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Deine Rasur mit dem Rasiermesser. Gewusst wie.

Mike Seebauer |

Von Mike Seebauer · Aktualisiert am 17. August 2026

Die klassische Rasur mit dem Rasiermesser. Die Königsdisziplin der Nassrasur.

Die Rasur mit dem Rasiermesser sehen wir als eine besonders stilvolle Form der Nassrasur. Gewissermaßen ist sie eine Art bewusstes Zelebrieren der Rasur, gleichermaßen ursprünglich wie auch zeitlos.

Früher, als Männer noch furchtlose Helden waren, mussten sie dies auch notgedrungen sein. Sie mussten sich ihrer Gesichtsbehaarung mit gefährlich anmutenden Gerätschaften entledigen, was sicher mit Schmerz und Blessur einherging. Moderne Rasiermesser hingegen, kombiniert mit hochwirksamen Pflegeprodukten, machen deine Nassrasur zu einem äußerst schonenden und gründlichen Vergnügen. Also: Keine Angst vor der Entscheidung, back to the roots zu gehen, Hektik und X-Beliebigkeit einzutauschen gegen Entschleunigung und Individualität.

Gerade mit der Körperpflege, zu der deine tägliche Rasur nun einmal gehört, unterstreichst du deine Persönlichkeit und stärkst dein Selbstwertgefühl, indem du der Alltäglichkeit den Rücken kehrst und mehr Genuss, mehr Kultur, mehr Ursprünglichkeit und mehr Nachhaltigkeit in dein Badezimmer und Leben bringst. Weg von schnell und oberflächlich, hin zu slow and genuine: Die Nassrasur mit selbst geschlagenem, sahnigem, duftendem Schaum, Rasierpinsel und Rasiermesser mag dir technisch herausfordernd und zeitaufwändig erscheinen.

Das ist sie auch. Das Ergebnis jedoch belohnt und drückt sich in Attributen aus: spürbar glatt, enorm gründlich, absolut zufriedenstellend. Mit Dosenschaum und Systemrasierer oder trockener Elektrorasur entfernst du deine Stoppel bequem, schnell und wohl auch gut. Der Rasiermesserrasur liegt eine tiefere Philosophie zugrunde: Deine klare Entscheidung, Pflege und Zeit als Luxus wertzuschätzen.


Alles rund um die Rasur mit dem Rasiermesser.

Die Grundausstattung für die klassische Rasur mit dem Rasiermesser.

Bei der Messerrasur ist die sorgfältige Vorbereitung deiner Haut und Haare oder Stoppel enorm wichtig. Sie gehört zum Ritual. Lege dir am besten drei, vier Pre Shave Produkte zu. Erstens Waschlotion oder Seife zum Reinigen von Bart und Gesichtshaut. Zweitens Peeling zur zusätzlichen wöchentlichen Entfernung von Hautschüppchen. Drittens Rasierseife oder Rasiercreme für den Rasierschaum und/oder viertens, für ganz harte „Felle“ und sensible Häute, Rasieröl. Des Weiteren brauchst du noch Hardware und After Shave Produkte.

Eine Rasierschale ist zum Schlagen des Schaumes notwendig. Ein Rasierpinsel zum Schaum schlagen und auftragen. Einen Lederriemen (auch Streich-, Stoß- oder Abziehriemen) benötigst du zum Nachschärfen deines Messers. Pflegepaste zur Reinigung und Pflege dieses Riemens. Mit einem flachen Schwamm reinigst du dein Rasiermesser während der Rasur.

Das Rasiermesser.

Bist du entschlossen, aus deinem vielleicht eher öden Alltagsprogramm auszusteigen? Es durch ein Morgenritual zu ersetzen, für das du dir Zeit nimmst, vorher Handtuch, Pinsel, Schale, Seife, Öl und Lederriemen bereitlegst und das mit jeder Übung besser ausgeht, dann möchten wir dir dabei helfen.

Du brauchst etwas mehr Zeit, je nach Talent mehr oder minder viel Übung und besonders bei den ersten Versuchen etwas mehr Vorsicht. Angst musst du nicht haben. Jedes Rasiergerät hat doch irgendwo eine scharfe Klinge, das Rasiermesser zeigt diese nur ehrlicher. Es ist nicht gefährlicher, deren Handhabung jedoch musst du trainieren. Neben den drei Voraussetzungen Zeit, Übung und Vorsicht benötigst du ein paar Utensilien und Pflegeartikel.

