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ZZ Schnurrbart Formen im Detail – von kaiserlich bis ungarisch.

Mike Seebauer |

Von Mike Seebauer · Aktualisiert am 17. August 2026

Kaiserlich, ungarisch, englisch oder à la Dali: wir schauen uns die verschiedenen Schnurrbart Arten genauer an.

Schnauzbart ist gleich Schnauzbart? Mitnichten. Auf die Feinheiten kommt es an. Seit der Bart WM in Burghausen beschäftigt uns die Frage: Wie unterscheiden sich die verschiedenen Varianten des Schnurrbartes eigentlich untereinander? Wo hört der kaiserliche Schnauzbart auf, wo fängt der ungarische an? Wir sortieren die Arten des Schnurrbartes für dich und geben dir Tipps zur Pflege und zum Styling deines werten Moustaches.

Vorweg möchten wir Blackbeards uns als große Fans des alleinstehenden Oberlippenbartes outen. Völlig unironisch. Gerade einem eher länglichen Gesicht verleiht der klassische Schnurrbart eine charmante Fülle, da er das Gesicht gewissermaßen in zwei Hälften teilt. Ganz gleich also, ob du dich vom Vollbart zum Solo-Moustache runter-rasierst oder ihn gerade erst wachsen lässt, ein Schnurrbart beweist Mut, Entschlossenheit und Stilsicherheit. So unsere Meinung.

Du hast dich bereits ein wenig mit den allgemeinen Gepflogenheiten rund um den Oberlippenbart beschäftigt? Sehr schön, dann soll es an dieser Stelle etwas mehr ins Detail gehen. Wir arbeiten die Feinheiten der unterschiedlichen Schnurrbart Arten heraus und orientieren uns hierfür an den Kategorien der offiziellen Bartweltmeisterschaft. Sprich: Kaiserlicher Schnauzbart, Ungarischer Schnauzbart, Englischer Schnauzbart und Schnauzbart Dali: was unterscheidet sie eigentlich voneinander?


Du möchtest deinen Schnurrbart stylen? Entscheide dich für eine Variante und halte dich an unsere Styling Tipps.

Kaiserlicher Schnauzbart, buschig, kompakt und wahrhaft markant.

Wie der Name schon vermuten lässt, war der Kaiserliche Schnauzbart bereits zu Zeiten des Kaisertums äußerst beliebt und wurde von vielen Staatsoberhäuptern stolz zur Schau getragen. Auch heute verbinden wir diese Form des Schnurrbartes daher mit Reichtum, Macht und Willensstärke. Weit weniger dünn rasiert als beispielsweise der Englische Schnauzbart, wirkt er deutlich kompakter und verleiht jedem Gesicht einen zentrierten Akzent. Aber wie sieht er denn jetzt genau aus, dieser Kaiserliche Schnauzbart?

Nun, streng genommen darf er laut Regeln der World Beard and Moustache Association in der Breite lediglich bis zu den Mundwinkeln angewachsen sein. Aufgrund dieser Besonderheit wirkt er generell recht buschig und kompakt. Nach unten hin darf er gut und gerne über die Lippen hinausragen, beim Essen ist also Vorsicht geboten. Seine Spitzen werden klassischerweise nach oben gestylt oder gar eingerollt, so erlangt er seinen einzigartigen Look.

Möchtest du dir ein solches kaiserliches Exemplar zulegen, so orientierst du dich demnach an deinen Mundwinkeln und rasierst die darüber hinauswachsenden Bartstoppeln regelmäßig mit einem Rasierhobel ab. Beim Trimmen der Bartlänge darfst du etwas sparsamer vorgehen, damit dein Schnauzbart stets seine Fülle und Dichte behält. Die Spitzen trimmst du regelmäßig mit der Bartschere, achte jedoch darauf, dass sie eine gewisse Länge nicht unterschreiten. Nur so kannst du sie stets eines Kaisers würdig und unter Zuhilfenahme von guter Bartwichse nach oben hin einrollen. Et voilà, du bist nun stolzer Besitzer eines wahrhaft kaiserlichen Schnauzbartes.


Ungarischer Schnauzbart, breit, füllig und ein echtes Statement.

Der Ungarische Schnurrbart kommt deutlich breiter daher als sein kaiserliches Pendant. Laut WBMA darf er bis maximal 1,5 cm über die Mundwinkel hinweg angewachsen sein. So wirkt er wie eine räumliche Trennung zwischen Augen- und Kinn-Partie, lange Gesichter freut’s. Er zieht definitiv alle Blicke auf sich und ihm sind in Breite und Fülle keinerlei Grenzen gesetzt.

Gemeinhin stylst du bei einem Ungarischen Schnauzbart dein Barthaar von der Mitte der Oberlippe in großem Bogen nach außen hin. Dies bedarf einer guten Bartwichse, eines kompakten Bartkammes und eines Föhns. Kratze zunächst eine kleine Menge der Bartwichse mit dem Fingernagel aus der Dose, verreibe sie zwischen deinen Handinnenflächen und arbeite sie dir anschließend von der Mitte bis zu den Spitzen ein. Anschließend verleihst du deinem Oberlippenbart mit dem Bartkamm seinen typischen Schwung und nimmst dabei den Föhn zur Hilfe.

