Von Mike Seebauer · Aktualisiert am 17. August 2026
Einige Dinge solltest du wissen, wenn du Shampoo selbst machen willst.
Selbst ist der Mann. Do it Yourself ist dein Ding? Du rasierst dich selbst. Du baust dir dein Haus selbst. Du kochst dir dein Essen selbst. Und jetzt… willst du dir dein Shampoo selbst machen.
- Alle Infos zu deinem eigenen Shampoo
- Selbst rühren macht Spaß, und für alle anderen Tage gibt es fertige Flaschen
- Das fragen uns Löwenmähnen-Träger zu selbstgemachtem Shampoo am häufigsten
Wenn du die Inhaltsangabe irgendeines Shampoos ansiehst, wirst du wahrscheinlich nur Bahnhof verstehen. Eine ellenlange Liste tut sich da auf. Ingredients ist das einzige Wort, das du kennst. Danach lateinische und chemische Begriffe. Also rein in den Einkaufswagen. Ungelesen. Die Verpackung sieht immerhin ansprechend aus. Doch spätestens, wenn deine Kopfhaut juckt und deine Haare ein desaströses Bild abgeben, dürftest du ins Grübeln kommen.
Du wunderst dich, was deine Haut und Haare so belastet. Gehen wir davon aus, dass du deine Ernährung abwechslungsreich und gesund gestaltest und deine Work-Life-Balance passt. Dann ist es durchaus möglich, dass dein Shampoo der Übeltäter ist. Hinter diesen unverständlichen Begriffen stecken nämlich meist Inhaltsstoffe, die industriell hergestellt werden, manche aus Erdöl. Parabene sollen konservieren, Silikone weich machen, Tenside reinigen, Parfüms duften, und so weiter.
Chemie ist das alles, aber das sind Wasser und Erde auch. Willst du jede Zutat selbst bestimmen, mix dir dein Shampoo einmal selbst. Mit kleinstem Basiswissen und simpelsten Rezepten bekommst du ein Shampoo, dessen Zutaten du alle beim Namen kennst.
Alle Infos zu deinem eigenen Shampoo.
Was soll ein Shampoo leisten?
Eigentliche Aufgabe des Shampoos ist es, deine Kopfhaut und Haare zu säubern. Schmutz und Gerüche soll es schonend, aber komplett entfernen. Beim Eigenfett sieht es anders aus. Hier soll Shampoo nicht alles abwaschen, sondern einen Teil zurücklassen. Wenn Shampoo on top pflegende Nährstoffe und Feuchtigkeit ins Haar und in die Kopfhaut transportieren kann, ist das ideal, aber nicht seine Hauptaufgabe.
Mit der richtigen Menge an Eigentalg, Nährstoffen und Feuchtigkeit dürftest du weder trockene rieselnde noch fettige klebrige Schuppen haben, sollte deine Kopfhaut sich entspannt anfühlen und deine Haare vor Glanz und Weichheit nur so strotzen. Ist das nicht der Fall, liegt etwas im Argen. Sofern du keine Ursachen bei deiner Ernährung und Lebensweise zugrunde legen kannst, könnte schon dein Shampoo der Grund sein.
Oder du verwendest zu heißes Wasser, rubbelst zu kräftig, nimmst zu viel Shampoo, nimmst falsches, also kein zu Haar- und Kopfhauttyp passendes Shampoo oder wäschst es nicht restlos aus. Auch naturkosmetisches oder selbst gemachtes Shampoo kann nur effizient wirken, wenn du all das zusätzlich berücksichtigst. Und die Tipps weiter unten.
Das einfachste Shampoo Rezept der Welt.
Dieses Shampoo geht so einfach, dass du es dir blitzschnell frisch mixen kannst. Es besteht aus exakt zwei Zutaten: Wasser und Lavaerde. Diese wird nicht aus Vulkangestein gewonnen, ist also keine Lava, sondern eine Tonerde, die im Atlasgebirge in Marokko abgetragen wird. Sie hat deshalb auch einen marokkanischen Namen, nämlich Ghassoul. Den Namen Lavaerde hat sie vom lateinischen Verb „lavare“, was schlichtweg „waschen“ heißt. Nicht umsonst, denn sie hat eine enorme Reinigungskraft.
Neben ihrer Eigenschaft, saugkräftig Fett und Schmutz zu lösen, bringt Lavaerde eine Reihe an Mineralstoffen mit, vor allem Silizium und Magnesium, dazu Eisen und Kalzium. Ein begrüßenswerter Tausch, nicht? Auch wenn die braune cremige Masse mehr an Schlamm erinnert als an Shampoo, sie hat Mumm in sich. Nimm ein kleines Schälchen, gib etwas Lavaerde rein und beliebig Wasser dazu, einfach nach Gefühl.