Bei den Rasiermessern gibt es im weitesten Sinne drei Varianten. Das Wechselklingenmesser ist mit einer austauschbaren Klinge bestückt, die nicht abgezogen oder gar geschliffen werden muss, da sie ausgewechselt wird, wenn sie stumpf ist. Das Kamisori ist ein traditionelles japanisches Messer, dessen etwas kürzere Klinge und Griff aus einem Stück geschmiedet sind.

Das normale Rasiermesser, das wir gerne empfehlen, ist zweiteilig, hat einen Klingenkörper mit festem Messer und eine Griff-/Heftschale. Im Folgenden werden wir dir mögliche Berührungsängste nehmen und dich darüber informieren, was du zur Messerrasur brauchst und wie sie richtig geht.

Der Abziehriemen.

Dein wichtigstes Rasierwerkzeug, dein Rasiermesser, muss scharf sein. Bei jeder Rasur verliert dessen Klinge etwas Schärfe. Ist sie stumpf, rasiert sie nicht mehr alle Barthaare weg, rupft eher, das Verletzungsrisiko steigt. Nimm deinen Streichriemen, ledere das Messer: streiche es in gleichmäßigen Bewegungen darüber. So wird es gereinigt und geschärft.

Allerdings muss das Rasiermesser nach deiner Rasur mindestens einen Tag ruhen, bevor du es ablederst. Rasierst du dich also jeden Tag, ist die Investition in ein zweites Rasiermesser eine Überlegung wert. Unsere Großväter hatten ganze Wochensätze, sprich sieben Rasiermesser. Eines für jeden Tag der Woche.

Reicht das Abledern nach einer gewissen Zeit nicht mehr, sprich, rupft es trotz Ledern, oder ist dir das Messer zu Boden gefallen, empfehlen wir dir, es professionell schleifen zu lassen. Das Schleifen ist nicht ohne und wird bei falscher Vorgehensweise dein Messer schädigen.

Sicher ist es männlich, es selbst versuchen zu wollen. Doch beim Schleifen ist das Risiko zu groß, dass du den Grat zerstörst, auf dem die ganze Schärfe sitzt, und am Ende mehr Schaden anrichtest, als du behebst.

Der Rasierpinsel mit Dachshaar.

Die wichtigsten Entscheidungsmerkmale für einen Rasierpinsel sind sein Haartyp und seine Haarqualität, denn die sind ausschlaggebend für die Qualität des Rasierschaumes. Der klassische Pinsel besteht aus Dachshaar, es gibt mittlerweile auch synthetische Fasern, die speziell für die Verwendung in der Nassrasur entwickelt wurden, und die wir dir nur wärmstens ans Herz legen können.

Über das Dachshaar solltest du wissen, dass es in drei, nennen wir sie, Gütestufen angeboten wird. Stockhaar, Zupfhaar und Silberspitz. Diese unterscheiden sich vor allem in der Feinheit der Haare, nicht aber in den allgemeinen Eigenschaften von Dachshaar.

Dachshaar ist wasserabweisend, saugt sich also anders als andere Borstentypen nicht voll und schäumt Rasierseife oder -creme durch seine Struktur so unnachahmlich fein auf. Es lohnt sich, in Qualität zu investieren. Deine Haut wird mit den richtigen Pinselhaaren weniger gereizt und schon das Pre Shave leichter verträglich. Wir haben im Übrigen schon vor vielen Jahren Rasierpinsel mit Dachshaar ersetzt durch welche mit synthetischem Haar. Aus Tierschutzgründen. Gib dem eine Chance.

Der Synthetikhaarpinsel.

Natürlichen gehen wir mit der Zeit, auch wenn wir die klassische Rasur mit all ihren traditionellen Utensilien zelebrieren. Aber an einem Pinsel aus synthetischem Haar kommst du heute nicht mehr vorbei. Daher empfehlen wir mit absoluter Berechtigung auch den Rasierpinsel mit synthetischem Haar. Die veganen Pinsel stehen einem Dachshaarpinsel in nichts mehr nach.

Die Struktur und Textur der einzelnen Haare und die unterschiedlichen Festigkeitsgrade sind perfekt. Das Preis-Leistungsverhältnis ist unangefochten gut, mit nahezu höchster Perfektion schlagen sie Rasierschaum auf und wir wollen wetten, du spürst nicht den geringsten Unterschied zwischen natürlicher oder synthetischer Borste, die sich Black Fibre oder Silvertip Fibre nennt.

Die Rasierschale.

