Von Mike Seebauer · Aktualisiert am 18. Oktober 2026
Am Anfang stand ein Bartöl ohne Namen.
Seitdem ich denken kann, haben wir unseren Produkten die Duftnote mitgegeben: erst das Bartöl Premium Vanille, dann das Bartöl Tonka Vanille, daneben Salbei Zypresse, Benzoe Orange und Minze Menthol. Wer den Namen las, hatte den Duft schon in der Nase.
Dann habe ich unsere Rezepturen neu aufgesetzt. Ich entschied mich, immer wenn es sinnvoll ist, auch ein Produkt ohne Duftstoffe zu kreieren. Als Grundlage, wenn du so willst, auf der ich aufbauen kann. Doch wie nenne ich ein Bartöl ohne Duftstoffe? Bartöl Pur? Bartöl Zero? Klingt beides nach Mineralwasser.
Eines späten Abends kam mir der Gedanke, wieder ein wenig mehr mit dem Piratenbild des Blackbeard zu spielen. Unser Rasier-Set mit dem Wechselklingenmesser heißt Säbelrassler, das mit dem Rasierhobel Enterhaken. Und ein Pirat ist auf der Suche nach Schätzen. Silber war für mich eine treffliche Bezeichnung, und die Namen für die anderen Linien waren schnell gefunden: Tonka Vanille ist jetzt Gold, Benzoe Orange Rubin, Salbei Zypresse Smaragd und Minze Menthol Saphir.
Was in jeder Linie steckt und wonach sie duftet, erzähle ich dir hier:
- Warum wir nicht einfach die alten Rezepte genommen haben.
- Das sind unsere neuen Linien.
- Das fragen uns Bartträger zu den neuen Namen am häufigsten.
Warum wir nicht einfach die alten Rezepte genommen haben.
Weil ich es selbst machen wollte. Früher haben andere für uns gemischt, jahrelang kamen unsere Öle von Meißner Tremonia, und sie haben ihre Sache gut gemacht. Als ich vor etwas mehr als einem Jahr unsere Produkte neu erdenken wollte, stand ich vor der Wahl: Gehen wir zu einem großen Lohnabfüller, oder suchen wir uns wieder eine Manufaktur? Ich habe mich entschieden, es selbst zu probieren. Seitdem wiege ich in unserer kleinen Manufaktur in Sonnendorf ein, rühre und fülle ab, in kleinen Chargen und von Hand.
Also habe ich dort angefangen, wo alles anfängt: beim Öl. Am Anfang stand kein Duft, sondern eine Mischung, die Bart und Haut pflegt und für sich allein bestehen kann. Daraus wurde Silber, und auf Silber baut jede andere Linie auf: dieselbe Grundlage, dazu ein Duft.
Dabei hat sich mehr geändert als der Name. Im alten Salbei Zypresse steckten Jojoba, Argan und Passionsfrucht, im Smaragd stecken heute Jojoba, Argan, Traubenkern, Rizinus und Squalan. Die Düfte mischen wir aus einzelnen Rohstoffen selbst, kein fertiges Duftöl aus dem Katalog. Wir sind nicht stehen geblieben, und mit uns weder die Düfte noch die Auswahl der Öle.
Das sind unsere neuen Linien.
Fünf Schätze, vier davon liegen schon in der Kiste. Jede Linie hat ihren eigenen Duft und ihr eigenes Bild.
Silber: ohne Duft, aber nicht ohne Geruch.
Silber hat keinen Vorgänger. Es ist die Grundlage, aus der alle anderen entstanden sind.
Halt deine Nase über die Flasche, und du riechst, ganz leise, das Öl selbst: fein das Jojoba, still das Traubenkernöl, eigen das Rizinus. Nach ein paar Minuten ist auch das verflogen. Was bleibt, ist Stille. Trägst du ein Parfum, behält es das letzte Wort; trägst du keines, riechst du nach dir selbst.
Die Gründe für Silber sind so verschieden wie die Bärte: Der eine mag schlicht keinen Duft, der andere trägt sein eigenes Parfum, der dritte arbeitet dort, wo Duft nicht hingehört.
Silber gibt es als Bartöl, Bartbalsam, Bartwäsche, Matte Pomade, Bartwichse und Juwelenwachs.
Gold: der Feldweg im letzten Abendlicht.
Gold ist der Erbe von Tonka Vanille, und der wiederum folgte auf Premium Vanille.
