Von Mike Seebauer · Aktualisiert am 17. August 2026
Die Rasur an sich und ihre Entstehung reichen weit in die Geschichte zurück.
Tja, wieso rasieren wir Männer uns überhaupt? So richtig in die Tiefe bist du bei deinen Gedanken dazu wahrscheinlich nie gegangen. Das holen wir jetzt nach, denn die Wurzeln zu kennen kann sicher nicht schaden. Lass uns dir erzählen, wer zum Beispiel den Rasierhobel erfunden hat oder wie wir vom einen Rasierer zum nächsten kamen.
- Wer den Rasierer erfunden hat? Ein guter Mann: King Camp Gillette. Aber da gibt es noch mehr
- Das fragen uns Rasur-Enthusiasten zur Nassrasur am häufigsten
Es ist anzunehmen, dass das Rasieren als regelmäßige Übung begann, noch bevor der Mensch anfing, seine Geschichte aufzuschreiben. Sehr wahrscheinlich haben die Männer irgendwann gemerkt, dass ein superlanger Rauschebart auch mal hinderlich sein kann. Etwa bei der Jagd oder weil sich auch kleine unangenehme Tierchen ab und zu darin einnisteten.
So nahm der Vorzeitmensch irgendwann nach einem genialen Gedankengang die scharfe Kante seines Feuersteinwerkzeugs her und schwupp, ab war die Matte. Es dauerte nicht lange, bis Muscheln als weitaus praktischere Rasierer erkannt und fortan verwendet wurden. Über die Jahre, vielleicht gar Jahrtausende, entwickelte sich daraus eine Art Kult.
Und bis heute wird zum Beispiel die erste Rasur noch hier und da in der Welt als Initiationsritus verstanden, nach dem der Junge dann ein Mann geworden ist. Und überall dort, wo Männern die Rasur verboten wurde, war sie das Erste, was sie sich zurückgeholt haben, sobald sie wieder durften. Ein Barbierstuhl ist selten nur ein Stuhl.
Wer den Rasierer erfunden hat? Ein guter Mann: King Camp Gillette. Aber da gibt es noch mehr.
Der Einzug der metallischen Schneide in der Neuzeit.
Klar, die Männer hatten irgendwann auch bemerkt, dass die Rasur noch besser geht, wenn man Wasser und Seifenschaum zu Hilfe nimmt und das Gesicht damit vorher nass macht. Die Herstellung von Metallen und die Fähigkeit, sie nach Wunsch zu bearbeiten, lieferte als Resultat dann das Rasiermesser. Es war lange die gängige Methode für die Nassrasur, denn gegeben hat es erstmal nichts anderes. Und damals wie heute war das Rasieren mit dem Messer eine kleine Kunst für sich, die nicht jeder auch meisterlich beherrschte.
So liefen viele Männer sicher ohne Bart, dafür aber auch immer wieder mal mit typischen Macken im Gesicht herum. Der Barbier war also schon Anno dazumal eine begehrte Gestalt und eine feste Größe, der sein Handwerk den Lebensunterhalt sicherte. Aber früher wie heute konnten sich nicht alle alles leisten. Daher gab es in früheren Zeiten viele Bartträger, die eigentlich gar keine sein wollten.
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Vom Rasiermesser zum ersten Rasierhobel, ein großer Schritt.
Ob es nun aus einem sozialen Gedanken heraus geboren wurde, jedermann eine erschwingliche Nassrasur zu ermöglichen, oder ob es einfach eine gute Geschäftsidee gewesen ist, das wissen wir nicht. Aber nicht näher zu benennende Entwickler der Rasiertechnik schauten sich bei den holzverarbeitenden Kerlen das Prinzip eines ihrer Werkzeuge ab.
Und sie dachten sich: Wie der Hobel das Brett glätten kann, so kann das auch im Gesicht funktionieren. Und siehe, der erste Sicherheitsrasierer in Form des Keilhobels war geboren. Der verbreitete sich recht schnell und war erstmals in Großbritannien ab 1874 auf dem freien Markt zu kaufen.