Rasierseife ist für dich, der du Wert auf ein gepflegtes Gesicht legst, Basis für den besten Rasierschaum. Ob du Bart trägst und nur deine Konturen rasierst oder komplett glattrasiert sein möchtest, Rasierseife ist Teil einer klassischen Nassrasur und du solltest unbedingt einmal versuchen, selbst Rasierschaum daraus zu schlagen.

Und das funktioniert am besten in einer Rasierschale und mit einem Rasierpinsel, den du dafür nutzt, Rasierseife oder Rasiercreme aufzuschlagen. Einige Rasierseifen kommen bereits in einer kleinen Schale daher, andere wiederum nicht, und da lohnt sich die Investition in eine schöne Rasierschale oder eine Rasiertasse.

In die Schale gibst du Rasierseife, die du mit etwas heißem Wasser übergießt, wenn sie sehr hart ist. Um Rasierschaum zu schlagen, führst du den Rasierpinsel mit sanften, kreisenden Bewegungen über die Seife. Dazu wechselst du zwischen kreisenden und gerade schlagenden Bewegungen. Um Schaum hervorzubringen, fügst du Wasser hinzu.

Die richtige Menge macht's. Beginne mit wenig Wasser. Ist die Konsistenz zu seifig, füge etwas mehr hinzu. Hast du zu viel Wasser benutzt und ist der Schaum zu dünnflüssig, gibst du nochmals Seife hinzu, und rührst und schlägst einfach weiter, bis der Schaum schön cremig ist.


Vorbereitung / Pre Shave vor der Nassrasur. Der Grundstein für ein sanftes Rasurerlebnis.

Waschen mit Waschlotion, Peeling, Einweichen der Barthaare mit Rasieröl.

Weiche die zu rasierende Gesichts- und Halspartie gut mit warmem Wasser ein. Um Fett und Schmutz zu entfernen, raten wir dir, sie mit Waschlotion zu waschen. Dadurch entspannen die Muskeln des Haarkanals, so dass das Haar weiter heraustreten kann. Alternativ kannst du zum Weichmachen auch ein als noch angenehm empfundenes heißes Handtuch auf Oberlippe, Kinn und Hals legen.

Die leichte Rötung ist normal und zeigt dir, dass Wärme und Wasser ihre Arbeit getan haben. Etwa wöchentlich schenkst du deiner Haut und Bartzone eine zusätzliche Reinigung durch ein Peeling. Es löst abgestorbene Hautschuppen, eingewachsene Barthaare, öffnet Poren. Mache das ganz sanft und nicht direkt vor oder nach der Rasur, sondern am besten schon nach deiner Wäsche am Abend zuvor.

Hast du sehr störrisches, hartes Barthaar, hier noch ein Expertentipp vom Barbier unseres Vertrauens. Sobald du die Haut und Haare gewaschen hast, massierst du zusätzlich Rasieröl ein, bevor du dein Gesicht mit einem feuchten, heißen Handtuch umwickelst. Nimm dafür ein sauberes Handtuch und halte es unter heißes Wasser. Die Temperatur sollte sich angenehm warm anfühlen, nicht zu heiß. Zwei bis drei Minuten sind eine gute Zeit, in dieser kühlt das Handtuch ohnehin ab.

Einschäumen mit Rasierschaum.

Wenn du lediglich Konturen deines Bartes rasieren möchtest, kannst du auch nur, also ausschließlich, Rasieröl verwenden, weil dieses transparent ist und du genau siehst, wo du rasierst. Du lässt den Rasierschaum also komplett weg. Rasierst du große Flächen und nicht nur Konturen, empfehlen wir jedoch guten Rasierschaum. Dieser hat einige wichtige Aufgaben.

Er soll das Barthaar aufweichen und aufstellen. Er soll einen schützenden Film auf die Haut legen, über den der Rasierer leicht gleiten kann. Du machst dir deinen Rasierschaum selbst? Gute Idee. Solltest du eine Anleitung dazu brauchen, findest du sie in unserem Ratgeber „Rasierschaum richtig selbst schlagen“.

Du hast Haut und Barthaare gewaschen, das heiße Handtuch zwei bis drei Minuten umgelegt und deinen Rasierschaum geschlagen? Passt. Dann streiche dir den Schaum wie beim Malern mit dem Rasierpinsel ins Gesicht und massiere es dabei in leicht kreisenden Bewegungen und mit sanftem Druck. Unserer Erfahrung nach wirkt der selbst geschlagene Schaum aus einer Rasierseife oder -creme am besten, deutlich besser als der aus der Dose.