Verrühr beides und leg gleich los. Massier dein erstes eigenes Shampoo sanft in die feucht gemachten Haare und Kopfhaut ein. Lass es einige bis viele Minuten wirken und spül alles mit ordentlich lauwarmem Wasser restlos aus. Dein Haar ist nun sauber, gewaschen mit nichts als Erde und Wasser.
Ein Shampoo-Rezept mit mehr Herausforderung.
Frische Zutaten sind immer gut, das wissen wir natürlich, ihre Handhabung erfordert jedoch auch ein bisschen Erfahrung. Du kannst mit ganz frischen Zutaten arbeiten, wie Ei, Quark, Honig, Blüten und Früchten beispielsweise. Die finden wir reizvoll, aber doch für den Anfang zu schwierig. Für unser Rezept brauchst du lediglich Naturseife und destilliertes Wasser als Basis sowie ätherisches Öl und/oder einen Kräuterauszug zur Verfeinerung. Das Schwierigste dabei ist, herauszufinden, was deine Haare und Kopfhaut schätzen. Wichtige Tipps dazu findest du weiter unten.
Raspel von deiner auserkorenen Naturseife circa 10 bis 20 Gramm auf einer feinen Reibe in ein Gefäß, gieß etwa 250 ml heißes destilliertes Wasser drüber und rühr kräftig mit einem Schneebesen, bis alles aufgelöst und eine dickflüssige Lauge entstanden ist. Diese ist Grundlage aller möglichen Duft- und Kräuter-Kreationen. In die noch heiße Lauge kannst du bis zu maximal 10 Tropfen ätherisches Öl träufeln.
Oder einen Kräuterauszug hineingießen, den du zuvor herstellst, indem du eine Handvoll Kräuter mit 120 ml heißem Wasser übergießt, 3 Stunden ziehen lässt und dann abseihst. Ab damit in eine Flasche, schütteln, fertig. Schüttel die Flasche vor jeder Haarwäsche erneut. Nimm dann eine kleine Menge heraus, schäum sie in deinen Händen auf und massier sie sanft in die feuchten Haare und Kopfhaut ein. Nach einer kurzen Einwirkzeit spülst du alles mit viel lauwarmem Wasser gründlich aus.
Lass Hygiene walten, beachte bei der Menge die kurze Haltbarkeit.
Da bewusst keine Konservierungsstoffe hineinkommen, musst du hygienisch arbeiten und das Shampoo vor Licht geschützt und am besten im Kühlschrank aufbewahren. Glasflaschen eignen sich gut, da du sie heiß ausspülen kannst, so dass sie relativ keimfrei sind. Oft hält sich dein selbst gemachtes Shampoo dann nur wenige Tage. Riecht es sonderbar oder zersetzt es sich, ab in den Müll. Stell dir also nur kleine Mengen her, die du in wenigen Tagen aufbrauchen kannst. Dass Keime, also Bakterien, Pilze und so weiter, sich vermehren, liegt am Wasser und daran, dass nichts konserviert. Du wolltest ja keine Parabene.
Hier ein paar Vorschläge, was du hineintun könntest. Bei fettigem Haar: Zedernöl, Rosmarinöl, Brennnesselaufguss oder Thymianaufguss. Bei dünnem, feinem Haar: Rosmarinöl oder Rizinusöl. Bei trockenem, sprödem, gekräuseltem Haar: Rosenöl oder Geranienöl. Bei stumpfem Haar: Lavendelöl oder Kamillenkrautaufguss. Juckt die Kopfhaut, schuppt sie oder fallen dir Haare aus, frag in der Apotheke oder beim Hautarzt nach.
Bei brüchigen Haaren: Huflattichaufguss. Der Aufguss oder das ätherische Öl kommt ja in die Seifenlauge. Die Seife hat natürlich auch selbst schon eine Wirkung. Bei normalen Haaren reicht oft schon alleine eine Lauge aus Olivenölseife als Shampoo. Generell ist Olivenöl rückfettend und gut für trockeneres Haar und Kopfhaut, ebenso Hanföl oder Sesamöl. Kokosöl eignet sich besser für fettigere Haare und Kopfhaut. Wir könnten endlos weitermachen. Mach dich am besten in einem guten Naturseifen- und/oder Kräuterladen kundig.
Mehr Glanz und Weichheit? Mach dir gleich noch Spülung und Festiger selbst.
