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Du willst was zu Glycerin in Pflegeprodukten wissen?

Mike Seebauer |

Von Mike Seebauer · Aktualisiert am 17. August 2026

Glycerin ist ein Tausendsassa und ein Hans Dampf in allen Gassen.

Glycerin steht oft weit vorne in der Liste der Inhaltsstoffe und ist vor allem in so gut wie jeder Creme enthalten. Wir wollen es deshalb genauer in Augenschein nehmen. Glycerin, pflanzlich, tierisch oder künstlich? Das ist hier die Frage.

Glycerin kann tausend gute Dienste leisten. Aber wie Hans Dampf auch mal Unruhestifter und Tunichtgut sein. Glycerin ist schließlich süßer Alkohol. Dem Glycerin entkommst du kaum. Es ist in Tausenden Produkten des täglichen Lebens enthalten. In Lebensmitteln, Medikamenten und insbesondere in unseren Körper- und Haarpflegeprodukten. Da Glycerin Alkohol ist, kannst du deinem Chef kontern und auf dein Haarshampoo verweisen, wenn er dich auf deine Alkoholfahne anspricht.

Hi, hi. Späßle. Wir wissen ja, du gehst nicht alkoholisiert ins Büro, und dass Glycerin nicht nach Alkohol riecht. Während die einen meinen, es würde Feuchtigkeit spenden, sagen die anderen, es würde austrocknen. Über Glycerin wird also trefflich gestritten. Gut oder böse? Tatsache ist, dass Glycerin auch von der Haut selbst gebildet wird. Neben Harnstoff sorgt es dafür, dass die Haut nicht austrocknet, indem es Feuchtigkeit wie ein Magnet bindet.

Glatt und geschmeidig ist die Haut bei einem Wassergehalt von etwa zehn bis 20 Prozent. Es erscheint sinnvoll, Feuchtigkeit von außen zuzuführen, wenn sie spannt, rau und trocken ist, also ein Produkt mit Glycerin zu verwenden. Immerhin enthalten sehr viele Kosmetika Glycerin, sowohl konventionelle als auch zertifizierte Bioprodukte. Offensichtlich muss Glycerin nicht für sich alleine, sondern im Kontext betrachtet werden. Ob es pflanzlich, tierisch oder künstlich ist, ändert an der Wirkung nichts, es ist eine Frage des Gewissens.


Glycerin in Pflegeprodukten. Hier eine Erklärung.

Was ist und was kann Glycerin?

Zunächst zu anderen Bezeichnungen, unter denen dir Glycerin auf dem Etikett begegnen kann. Im Angebot haben wir: Glyzerin, Glyzerol, Glycerol, Propan-1,2,3-triol, 1,2,3-Propantriol, Propantriol, Glycerinum und E 422. Glycerin ist ein sogenannter dreiwertiger Zuckeralkohol. Sein Name kommt aus dem Griechischen, vom Wort glykerós, was süß heißt. Die eigentliche, korrekte Endung „-ol“ im Namen Glycerol verweist auf die Stoffgruppe „Alkohol“, zu der Glycerin gehört. Glycerin ist in Fetten und Ölen enthalten. Dort ist es chemisch gebunden als Triglycerid (Fettsäureester).

So. Chemischer machen wir es nicht. Wir verstehen es bis hierher gerade noch so. Auf jeden Fall ist Glycerin eine farblose, geruchlose, süße, leicht viskose, hygroskopische (wasseranziehende) alkoholische Flüssigkeit aus Ölen oder Fetten. Die Verwendungsmöglichkeiten von Glycerin sind vielfältig. Es ist ein Tausendsassa. Du kommst ihm nicht aus, wie gesagt. Es dient durch seine wasserbindende Eigenschaft als Feuchtigkeitsspender sowie als Feuchthaltemittel und durch seinen süßen Geschmack als Süßungsmittel.