Denn er ist so sahnig, dass er die mindestens drei Minuten Einwirkzeit durchhält, ohne in sich zusammenzufallen. Durch den alkalischen Schaum quellen Barthaare bestens auf. Gleichzeitig hält er sie gewünscht feucht und warm und reduziert deutlich die Verletzungsgefahr, weil er die Klinge sanft über Haut und Haar gleiten lässt.


Es ist soweit: Nun folgt der offizielle Einsatz des Rasiermessers. Sei vorsichtig damit.

Wie du dein Rasiermesser hältst und führst.

Halte das aufgeklappte Messer so mit Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger, dass die geöffnete Schale vom Gesicht weg weist. Spanne die Rasierzone mit der freien Hand sowie durch Grimassen oder Aufblasen. Bewege das Messer in einem Winkel von 30° bis 40°. Nicht steiler, sonst schneidet die Klinge unter Umständen tiefe Wunden. Auch nicht flacher, sonst reißt und rupft sie an den Stoppeln.

Achte darauf, dass du aus dem Handgelenk heraus schabst und nicht andrückst. Hast du eine Narbe, entferne an dieser Stelle vorher besser den Schaum und Seifenreste. Wische das Messer beziehungsweise Schaum-Stoppel-Gemisch an einem feuchten Schwamm ab. Eine scharfe Klinge ist so entscheidend für das Rasierergebnis wie der 30° Winkel. Ist sie beschädigt oder stumpf, ist die Verletzungsgefahr groß.

Reinige die Klinge unter fließendem Wasser, tupfe sie vorsichtig trocken. Reiben könnte sie beschädigen. Lagere das Messer trocken und belüftet, damit es keinen Rost ansetzt. Hast du vor, dein Rasiermesser längere Zeit nicht zu benutzen, reibe es mit Öl, das für die Klingenpflege geeignet ist, ein. Viele Rasiermesser sind aus nicht rostfreiem Carbonstahl.

Wie du dich richtig mit dem Rasiermesser rasierst.

Nachdem der Schaum mindestens 3 Minuten wirken durfte, darfst du mit dem Messer die Königsdisziplin der Rasur ausführen. Als Neueinsteiger ergibt es Sinn, zunächst nur glatte Gesichtsflächen, zum Beispiel Koteletten und Wangen zu rasieren, anspruchsvollere Partien danach noch mit Hobel oder Systemrasierer. Oder du gehst gleich in die Vollen und testest dich langsam heran. Manche üben erst mal an einem Luftballon… Bist du entspannter und sicherer geworden, kannst du dich an Oberlippe, Kinn und Hals wagen. Für ein streichelzartes, nachhaltiges Ergebnis sind drei Rasierdurchgänge erforderlich.

  • Mit dem Strich (wenn du mit der Hand über Stoppeln/Haare streichst, spürst du keinen Widerstand) entfernst du etwa 50%.
  • Quer zum Strich (du wechselst die Richtung um 90°) kürzt du um weitere 30%.
  • Gegen den Strich (es fühlt sich rau an, wenn du darüber streichst) schabst du dann die restlichen 20% weg.

Wichtig ist, nach dem 1. und 2. Arbeitsgang wieder gründlich einzuschäumen. Beginne jeden Durchgang am Ohr, gehe über zu den Wangen, dann zum Hals, zum Kinn und schließlich zur Oberlippe.


Nachbereitung und die Anwendung von After Shave nach der Rasur.

Selbst bei bester Vorbereitung und Technik wird deine Haut durch die Rasur mehr oder minder strapaziert. Sie möchte nun gereinigt und verwöhnt werden. Wasche sie mit kaltem Wasser, das schließt die Poren etwas, danach mit warmem, bis die Stoppel- und Rasierschaumreste weg sind. Tupfe sie mit einem sauberen Tuch ab.

Rubbel nicht. Verwende exklusives After Shave gegen Rasierschäden. Adstringierender Alaunstift stillt blutige Schnittwunden und zieht die Haut spürbar zusammen — genau dafür liegt der Stein seit Generationen in jedem Barbiersalon. Balsam, Lotion, Moisturiser und Tonic kühlen, fetten rück, spenden Feuchtigkeit, duften und nehmen der Haut nach der Klinge das Spannen. Jeder Hauttyp ist anders. Finde heraus, was du persönlich brauchst. Fühlt sich die Haut trocken an oder brennt sie, ist sie sensibel oder doch robust? Möchtest du gerne etwas Erfrischendes mit Alkohol, etwas ohne Alkohol, einen guten Duft oder etwas Duftneutrales?

