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Parfum

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Parfum ist der unsichtbare Teil deines Auftritts: Niemand sieht es, aber jeder, der näher kommt, nimmt es wahr und verbindet es mit dir. Hier findest du Parfums abseits des Duty-Free-Einerleis: Nischendüfte und Klassiker mit Charakter, von frisch bis dunkel. Finde den einen, der irgendwann einfach nach dir riecht.

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Parfum

Ein Parfum ist ein Theaterstück in drei Akten

Der Vorhang hebt sich in der Sekunde des Aufsprühens: Die Kopfnote betritt die Bühne, hell, laut, meist Zitrus oder etwas Grünes, und sie hat nur einen kurzen Auftritt, fünfzehn, zwanzig Minuten, dann übergibt sie. Jetzt kommt die Herznote, das eigentliche Stück, Blüten, Gewürze, Kräuter, sie trägt den Nachmittag. Und wenn alle anderen längst abgetreten sind, bleibt die Basisnote im Raum, Hölzer, Harze, Moschus, Leder, das, woran sich der Abend erinnert. Wer ein Parfum nach den ersten fünf Minuten beurteilt, hat also nur den Prolog gesehen und verlässt das Theater vor dem ersten Akt.

Genau deshalb ist die Duftsuche eine Sache von Stunden, nicht von Sekunden, und genau deshalb glauben wir nicht an Blindkäufe nach Beschreibungstext, so schön wir ihn auch formulieren. Ein Duft muss auf deiner Haut gespielt haben, einen ganzen Tag, durch Büro, Wetter und Abend, bevor du weißt, ob er deiner ist. Die gute Nachricht: Für genau diese Aufführung gibt es Eintrittskarten in klein.

Konzentration, Charakter, Kostprobe

Sortiert ist die Bühne nach Konzentration: Das Eau de Cologne ist der leichte Sommerauftritt, großzügig aufgetragen und bewusst flüchtig, das Eau de Toilette der verlässliche Alltagsdarsteller mit einigen Stunden Spielzeit, und das Eau de Parfum die lange Vorstellung, die bis in den Abend trägt. Inhaltlich pflegen wir ein Faible für Nischendüfte und Charakterköpfe, Kompositionen mit Weihrauch, Leder, Tabak und Geschichten, die man im Drogeriemarkt-Regal vergeblich sucht. Und die Proben sind die erwähnten Eintrittskarten: kleine Abfüllungen für die Generalprobe auf deiner Haut, bevor der Flakon einzieht. Beratung aus der Ferne ist bei Düften Königsdisziplin, aber wir üben seit Jahren, frag uns.

Gut zu wissen..

Im Laden hat der Duft großartig gerochen, an mir riecht er nach zwei Stunden völlig anders. Woran liegt das?

An zwei Dingen, und beide sind normal. Erstens hast du im Laden vermutlich die Kopfnote beurteilt, den Fünf-Minuten-Prolog, während nach zwei Stunden Herz- und Basisnote spielen, das kann ein spürbar anderer Duft sein, und genau dafür ist er komponiert. Zweitens die Hautchemie: pH-Wert, Hautfette und Wärme sind bei jedem Menschen anders, derselbe Duft entwickelt sich auf zwei Häuten verschieden, weshalb der Duft des Kumpels an dir nie exakt gleich riecht. Die Konsequenz ziehen wir im Sortiment: Erst die Probe, einen vollen Tag auf der eigenen Haut getragen, dann der Flakon. Alles andere ist Duft-Lotterie.

Wie viele Sprühstöße sind eigentlich richtig, und stimmt es, dass man die Handgelenke nicht reiben soll?

Zur Menge: zwei bis vier Sprühstöße als Richtwert, je nach Konzentration, ein Eau de Parfum eher zwei, ein leichtes Cologne darf großzügiger. Die ehrliche Kontrollfrage ist nicht, ob du dich riechst, das tust du nach einer Stunde ohnehin kaum noch, sondern ob Menschen dich erst riechen, wenn sie dir nahekommen, genau das ist das Ziel. Und ja, das mit den Handgelenken stimmt: Das Reiben erhitzt die Haut und zerdrückt die flüchtigen Kopfnoten, der Duft startet dann direkt im zweiten Akt und wirkt flacher. Aufsprühen, kurz Arme hängen lassen, fertig. Der Rest ist Geduld.

Vom selben Duft gibt es ein Eau de Toilette und ein Eau de Parfum. Lohnt sich der Aufpreis wirklich?

Kommt darauf an, was du vom Duft willst, denn der Unterschied ist mehr als Haltbarkeit. Das Eau de Parfum enthält mehr Duftöl, hält deutlich länger und betont oft die tieferen, wärmeren Facetten der Komposition, das Eau de Toilette ist leichter, frischer und manchmal die zitrischere Lesart desselben Dufts, einige Häuser komponieren die Versionen sogar hörbar unterschiedlich. Faustregeln aus der Praxis: Fürs Büro und den Sommer reicht das Eau de Toilette meist locker, für lange Tage, Abende und kalte Monate zahlt sich das Eau de Parfum aus. Im Idealfall testest du beide als Probe, dann beantwortet sich die Frage von selbst auf deiner Haut.

Alle reden von Nischendüften. Was habe ich davon, außer dass ihn keiner kennt?

Genau das, und zwar wörtlich: Ein Nischenduft ist nicht für den Massengeschmack komponiert, sondern für eine Idee, deshalb findest du dort Weihrauch, Leder, Tabak, Absinth und Kompositionen, die anecken dürfen, wo große Marken abrunden müssen. Dazu kommen oft höhere Duftöl-Konzentrationen und ungewöhnlichere Rohstoffe. Der praktische Effekt ist der schönste: Du riechst nicht wie das halbe Großraumbüro, sondern wie du, und Komplimente zu einem Duft, den niemand zuordnen kann, sind eine eigene Kategorie von Kompliment. Der Einstieg geht risikofrei über Proben, und wenn du uns deine bisherigen Lieblinge nennst, übersetzen wir sie in die Nische.

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