★★★★★ (4,9) auf Google.de

Geschichte des Bartes, ein wenig Bart-Kultur.

Zwei Männer in historischen Kostümen mit Stilbärten

Mike Seebauer |

Von Mike Seebauer · Aktualisiert am 17. August 2026

Die meisten Menschen verbinden einen Bart, in welcher Form auch immer, zu Recht mit Weisheit, Männlichkeit, Verwegenheit und Potenz.

Einige wenige, eine kleine Randgruppe, die es zu überzeugen gilt, halten Bärte für ungepflegt und schließen aus dem Tragen eines Bartes Faulheit. Nun, die faszinierende Geschichte der Bärte lässt sich über Jahrhunderte zurückverfolgen und zieht sich durch alle Kulturen der Welt.


Die Geschichte des Bartes ist ein ständiges Kommen und Gehen.

Fällt aber leider eines auf: Männer tendieren heutzutage zu weniger. Doch wie war es früher? Vor, Moment, ich rechne, knapp 20 Millionen Jahren, Mann war gerade erst aus dem Wasser gekrochen, war es noch gut, Bart am Körper zu tragen. Am ganzen Körper, denn er bot ausschließlich Vorteile. Der Bart hielt die Backen, alle vier, warm, er bot Schutz vor unliebsamen Einflüssen von außen, er wehte spektakulär im rauen Wind und beeindruckte so die, nicht minder bärtigen, Frauen.

Nur 15 Millionen Jahre später, zum Zeitpunkt der Entdeckung des Feuers und der frühen, zaghaften Versuche, wilde Tiere zu domestizieren und zu Nutzvieh zu machen, um den fließenden Übergang von der Jagd- zur Agrarkultur zu schaffen, zu der Zeit, als die Menschen begannen, sich aufzurichten, zu gehen, zu marschieren und überhaupt immer mehr die Hinterbeine zur Fortbewegung zu nutzen, um mit den Vorderbeinen wichtige Dinge des Alltags tun zu können. Ja, sogar da blieb der Ganzkörperbart noch immer in Mode. Das macht ihn zu einer der hartnäckigsten Modeerscheinungen der Geschichte.

Ein wenig später galt ein langer, weißer Bartzopf bei den Indern als weise und die Griechen assoziierten mit einem Bart Männlichkeit und Potenz, was verständlicherweise dazu führte, dass alle Burschen, die keinen trugen, nur belächelt wurden. Aus deren Mitte entsprang ein Mann mit beeindruckendem Rauschebart, der spannende Mären über große Holzpferde und unbequeme Mittelmeerkreuzfahrten veröffentlichte. Das schindete Eindruck. Die Männer des alten Ägypten ließen sich ihren Kinnbart färben und schmückten ihn mit Gold.

Hatschepsut, eine Pharaonin, die größere Macht innehatte als Kleopatra und Nofretete, trug während ihrer Herrschaft im 15. Jahrhundert vor Christus einen künstlichen Bart. Die Perser ließen sich lange und wilde Bärte wachsen, wohingegen die Bürger Mesopotamiens großen Wert auf die Pflege ihrer Gesichtsbehaarung legten. Sie rieben ihren Bart mit Öl ein, nutzten Zangen und geformte Eisen, um prächtige Bartfrisuren zu kreieren. Auch die Männer Roms hielten für eine lange Zeit nicht viel von der Rasur und beim germanischen Stamm der Chatten rasierte sich ein Mann erst, wenn er einen Feind getötet hatte.

Doch schon bald bildeten sich erste Gegenbewegungen. Rebellen wie Buddha, Alexander oder Caesar trauten sich, gänzlich glattrasiert, aus den feuchten Gemäuern ihrer dunklen Keller in die Öffentlichkeit…

Dann begann wieder eine neue Zeitrechnung. Jesus von Nazaret, geboren zwischen 7 und 4 v. Chr., wird bis heute fast immer mit langem Haar und Bart dargestellt.

Sein Erscheinungsbild fand Nachahmer. Bei den Langobarden, wackeren Männern wie Columbus und seinem Gefolge, bei Genies wie Leonardo da Vinci.

Aber Mann dachte sich wohl, man müsse aufhören, wenn es am schönsten ist. Es kam das Zeitalter der Aufklärung, welches sich offensichtlich durch eine ausgeprägte Bartfeindlichkeit auszeichnete. Immanuel Kant war glattrasiert. François Marie Arouet, besser bekannt als Voltaire, ebenfalls. Gotthold Ephraim Lessing, Charles-Louis de Secondat, Baron de La Brède et de Montesquieu, Jean-Jacques Rousseau, Christoph Martin Wieland, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich von Schiller. Alles gute Männer, aber nicht sonderlich attraktiv. Es scheint, als hätten eben diese mit der steigenden Relevanz des im Verstand gegründeten Rationalismus das wild Wuchernde wegrationalisiert.