Das Tagwerk ist getan. Du gehst den Feldweg entlang, und die Sonne streift nur noch die Spitzen des Getreides. Vom Nachbarfeld weht der Duft von frisch gemähtem Heu herüber, süß und rund – so riecht Tonka, und die Vanille legt sich dazu. Am Wegrand lehnst du dich an den alten Zaun, dessen Holz den Tag über Sonne gesammelt hat: harzig, das ist die Benzoe Siam. Die Erde unter deinen Schuhen riecht nach Patchouli, die Halme am Rand nach Vetiver, und obenauf liegt ein Funken Bergamotte.
Gold gibt es als Bartöl, Bartbalsam, Bartwäsche und Matte Pomade.
Rubin: ein Abend am Kaminfeuer.
Rubin trägt schon seinen dritten Namen: Bevor er Benzoe Orange hieß, war er Blutorange Sumatraharz.
Draußen ist es dunkel geworden, drinnen knackt das Holz. Du sitzt mit deinem besten Freund in einer Hütte, weit weg vom Alltag, und die Flammen werfen Schatten an die Wand. Rauch zieht durch den Raum, harzig und schwer – Benzoe Sumatra und Weihrauch. Auf dem Tisch steht eine Schale kandierter Orangen, der Sessel unter dir riecht nach altem Leder, das ist das Labdanum, und an den Stiefeln klebt die Erde des Tages: Patchouli. Irgendwann schweigt ihr. Einer legt Holz nach.
Rubin gibt es als Bartöl, Bartbalsam und Bartwäsche.
Smaragd: der frühe Morgen in der Toskana.
Smaragd folgt auf Salbei Zypresse.
Die Welt um dich herum schläft noch. Barfuß trittst du auf die Terrasse, der Stein ist kühl, und über den Hügeln steigt langsam die Sonne. Du zupfst ein Blatt Salbei aus dem Hochbeet und verreibst es zwischen den Fingern: würzig und grün. Am Limettenbäumchen ritzt du eine Frucht mit dem Daumennagel an, frisch und spritzig. Am Hang stehen die Zypressen, herb und harzig, und der Boden unter ihnen riecht trocken nach Wurzel und Holz: Vetiver. Niemand hat es eilig.
Smaragd gibt es als Bartöl, Bartbalsam und Bartwäsche.
Saphir: das Eisbad.
Saphir ist der Erbe von Minze Menthol – und der letzte Platz in der Schatzkiste, der noch leer ist.
Der Schnee knirscht unter deinen Stiefeln, als du zum zugefrorenen See gehst. Du steigst ins Wasser, der Schlag nimmt dir kurz den Atem, und für einen Augenblick steht die Welt still. So soll Saphir riechen: krautig nach Rosmarin, Bergamottminze und Basilikum, am Ende kühl nach Minze.
Noch ist er nicht so weit. Er kommt, wenn er gescheit ist, vorher nicht.
Welcher Schatz ist deiner?
Vielleicht bist du seit Tonka Vanille bei Gold geblieben. Vielleicht suchst du schon geraume Zeit ein Bartöl, das nach gar nichts riecht. Oder du willst wissen, ob dein Bart eher in die Hütte am Kamin gehört oder auf die Terrasse in der Toskana.
Erzähl es uns – welcher Schatz deiner ist und wie er sich in deinem Alltag schlägt. Wir sind immer erreichbar für dich. Über den Chat, mit der Post, per E-Mail, Brieftaube oder sogar per Fax.
Mike :-{)
Das fragen uns Bartträger zu den neuen Namen am häufigsten.
Warum heißen die Blackbeards Produkte jetzt nach Schätzen statt nach ihrem Duft?
Weil ein Produkt ohne Duftstoffe schwerlich nach seiner Duftnote heißen kann. Die Suche nach einem Namen führte zurück zum Piratenbild, und ein Pirat sucht Schätze. So wurde die duftfreie Grundlage zu Silber, und die anderen Linien bekamen Namen aus derselben Schatzkiste.
Welcher neue Name gehört zu welchem alten Duft?
Tonka Vanille heißt jetzt Gold, Benzoe Orange Rubin, Salbei Zypresse Smaragd und Minze Menthol Saphir. Silber hat keinen Vorgänger: Es ist die Grundlage, auf der alle anderen aufbauen.
Riecht Gold noch genauso wie Tonka Vanille?
Nicht ganz. Tonka und Vanille sind geblieben, dazu kommen Benzoe Siam, Patchouli, Vetiver und ein Funken Bergamotte – und auch die Öle darunter haben wir neu ausgewählt.
Gibt es die Blackbeards Produkte auch ganz ohne Duft?
Ja, das ist die Silber-Linie: Bartöl, Bartbalsam, Bartwäsche, Matte Pomade, Bartwichse und Juwelenwachs. Ganz geruchlos sind sie nicht – du riechst leise die Rohstoffe selbst, und nach kurzer Zeit ist auch das verflogen.
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