Erwarte bitte keine sofortige Änderung. Geduld ist jetzt erst mal deine neue Disziplin. Nach jahrelanger Pflege mit Silikonen und Co. müssen sich deine Haare und Kopfhaut freischaufeln, bis sie wieder sie selbst sind. Bis der Silikonfilm beispielsweise ganz abgebaut ist, kann eine Weile ins Land gehen. In dieser Zeit können sich deine Haare hart anfühlen, schwer kämmbar sein und fettig wirken.
Diese kurzzeitige Verschlechterung geht vorbei und wandelt sich in Wohlgefallen. Ändert sich dann nichts, könnte es natürlich an den Zutaten liegen, die nicht zu deinem Haar passen. Du musst da etwas experimentieren. Vielleicht musst du aber lediglich das Shampoo noch viel, viel gründlicher ausspülen oder die Wassertemperatur senken.
Oder du versuchst es mit einer sauren Rinse als Spülung nach der Wäsche. Die machst du natürlich selbst aus Wasser und einem Schuss Bio-Zitrone oder Bio-Essig. Sie bringt Glanz und Weichheit und beseitigt sogenannten Seifenkalk, der manchmal entsteht, wenn Naturseife mit kalkhaltigem Wasser zusammenkommt. Auch Bier wirkt wie eine Spülung. Die Flasche gehört dann aber deinen Haaren. Bier bringt Glanz und gleichzeitig guten Halt. Keine Sorge, die „Bierfahne“ verfliegt geschwind.
Selbst rühren macht Spaß, und für alle anderen Tage gibt es fertige Flaschen.
Wenn dir das Anrühren zu aufwendig wird, findest du bei Haarwäsche und Pflege Shampoos mit ähnlich kurzen Zutatenlisten.
Du fragst dich, ob dein selbst gemachtes Shampoo zu deinem Haartyp passt? Schick uns dein Rezept, wir schauen es uns an. Wir sind immer erreichbar für dich. Über den Chat, mit der Post, per E-Mail, Brieftaube oder sogar per Fax.
Das fragen uns Löwenmähnen-Träger zu selbstgemachtem Shampoo am häufigsten.
Kann ich Shampoo selbst machen?
Ja, und du brauchst dafür weder Labor noch Studium. Mit kleinem Basiswissen und simplen Rezepten bekommst du ein Shampoo, dessen Zutaten du alle beim Namen kennst. Es gibt sehr einfache Varianten und etwas aufwendigere, je nachdem, wie tief du einsteigen willst. Spülung und Festiger lassen sich übrigens genauso selbst mischen.
Was muss ich beim DIY-Shampoo beachten?
Vor allem Hygiene und Haltbarkeit. Selbstgemachtes kommt ohne Konservierungsstoffe aus, deshalb arbeite mit sauberen Gefäßen, misch nur kleine Mengen und verbrauch sie zügig. Überleg dir außerdem, was dein Haar braucht, ob es fettet oder spröde ist, und wähl die Zutaten danach aus. Und denk daran, wozu Shampoo da ist: reinigen, ohne der Kopfhaut ihr gesundes Eigenfett komplett zu nehmen.
Ist selbstgemachtes Shampoo besser?
Besser nicht automatisch, aber genauer auf dein Haar zugeschnitten. Du weißt genau, was drin ist, und kannst die Zutaten auf dein Haar abstimmen, statt eine unverständliche Liste einzukaufen. Dafür brauchst du Sorgfalt bei Herstellung und Lagerung und etwas Geduld beim Ausprobieren. Wem das zu viel Plackerei ist, greift zu einem fertigen Shampoo mit kurzer Zutatenliste.
Was soll ein Shampoo leisten?
Eigentliche Aufgabe des Shampoos ist es, deine Kopfhaut und Haare zu säubern. Schmutz und Gerüche soll es schonend, aber komplett entfernen. Beim Eigenfett sieht es anders aus. Hier soll Shampoo nicht alles abwaschen, sondern einen Teil zurücklassen. Wenn Shampoo on top pflegende Nährstoffe und Feuchtigkeit ins Haar und in die Kopfhaut transportieren kann, ist das ideal, aber nicht seine Hauptaufgabe.
Kann ich meine Haare mit Natron waschen?
Kannst du, auf Dauer tut es deinem Haar aber nicht gut. In Wasser gelöst ist Natron basisch, je nach Mischung bis etwa pH 9, deine Kopfhaut dagegen ist leicht sauer, um pH 5. Eine Übersichtsarbeit im International Journal of Trichology beschreibt, dass ein basischer pH die Reibung zwischen den Haaren erhöht und die Schuppenschicht angreifen kann. Wäschst du doch mit Natron, spül danach mit einer sauren Rinse aus Wasser und einem Schuss Zitrone oder Essig nach.