Zwar war diese erste Variante des Sicherheitsrasierers noch nicht perfektioniert wie heutige Rasierhobel, aber jeder Mann konnte es nun selbst in die Hand nehmen und das mit wesentlich geringeren Risiken als mit dem Rasiermesser. Leider mussten die Keilhobel wie die Rasiermesser regelmäßig abgezogen und so geschärft werden, aber immerhin war ein entscheidender Schritt getan.
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Und dann: Ein Rasierer mit austauschbaren Rasierklingen, der Rasierhobel.
Der Beginn eines Siegeszuges, der bis heute anhält, lässt sich auf das Jahr 1895 datieren. Da nämlich brachte King Camp Gillettes Kleinhirn einen genialen Einfall hervor, der in der Erfindung einer Halterung samt Griff bestand, in die eine Rasierklinge eingelegt werden konnte, die nicht mehr nachgeschliffen werden musste. Wurde sie stumpf, sollte sie durch eine andere ausgetauscht werden. Zudem sollten die Klingen zwei Schneiden haben, die vor dem endgültigen Tausch einmal gewendet werden konnten. 1901 meldete er das Patent an; erteilt wurde es erst im November 1904.
Die Jahre dazwischen gingen für die Suche nach jemandem drauf, der die Klingen so dünn und so gleichmäßig walzen konnte, wie Gillette sich das vorstellte. Ab 1903 produzierte die Gillette Company. Das erste Verkaufsjahr brachte 51 Rasierhobel und 168 Klingen — eine Bilanz, bei der jeder Vernünftige aufgehört hätte. Ein Jahr später waren es 90.000 Hobel und 12,4 Millionen Klingen. Als die amerikanische Regierung im Kriegsjahr 1917 einen Auftrag für die Lieferung von weit über 30 Millionen Rasierklingen erteilte, war King Camp Gillettes Status endgültig seinem erlauchten Vornamen gerecht geworden.
Verschiedene Abarten des Rasierhobels kamen aber schon weit vor dem Zweiten Weltkrieg hinzu. 1921 entwickelte Jacob Schick den sogenannten Injectorhobel, mit dem einseitige Klingen durch ein Kassettensystem schnell getauscht werden konnten. Auch der erste elektrische Rasierer mit Schwingankermotor geht auf seine Kappe. Schick verkaufte seine Geschäftsidee später an die Eversharp Incorporation.
Von dort ging die Marke 1970 an Warner-Lambert, das 1992 auch Wilkinson Sword übernahm und beide unter ein Dach stellte. Danach wurde weitergereicht: Pfizer im Jahr 2000, Energizer 2003, seit der Abspaltung 2015 Edgewell. Wer heute eine Klinge aus dem Supermarktregal nimmt, kauft von einem Konzern, dessen Namen er noch nie gehört hat.
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Plan B tritt auf den Plan, der Systemrasierer.
Der führende Lauf von Gillette wurde erst spät gebremst, und nicht von der Klinge, sondern von dem, was man um sie herum baute. Anfang der Siebziger kam der Systemrasierer: ein Scherkopf aus Kunststoff mit zwei übereinander angeordneten Klingen, der nach Abnutzung im Ganzen getauscht wurde. Nicht nachschleifen, nicht wenden — wegwerfen.
Von da an ging es Zug um Zug, und immer in dieselbe Richtung. Ein Kopf, der sich der Gesichtskontur anpasst. Eine dritte Klinge. Eine vierte. Ein Gleitstreifen, der Pflegeöl abgibt. Ein Motor, der den Kopf zusätzlich schwingen lässt. Jede Neuerung wurde vom jeweils anderen Haus binnen weniger Jahre beantwortet.
Wer die Reihe von außen betrachtet, sieht zwei Konzerne, die dasselbe Rennen liefen. Die Frage, die dabei niemand mehr gestellt hat, ist die naheliegendste: ob mehr Klingen überhaupt besser rasieren. Genau dort setzt der Rasierhobel wieder an. Mit einer.
Mit immer mehr Gimmicks setzt sich der Konkurrenzkampf der Hersteller bis heute fort. Sei es die Kombi aus System-Nassrasierer, der auch noch trocken rasieren kann und dessen Scherköpfe auf verschiedene Griffe passen, ein sogenannter Flexball, der den Scherkopf noch beweglicher macht oder zusätzliches Pflegeöl auf dem Lubrikationsstreifen. 2007 führte der südkoreanische Hersteller Dorco dann die sechste Klinge ein. Alles in allem: Ende offen.