Und jetzt? Heute treten die Blackbeards auf den Schirm. Und wir stellen wieder die Frage: Vollbart, Drei-Tage-Bart oder Oberlippenbart? Und behaupten, Bärte, in welcher Form auch immer, sind Ausdruck von Einzigartigkeit und Selbstbewusstsein, sie sind eine kostbare modische Zier. Sich den Bart einfach wegzurasieren ist… nun ja, das, was gut die Hälfte der deutschen Männer tut.

Doch wir Bartträger sind gerne in der Unterzahl, wir lieben Herausforderungen, unsere Bärte unterstreichen unsere Persönlichkeit, bringen sie gar zur Geltung. Egal, ob Vollbart à la Blackbeard, Drei-Tage-Bart à la Kurt Cobain oder Schnurrbart à la Charlie Chaplin: Bart muss sein und guter Bart ist teuer.


Bärte kommen und gehen, die Pflege bleibt dieselbe.

Ob assyrischer Zopfbart, aufgeklärtes Glattrasiert oder dein Spiegelbild heute Morgen: Ein Bart sah zu allen Zeiten dann gut aus, wenn sich jemand um ihn gekümmert hat. Was du dafür brauchst, steht in unserer Bartpflege.

Du willst wissen, womit unsere Vorfahren ihren Bart in Form gehalten haben, oder suchst ein Stück Ausrüstung mit Geschichte? Frag uns, wir erzählen mit Vergnügen. Wir sind immer erreichbar für dich. Über den Chat, mit der Post, per E-Mail, Brieftaube oder sogar per Fax.


Das fragen uns Bartträger zur Bartgeschichte am häufigsten.

Seit wann tragen Männer eigentlich Bart?

Seit es Männer gibt. Wie der Bart der ersten Menschen aussah, weiß niemand. Belegt ist, dass schon die frühen Hochkulturen ihn gepflegt haben, mehr dazu in der nächsten Frage. Die knapp 20 Millionen Jahre aus unserem Rückblick oben nimmst du bitte mit einem Augenzwinkern.


Was bedeutete ein Bart in den alten Hochkulturen?

Fast überall Ansehen. Bei den Indern galt ein langer weißer Bartzopf als weise, die Griechen verbanden ihn mit Männlichkeit, und wer keinen trug, wurde belächelt. Die Männer des alten Ägypten ließen ihren Kinnbart färben und schmückten ihn mit Gold. In Mesopotamien wurde er geölt und mit Zangen und geformten Eisen in Form gebracht.


Wann kam die Rasur überhaupt in Mode?

Als sich die ersten Gegenbewegungen bildeten. Während Perser wilde Bärte wachsen ließen und die germanischen Chatten sich erst nach dem ersten getöteten Feind rasierten, traten Figuren wie Buddha, Alexander oder Caesar glattrasiert auf. Das war damals durchaus rebellisch. Auch heute schwankt die Mode wieder, denn Männer tendieren gerade eher zu weniger Bart.


Das könnte dich auch interessieren.

4 Kommentare

Birgit du sollst im Bart auch nicht in den Mund nehmen oder Daran lutschen, freu dich dass wir diese Produkte hier kaufen und nicht irgendwelchen giftigen scheiß bei dm

Stolzer vollbartträger seit drei Monaten,

Antwort an Stolzer vollbartträger seit drei Monaten:

Guten Tag „stolzer Vollbartträger", ein fantastischer Kommentar :D Und wir geben dir vollkommen Recht, unsere Produkte sind seit vielen Jahren kusserprobt und bringen uns selbst bei engstem Körperkontakt noch Komplimente ob der Geschmeidigkeit und des Wohlgeruchs unserer Bartpracht ein. Beste Grüße, Nils von blackbeards

Nils von Blackbeards,

Dummerweise ist Bart für Frauen (ich wähne mich da nicht einzigartig) wenn möglicherweise rein optisch attraktiv, so doch praktisch total unangenehm. Ich will garnicht von Haaren im Mund beim Küssen reden, das halte ich persönlich für tolerierbar. Doch jeder Kuss wird entweder durch die Bartpflegeprodukte mit Substanzen und Gerüchen angereichert, was für mich keine positive Bereicherung ist sondern eine unangenehme Herausforderung. Oder/und zusätzlich ist jedeweder Gesichtskintakt mit unbekannter Nässe (kondensierter Atemluft, das letzte Getränk, Nasenschleim?) und den Restgerüchen der letzten Mahlzeit/Getränk(bei Milchkaffee riechts nach Kotze) eher ein Ekelerlebnis als ein Genuss. Mir fehlt das Verständnis, warum ein Mann, der gerne Kusskontakt hätte, diese Kusshemmung trägt.

Birgit,

Antwort an Birgit:

Hallo Birgit,

ich danke dir für deine Einschätzung. Bitte lass uns jederzeit wissen, wenn wir etwas für dich tun können.

Beste Grüße aus Rosenheim
Mike

Mike von Blackbeards,

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.