So findest du Glycerin in zahlreichen Kosmetika wie Cremes, Zahnpasta, Deo, Rasierseife, Shampoo und so weiter. In Lebensmitteln wie Schokoladenerzeugnissen, Fleischerzeugnissen, Kaugummis, Trockenfrüchten und vielem mehr. Des Weiteren querbeet in Schuhcremes, Frostschutzmitteln, Schmierstoffen, Farbstoffen, Sprengstoff, Futtermitteln, Tabak, Nebelfluid in E-Zigaretten, sogar in Medikamenten und Biogasanlagen. Es scheint also zu wirken. Für Glycerin als Lebensmittelzusatz sieht die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit keinen Bedarf für eine Höchstmenge bei der täglichen Aufnahme.


Glycerin in der Haut- und Haarpflege.

Hier müssen wir es im Kontext betrachten, mit Luft und anderen Inhaltsstoffen. Wie wirkt Glycerin? Erstens ist es ein Humectant, also ein Feuchthalter. Es hält dein Produkt selbst, also Shampoo, Duschgel, Creme und so weiter feucht, so dass dieses nicht austrocknet. Zweitens ist es ein hydratisierender, also feuchtigkeitsbindender Stoff. Es bindet Wasser, aus dem Produkt, aus der Luftfeuchte und aus dem, das du auf Haut und Haare tust, hält es dort fest, so dass es Wasserverlust mindert und vor Austrocknung schützt.

Drittens mildert es die austrocknende Wirkung von Tensiden (waschaktiven Substanzen) und Emulgatoren (sie verbinden Öl und Wasser). Viertens entzieht es Mikroorganismen Wasser, das diese zum Vermehren bräuchten, so dass es enthaltene Konservierungsstoffe unterstützt. Wie könnte Glycerin schaden? Isoliert betrachtet schadet Glycerin nicht. Im Kontext mit Luftfeuchtigkeit betrachtet, könnte es schaden. Aus trockener Heizungsluft oder eisiger Luft kann es keine Flüssigkeit holen und binden.

Dann zieht Glycerin Wasser aus der Haut, kann folglich Haut und Haare austrocknen. Doch nur, wenn die Rezeptur des Produktes ungünstig ist. Geschickt soll eine Rezeptur sein, wenn sie erstens nicht zu viel Glycerin enthält, zweitens selbst Wasser mitbringt, so dass das Glycerin nicht auf Wasser aus Luft und Haut angewiesen ist und drittens pflanzliche Öle drin sind, die die Feuchtigkeit auf der Haut halten. Puhhh. Aber wer die Rasur hinkriegt, versteht auch das.


Woraus wird Glycerin gemacht?

Glycerin kann aus tierischen und pflanzlichen Fetten und Ölen natürlich gewonnen werden. Aber auch aus Erdöl künstlich synthetisiert werden. Glycerin wird auf verschiedene Weise gewonnen. Völlig natürlich entsteht es bei der Herstellung von Seifen aus Ölen und Natrium- oder Kaliumlauge. Es ist ein Nebenprodukt der Verseifung, das abgetrennt werden kann. Lässt du das Glycerin in der Seifenmasse, spendet es deiner Haut Feuchtigkeit.

Ursprünglich war Rinderfett Ausgangsbasis für Seifen und somit für Glycerin, ist es auch heute noch teilweise. Derart natürlich wird es inzwischen jedoch meist aus pflanzlichen Ölen, wie Kokosöl und Palmöl gewonnen. Halb natürlich entsteht Glycerin als Nebenprodukt, wenn bei der Herstellung von Biodiesel Rapsöl mit Methanol umgeestert wird.

Glycerin wird schließlich auch noch künstlich synthetisiert. Und zwar aus Erdöl, beziehungsweise aus dem Erdölderivat Propen. Für qualitätssensible Bereiche der Pharmaindustrie, Kosmetikindustrie und Lebensmittelindustrie wird konventionelles pflanzliches, tierisches oder synthetisches Glycerin aufwändig gereinigt, so dass es nahezu 100 Prozent rein ist. Für den industriellen Einsatz reicht oft weniger reines Glycerin.


Was ist besser? Tierisches, pflanzliches oder künstliches Glycerin?