Bei der Wahl der Bartwichse setzt du beim Ungarischen Schnauzbart zunächst natürlich standesgemäß auf ungarische Bartwichse. Diese eignet sich perfekt, um allen Barthaaren deines Oberlippenbartes ihren generellen Schwung und Halt zu verleihen. Möchtest du obendrein deine Bartspitzen elegant zwirbeln, so kommt auch der zweite Vertreter im Bereich Bartwichse zum Einsatz, die bayrische Bartwichse. Diese enthält bombenfest aushärtendes Gummi arabicum und sorgt so für den perfekten letzten Schliff an deinem Ungarischen Schnurrbart.


Englischer Schnauzbart, schmal, fein und garantiert Gentleman-like.

Der Englische Schnauzbart ist der schmalste aller heute beleuchteten Schnurrbärte. Ebenfalls nur bis zu den Mundwinkeln angewachsen, dürfen seine Enden dafür nahezu bis ins Unendliche wachsen. Diese äußerst elegante Schnurrbart Art musst du definitiv jeden Morgen stylen, hängen seine Spitzen ansonsten recht trostlos an deinen Lippen herunter.

Unter Zuhilfenahme einer bayrischen oder zumindest ultra starken Bartwichse stylst du deine Spitzen beim Englischen Schnurrbart horizontal in die Breite. Dazu darfst du tief in die Trickkiste greifen und allerlei Hilfsmittel anwenden, die für stabilen Halt deines Oberlippenbartes sorgen. Vom Heißluft-Föhn bis hin zum Glätteisen, mit welchem du deine Spitzen vor dem Stylen bereits glättest. Alles, was hilft, ist gut.

Hast du ihn dann einmal gestylt, so ist der Englische Schnauzbart an Eleganz kaum zu überbieten. Betont fein, akzentuiert er dein Gesicht und verleiht dir den klassischen Look eines englischen Gentlemans aus den 1920ern. Womöglich legst du dir noch einen kleidsamen Zylinder und einen Maßanzug zu und fertig ist dein neuer Look. Wir sind uns sicher, damit haust du deine Liebsten garantiert aus den Socken.


Schnauzbart Dali, dünn, wahnwitzig und eine perfekte Hommage.

Last but not least widmen wir uns einem der markantesten Bartstile aller Zeiten: dem Schnauzbart Dali. Erfinder und Namensgeber Salvador Dali machte den nach oben geschwungenen schmalen Oberlippenbart ab den 1930ern zum absoluten Kultbart. Kaum jemand hat nicht sofort ein Bild vor Augen, spricht man vom Schnauzbart Dali.

Ähnlich schmal wie der Englische Schnauzbart, werden beim Schnauzbart Dali die Bartspitzen hingegen nach oben gestylt. Dieser Bart verleiht einem jeden Gesicht die gewisse Portion Extravaganz, du könntest gar von einer kleinen Prise Wahnsinn sprechen. Da dieser Bartstil so untrennbar mit dem spanischen Genie verbunden ist, verbinden wir ihn mit dessen wahnwitzigen Charakterzügen und so ist diese Schnurrbart-Art sicherlich kein Bart für jedermann.

Hast du dich aber dazu entschlossen, dir einen Dali Schnurrbart wachsen zu lassen, so zeugt dies von schier unendlichem Selbstbewusstsein und starker Willensstärke, wir ziehen unseren virtuellen Hut. Rasiere ihn mit Hilfe eines Wechselklingenmessers regelmäßig schmal zu, entledige dich sämtlicher Bartstoppeln an Wangen und Kinn und pack dir fürs Styling unbedingt eine sehr starke Bartwichse in den Kulturbeutel. Entgegen der Schwerkraft und dem eigenwilligen Charakter der Schnurrbarthaare zwirbelst du die Spitzen geradewegs nach oben und fertig ist sie: Deine markante Hommage an einen der größten Künstler aller Zeiten.


Grundlage aller Schnurrbart-Varianten: Eine vollumfängliche Pflege.

Ganz gleich, für welche Schnurrbart-Variante du dich entscheidest, unerlässlich ist die Pflege deines Oberlippenbartes. Wasche ihn etwa zwei- bis dreimal pro Woche mit einem milden Bartshampoo oder nimm bei hartnäckigen Resten von Bartwichse auch mal eine etwas stärker reinigende Bartseife zur Hand. Diese entledigt dich sämtlicher Reste von Pflege- und Stylingprodukten und entfernt Schmutz, ohne deinem Bart jedoch seinen wertvollen Eigentalg und damit seine Geschmeidigkeit zu nehmen.