Und doch hat der Rasierhobel auf lange Sicht die Nase vorn.
Aber während sich die Marktführer im Bereich der Nassrasierer bis heute aneinander reiben und sich gelegentlich gerichtlich über Patente streiten, ist etwas in den Köpfen von immer mehr Endverbrauchern angekommen. Und das ist das Ende der Wegwerfgesellschaft, beziehungsweise die Verringerung des aus diesem Prinzip entstehenden Mülls. Das bedeutet im Klartext: Back to the Roots. Denn eine Metallklinge in einem Rasierhobel, der über viele Jahre hält, hat neben dem kleineren Müllberg noch weitere Vorteile. An vorderster Front steht hier die Qualität der Rasur. Die kann nämlich viel besser hergestellt werden mit einem guten Rasierhobel.
Hier wird kein Pauschalurteil gegen Systemrasierer gesprochen, die im Schnelldurchgang auf Reisen, nach dem Sport et cetera selbstredend sehr passable Ergebnisse liefern. Aber dem Müllberg, der durch sie größer wird, steht eben die Brillanz des Schnittes gegenüber, die mit dem klassischen Rasierhobel in Kombination mit guten Markenklingen herzustellen ist.
Keine Kontur wird so sauber rasiert, kein Barthaar so nah an der Haut gekappt, sprich kein Systemrasierer schafft so glatte Ergebnisse, und mögen es noch so viele Klingen im Kopf sein. Drum merke, Mann: Willst du das Beste, nimm dir in deinem Badezimmer die Zeit für deine Nassrasur mit einem richtigen Rasierhobel. Von einem König, zumindest im Namen, erfunden ist dieser Sicherheitsrasierer nach wie vor der unangefochtene King der Nassrasur.
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Aus Jahrtausenden Rasurgeschichte ist ein Ritual geworden, das du täglich hast.
Vom Hobel über Pinsel und Seife bis zum After Shave steht die ganze Kette in unserer Rasur-Abteilung beieinander.
Du willst deine Nassrasur von Grund auf neu aufbauen und weißt nicht, womit du anfängst? Schreib uns, wir stellen dir eine Grundausstattung zusammen. Wir sind immer erreichbar für dich. Über den Chat, mit der Post, per E-Mail, Brieftaube oder sogar per Fax.
Das fragen uns Rasur-Enthusiasten zur Nassrasur am häufigsten.
Seit wann rasieren sich Menschen?
Vermutlich schon, bevor der Mensch anfing, seine Geschichte aufzuschreiben. Die ersten Werkzeuge waren die scharfen Kanten von Feuersteinen, später erkannte man Muscheln als weitaus praktischere Rasierer. Mit der Bearbeitung von Metall kam dann das Rasiermesser und damit die Nassrasur, wie wir sie kennen. Aus der Notwendigkeit wurde über die Jahrtausende ein Kult, mancherorts gilt die erste Rasur bis heute als Initiationsritus.
Wie haben sich Rasurwerkzeuge entwickelt?
Vom Feuerstein über die Muschel zum Rasiermesser, das lange die einzige Möglichkeit für eine Nassrasur war. Weil längst nicht jeder das Messer meisterhaft führte, war der Barbier schon damals eine feste Größe. Später kamen der Keilhobel und der Sicherheitsrasierer mit Wechselklingen, danach der Systemrasierer. Der Rasierhobel hat sich bis heute gehalten, weil er langlebig und gründlich zugleich ist.
Warum rasieren wir uns überhaupt?
Am Anfang stand wohl schlicht der Alltag: Ein sehr langer Bart war bei der Jagd hinderlich und bot kleinen Tierchen ein Zuhause. Aus dieser Notwendigkeit wurde nach und nach Kultur, ein Ritual und ein Zeichen der Zugehörigkeit. Heute rasieren sich die meisten aus Gewohnheit, aus Freude am gepflegten Aussehen oder um ihre Bartkonturen sauber zu halten. Wie viel du davon zelebrierst, bleibt ganz dir überlassen.