Betrachten wir die chemische Formel, ist Glycerin gleich Glycerin. Betrachten wir das Zusammenspiel von Glycerin mit der Luftfeuchtigkeit und den anderen Zutaten in einem Produkt, verhält es sich also gleich. Von daher ist es nicht von Bedeutung, ob es aus tierischem, pflanzlichem oder petrochemischem Rohstoff stammt. Wir sehen jedoch natürlich wie immer auch die ethische Komponente.

Der Umwelt zuliebe und den Tieren zuliebe favorisieren wir auf jeden Fall pflanzliches Glycerin. Wobei auch bei diesem noch unterschieden werden muss zwischen bio und konventionell. Bist du Vegetarier oder Veganer, kommt für dich nur pflanzliches und synthetisches Glycerin in Betracht. Denkst du auch an die Ökologie, fällt synthetisches Glycerin aus dem Erdöl ebenso weg wie konventionelles aus Ölpalmen.

Wer alles fürs Gewissen korrekt machen möchte, sollte sich folglich für Glycerin entscheiden, das vegan ist, damit keine Rinder dafür sterben müssen, das nicht aus unseren Erdölressourcen stammt, und das on top noch aus kontrolliert biologischem, nachhaltigem Fairtrade Anbau stammt, damit auch keine Regenwälder für Ölpalmen abgeholzt werden, und Menschen anständige Arbeitsbedingungen haben.


Wir schauen bei den Inhaltsstoffen genau hin.

Wenn du wissen willst, woher das Glycerin in deinem Shampoo stammt, hilft ein Blick auf die Zertifizierung. In unserer Haarpflege findest du allerhand Naturkosmetik.

Du willst bei einem bestimmten Produkt genauer wissen, was drinsteckt? Frag uns danach, wir schauen für dich nach. Wir sind immer erreichbar für dich. Über den Chat, mit der Post, per E-Mail, Brieftaube oder sogar per Fax.


Das fragen uns Löwenmähnen-Träger zu Glycerin am häufigsten.

Was macht Glycerin in Pflegeprodukten?

Es bindet Feuchtigkeit wie ein Magnet und hält sie dort, wo sie gebraucht wird. Deine Haut bildet Glycerin sogar selbst und sorgt damit, zusammen mit Harnstoff, dafür, dass sie nicht austrocknet. Glatt bleibt sie bei etwa zehn bis 20 Prozent Wasser. Deshalb steckt Glycerin in sehr vielen Pflegeprodukten, ob konventionell oder zertifiziert bio.


Ist Glycerin gut für die Haare?

In ausgewogener Dosierung ja, besonders wenn dein Haar trocken und spröde ist. Glycerin zieht Feuchtigkeit an und hilft dabei, Haar und Haut geschmeidig zu halten. Diskutiert wird es trotzdem: Die einen sagen, es spende Feuchtigkeit, die anderen, es trockne aus. Wie so oft entscheidet nicht der einzelne Stoff, sondern das Produkt im Ganzen.


Ist pflanzliches Glycerin besser?

Chemisch gesehen macht es keinen Unterschied, ob das Glycerin pflanzlich, tierisch oder künstlich gewonnen wurde. Der Stoff ist am Ende derselbe. Die Frage ist also vor allem eine ethische, und wenn du auf tierische Herkunft verzichten möchtest, ist die pflanzliche Variante deine Wahl. Auf dem Etikett findest du Glycerin übrigens auch als Glycerol oder E 422.


Trocknet Glycerin die Haut aus?

In der üblichen Dosierung nicht, da überwiegt die Feuchtigkeit, die es bindet. Austrocknen kann Glycerin erst in hoher Konzentration oder bei sehr trockener Luft, wenn es sich das Wasser aus der Haut holt statt aus der Umgebung. Steht es in der Inhaltsliste ganz vorn, schau genauer hin. Eine gute Rezeptur bringt selbst Wasser und Öle mit.


Ist Glycerin vegan?

Pflanzliches und synthetisches Glycerin ja, tierisches nicht. Der Name in der Inhaltsliste verrät die Herkunft nicht. Sicher bist du mit einem Produkt, das als vegan ausgewiesen ist. Sonst frag beim Hersteller nach.


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