Nun legst du dir noch ein gutes Bartöl in der Duftvariante deiner Wahl zu und verwöhnst deinen Schnauzbart einen jeden Morgen damit. Die darin enthaltenen Trägeröle stärken dein Barthaar und mindern lästigen Juckreiz, indem sie auch die Haut unter dem Bart vollumfänglich pflegen. Ein paar Tropfen indes genügen und dein Oberlippenbart ist wieder bereit zum Stylen und zur Schau stellen.

Zum Stylen und zur Pflege brauchst du außerdem einen kleinen Bartkamm und eine kompakte Bartbürste, die du beide in die Jackentasche steckst. Sie verteilen Bartöl und Bartwichse auf jedem einzelnen deiner kostbaren Barthaare, massieren die Haut darunter und bringen deinen Schnauzbart morgens in Schwung. Durch ihre kompakten Maße kannst du einen Oberlippenbartkamm auch einfach in die Tasche packen und im Laufe des Tages dein Oberlippenbartstyling auffrischen. So bist du dir jederzeit eines prächtigen Oberlippenbartes sicher und schindest mächtig Eindruck.


Ein Schnurrbart steht und fällt mit dem täglichen Styling.

Ungarisch, englisch oder kaiserlich: Ohne Bartwichse und einen kleinen Kamm bleibt jede Form nur eine Idee. Beides findest du in der Bartpflege.

Du weißt nicht, wie stark deine Bartwichse halten muss, damit die Spitzen den Tag überstehen? Sag uns, wie lang dein Schnauzer ist, wir empfehlen dir eine Stärke. Wir sind immer erreichbar für dich. Über den Chat, mit der Post, per E-Mail, Brieftaube oder sogar per Fax.


Das fragen uns Bartträger zum Schnurrbart am häufigsten.

Welche Schnurrbart-Formen gibt es?

Wir halten uns an die Kategorien der Bartweltmeisterschaft: kaiserlich, ungarisch, englisch und Dali. Der Kaiserliche ist buschig und kompakt, der Ungarische breit und füllig, der Englische schmal und fein, der Dali dünn und wahnwitzig. Alle vier teilen dein Gesicht optisch in zwei Hälften und geben gerade länglichen Gesichtern eine charmante Fülle.


Wie style ich einen gezwirbelten Schnurrbart?

Mit Bartwichse. Nimm eine kleine Menge, verreib sie zwischen den Fingern und arbeite sie von der Mitte nach außen ins Haar ein. Dann drehst du die Enden zwischen Daumen und Zeigefinger und ziehst sie nach oben, bis die Spitze sitzt. Das braucht Länge und Übung, die ersten Versuche sehen selten so aus wie geplant.


Womit style ich einen Schnurrbart am besten?

Bartwichse für Halt und Spitzen, ein kleiner Kamm zum Verteilen und Ausrichten, eine Bartschere für die Länge. Mehr brauchst du im Alltag kaum. Wasch den Schnurrbart regelmäßig, denn direkt unter der Nase sammelt sich mehr, als dir lieb ist. Das wichtigste Werkzeug bleibt am Ende eine ruhige Hand.


Welcher Schnurrbart passt zu Einsteigern?

Der Englische Schnauzbart eignet sich gut für den Anfang. Er ist schmal und fein und verlangt damit weniger Länge und weniger Material als der breite Ungarische oder der buschige Kaiserliche. Du hältst ihn mit Kamm und Schere in Form und kommst mit wenig Wichse aus. Wenn du Lust auf mehr bekommst, lässt du ihn einfach voller werden.


Wie nennt man den Oberlippenbart noch?

Nach all dem Fachwissen rund um das Wachsen lassen, Trimmen, Formen und Zwirbeln, kommen wir nun zum unterhaltsamen Teil. Dein neu gezüchteter oder in Form gebrachter Oberlippenbart braucht schließlich noch einen Namen. Über die klassischen Bezeichnungen müssen wir dich sicherlich nicht mehr aufklären: Schnurrbart, Schnauzbart, Moustache… Dieser ikonische Bartstil hat diverse wohlklingende Namen, such dir einfach den schönsten raus.

Oder darf es ein wenig humorvoller sein? Kein Problem. Rotzbremse, Pornobalken, Bürste, Schnorres oder Popelfänger sind unsere liebsten Synonyme für den Schnurrbart. Und jetzt bist du an der Reihe. Hast du vielleicht noch andere lustige Bezeichnungen für den Oberlippenbart für uns auf Lager? Dann verrate sie uns unbedingt in den Kommentaren. Wir sind gespannt auf deine Kreativität…


Wie halte ich den Schnurrbart in Form?

Mit Bartwichse und einer kleinen täglichen Routine. Mach etwas Wichse zwischen den Fingern warm, arbeite sie in die Haare ein und ziehe die Enden dann in die Richtung, die du haben willst. Ein feiner Kamm hilft beim Ausrichten. Wenn du das jeden Morgen kurz machst, sitzt dein Schnurrbart zuverlässig statt nur zu besonderen Anlässen.


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