After Shaves gibt es mit allen möglichen Wirkstoffen und Inhaltsstoffen. Es ist sicher das genau Richtige für dich vorhanden. Schau dich einfach bei uns um. Wir führen Hersteller, die mit Pflanzenölen arbeiten und weitgehend ohne synthetische Zusätze auskommen. Lies unsere Beschreibungen zu den Pre und After Shave Produkten, um das Passende für dich zu finden.

Welche Form zu dir passt, entscheidet dein Hauttyp. Robuste Haut verträgt klassisches Rasierwasser mit viel Alkohol. Bei normaler Haut passt eher eine Lotion mit weniger Alkohol und mehr Pflege. Ist deine Haut trocken oder empfindlich, nimm einen Balsam ohne Alkohol oder mit wenig mildem. Deine Nase entscheidet mit.


Zum Wissen fehlt jetzt nur noch das Messer.

Wenn du die Königsdisziplin angehen willst, brauchst du ein Messer, das optisch und vom Schliff her zu dir passt, dazu Riemen und Pflege. All das findest du bei unseren Rasiermessern und Werkzeugen.

Du kaufst dein erstes Rasiermesser und weißt nicht, worauf du beim Schliff achten sollst? Melde dich, wir gehen es mit dir durch. Wir sind immer erreichbar für dich. Über den Chat, mit der Post, per E-Mail, Brieftaube oder sogar per Fax.


Das fragen uns Rasur-Enthusiasten zum Rasiermesser am häufigsten.

Wie rasiere ich mit dem Rasiermesser?

Spann die Haut mit der freien Hand und setz das Messer flach an, etwa im 30 Grad Winkel. Dann ziehst du es in kurzen Zügen über die Haut und lässt die Schärfe arbeiten, statt zu drücken. Fang mit den einfachen Partien an und nimm dir Kinn und Hals erst vor, wenn die Bewegung sitzt. Ruhe schlägt hier Tempo.


Was macht die Rasiermesser-Rasur so besonders?

Sie ist gründlich und gleichzeitig ein bewusstes Ritual. Du gibst Hektik ab und nimmst dir Zeit für etwas, das du selbst beherrschst, statt es einem Gerät zu überlassen. Dazu kommt der praktische Punkt: Ein gepflegtes Rasiermesser begleitet dich sehr lange, ohne dass Klingenmüll anfällt. Das Ergebnis fühlt sich glatt an und macht ein bisschen stolz.


Wie bereite ich mich vor?

Reinige Gesicht und Bart, weiche Haut und Stoppeln mit warmem Wasser auf und schlag dir einen sahnigen Schaum. Bei harten Haaren oder empfindlicher Haut kommt zusätzlich ein Rasieröl darunter. Vor der Rasur ziehst du das Messer über den Riemen, damit die Schneide gerade liegt. Nimm dir für all das ein paar ruhige Minuten.


Wie steigst du am besten in die Messerrasur ein?

Mit einem Messer, das dir gefällt und gut in der Hand liegt, mit Zeit statt Hektik und mit der Bereitschaft, ein paar Anläufe zu brauchen. Für den Anfang raten wir zu einem Rasiermesser mit Rundkopf, vollhohler Klinge und einer Breite von 5/8“ oder 6/8“. Ob Edelstahl, Karbonstahl oder Damaszenerstahl, ist zunächst zweitrangig: Edelstahl ist rostarm und deshalb pflegeleichter, die beiden anderen sind eine Nuance härter.


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Ist die Messerrasur für Einsteiger überhaupt machbar?

Ja, wenn du Disziplin, Courage und Geduld mitbringst. Sie ist die gründlichste aller Rasuren und gleichzeitig die herausforderndste, aber Hokuspokus ist sie nicht. Egal ob du absoluter Neuling bist oder vom Hobel umsteigst, es ist vor allem eine Frage des Wollens. Respekt vor der scharfen Schneide gehört dazu, Angst muss aber nicht sein.

Welches Rasiermesser passt für den Einstieg?

Eines, das dir gefällt und vor allem gut in der Hand liegt. Achte darauf, dass die Details dir den Anfang möglichst leicht machen, und denk auch an die passenden Accessoires. Ein japanisches Kamisori ist reizvoll, für den Einstieg raten wir aber davon ab, weil es eine ganz andere Formensprache hat als die gängigen Rasiermesser.

