodass ein weiterer Reiz durch nochmaliges Drüberziehen wegfällt. Du findest selbst heraus, was deine Haut im Gesicht wünscht. Ganz anders verhält es sich im Intimbereich und unter den Achseln. Denn da sind selbst wir Männer sehr sensibel. Hier empfehlen wir, auch wenn wir mancherorts Anderes lesen, wirklich mit dem Strich zu beginnen, allenfalls noch einmal quer zum Strich zu rasieren und auf den Zug gegen den Strich zu verzichten.

Auf dem Kopf und an den Beinen ist es wieder anders. Eine Glatze sollte von der Stirn zum Nacken rasiert werden, das heißt im Grunde schon in Wuchsrichtung, also mit dem Strich. Kritisch sind allerdings eventuelle Wirbel, an denen die Haare andersrum wachsen und du kurz mal die Rasierrichtung drehen musst. Zu Schluss noch die Beine. Die rasierst du vom Knöchel hoch zum Knie und damit gegen die Wuchsrichtung. Die Beine sind also die Ausnahme der Regel, hier ist die Haut auch ziemlich robust. Natürlich darfst du noch mit dem Strich nacharbeiten, falls dir noch ein Härchen gegen den Strich geht. Du verstehst?


Die Strichrichtung befolgt, trotzdem unzufrieden mit der Rasur und keine Ahnung woran das liegen könnte?

Da es derer viele sein können, listen wir die wichtigsten einfach auf und stellen zum eigenen Weiterforschen Fragen. Wir beginnen beim Pre Shave. Hast du das richtige für deinen Hauttyp gewählt? Finde heraus, welche Beschaffenheit deine Haut hat, also, ob du sensible, robuste, trockene, fettige oder Mischhaut hast und wähle dein Rasieröl und deine Rasierseife mit Inhaltsstoffen, die deine Haut braucht. Hast du dein Pre Shave üppig genug und flächendeckend aufgetragen und lange genug einwirken lassen?

Wir kommen zur Technik. Hast du lange Haare vorher möglichst kurz getrimmt? Hast du dein Rasierwerkzeug ungefähr im 30-Grad-Winkel und vor allem ohne Druck gezogen? Hast du kurze Züge gemacht oder sie in die Länge gezogen, was weniger gut ist? Wie oft bist du über die gleiche Stelle gegangen? Mehr als drei Züge sollten es nicht sein, denn jeder Zug reizt die Haut. Zu viele nötige Züge deuten auch darauf hin, dass die Klinge stumpf ist und nicht mehr gut schneidet.

Damit sind wir beim Rasierwerkzeug. Es muss natürlich einwandfrei funktionieren. Hast du das Rasiermesser vor der Rasur abgezogen? Wie oft hast du dich schon mit der gleichen Rasierklinge rasiert, braucht es eine neue scharfe Rasierklinge in deinem Wechselklingenmesser oder Rasierhobel? Wäre eine andere Rasierklingen-Marke vielleicht besser für deine Haut und dein Rasierwerkzeug? Passt dein Werkzeug zu dir, bist du beispielsweise innerlich ruhig genug für ein Rasiermesser oder wäre ein Sicherheitshobel besser für deine Nerven? Spülst du dein Rasierwerkzeug nach jedem Zug unter laufendem Wasser ab?


Strich hin oder her. Wie sieht es mit dem krönenden Abschluss aus, sprich deinem After Shave?

Du hast deine Rasur perfekt vorbereitet, perfektes Werkzeug benutzt und auch die Sache mit der Strichrichtung und sonstige technische Kniffe perfekt gemeistert. Jetzt musst du nur noch deine Haut beruhigen und pflegen. Denn selbst, wenn du alles richtig machst und sogar nur mit dem Strich, der am schonendsten ist, rasierst, kann es zu Mikroverletzungen gekommen sein.

Auf jeden Fall sind die Hautporen geöffnet, so dass leicht Bakterien eindringen und dir einen Strich durch die Rechnung machen könnten. Indem du dich nach der Rasur mit möglichst kühlem Wasser wäschst, schließen sie sich schon etwas. Noch besser ist es allerdings, die Rasur mit einem guten natürlichen After Shave Produkt abzuschließen, das desinfiziert, den durcheinander gebrachten pH Wert neutralisiert, Feuchtigkeit und Nährstoffe liefert, aber vor allem beruhigt und regeneriert.

Sei es das etwas schärfere Rasierwasser für robuste und fettige Haut, das milde flüssige Tonic für Mischhaut und jede Haut, die Lotion für normale Haut, der Moisturizer für trockene Haut, der Balsam für sensible Haut oder gar der Alaun zum Blutstillen. Rasurbrand, Rötungen, Entzündungen, Pickel, Spannungsgefühle und sonstige unliebsame Hautirritationen lassen sich mit dem für deine Haut richtigen After Shave verhindern oder lindern. Wenn die Strichrichtung stimmt, sollte es an den Streicheleinheiten nicht scheitern.


Dass dir die Rasur nicht gegen den Strich geht, darum kümmern sich die blackbeards.

„Viele würden gern ein einfacheres Leben führen, wenn der Weg dahin nicht so kompliziert wäre.“ So Justus Jonas der Ältere, ein deutscher Reformator. Zumindest bei deiner Rasur kannst du es dir schon mal einfacher machen. Der Weg ist völlig unkompliziert. Was heißt Weg: Ein paar Mausklicks und die besten Produkte, die du dir für deine Rasur wünschen kannst, machen sich auf den Weg zu dir.

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