Brauche ich für die Messerrasur wirklich Pre Shave und After Shave?

Wir empfehlen dir beides, weil sie die Rasur zu einem kleinen Ritual machen. Ein Pre Shave bereitet Stoppeln und Haut auf die Klinge vor, ein After Shave gibt deiner Haut danach etwas zurück. Wer keine Lust hat, selbst Schaum zu schlagen und Pflege in sein Werkzeug zu stecken, wird an der Messerrasur ohnehin wenig Freude finden.

Was muss ich vorbereiten, bevor ich zum Rasiermesser greife?

Zeit, Utensilien und die Klinge. Rasier dich nicht zwischen Tuer und Angel, sondern in Ruhe, und leg dir vorher Handtuch, Pinsel, Schale, Seife, Oel und Lederriemen zurecht. Dann schlaegst du den Schaum, pinselst ihn auf die gewaschene, trocken getupfte Haut und laesst ihn zwei bis drei Minuten arbeiten. Ein warmes Handtuch ums Gesicht verstaerkt die Wirkung.

Wie oft muss ich das Rasiermesser abledern?

Vor jeder Rasur, und zwar nach einer Ruhezeit. Gib der Schneide nach dem Einsatz mindestens 24 Stunden Pause, bevor du sie wieder ueber den Lederriemen ziehst. Ein scharfes Messer schneidet spielerisch, ein stumpfes rupft und ziept. Ob Haengeriemen, Stossriemen oder Spannschraubriemen, wichtig ist vor allem, dass du es regelmaessig machst.

Ist ein Rasiermesser ueberhaupt das richtige Werkzeug fuer mich?

Respekt gehoert dazu, Angst nicht. Wenn dir schon beim Anblick der Schweiss auf der Stirn steht und die Haende zittern, ist es eher nicht dein Werkzeug. Bist du dagegen unsicher, aber neugierig, brauchst du vor allem Uebung. Die wenigsten haben den Bogen sofort raus, rechne also mit einigen Anlaeufen, bis alles sitzt.

Welche Vorteile hat ein Rasiermesser?

Es rasiert besonders glatt, weil nur eine einzige Schneide dicht an deiner Haut arbeitet. Dazu kommt die Langlebigkeit: Ein hochwertiges Messer begleitet dich bei guter Pflege sehr lange, und gebrauchte Klingen fallen gar nicht erst an. Es ist außerdem schön anzusehen, das gehört zur Wahrheit dazu. Vor allem aber macht es aus der Rasur ein bewusstes Ritual statt einer Pflichtübung.

Ist ein Rasiermesser nachhaltig?

Ja, das ist eines seiner stärksten Argumente. Du kaufst einmal und nutzt es über Jahrzehnte, wenn du es abziehst, trocken hältst und sorgsam behandelst. Klingenmüll entsteht dabei gar nicht, und Verpackungen sparst du dir gleich mit. Voraussetzung ist, dass du die Pflege durchziehst, sonst leidet die Schneide.

Lohnt sich der Aufwand?

Wenn du das Ritual magst, auf jeden Fall. Ein Rasiermesser verlangt Zeit, Übung und regelmäßige Pflege, dafür bekommst du eine sehr gründliche Rasur und ein Werkzeug, das dich lange begleitet. Willst du morgens nur schnell fertig werden, werdet ihr beide nicht glücklich miteinander. Fang außerdem nicht mit dem anspruchsvollsten Modell an, sondern arbeite dich in Ruhe hoch.

Warum gibt es euer erstes eigenes Rasiermesser nicht mehr?

Die Produktion wurde eingestellt und das letzte Exemplar ist verkauft. Es gab von Anfang an nur 520 Stück, jedes mit eigener Seriennummer und Echtheitszertifikat in einer beiliegenden Glasflasche. Nachschub kommt also nicht mehr. Wir blicken mit etwas Wehmut zurück und gleichzeitig nach vorne auf neue Werkzeuge.

Was steckte technisch in diesem Rasiermesser?

Eine Klinge mit fünf Achtel Zoll Breite, halbhohlem Schliff und Rundkopf. Der Stahl kam aus Solingen und war Kohlenstoffstahl, also nicht rostfrei. Die Heftschalen gab es aus African Blackwood oder schwarzem Kunststoff, auf der Klinge saßen Ornamente und in Handarbeit aufgebrachte Goldintarsien. Geliefert wurde alles in einer Holzschatulle mit Leinentuch.

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