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Die Bärte der Wikinger.

Mann mit Axt, Fellumhang und langem Vollbart im Wikinger-Look

Mike Seebauer |

Von Mike Seebauer · Aktualisiert am 17. August 2026

Einen Wikinger zu Lande können wir uns genauso wenig vorstellen, wie einen Wikinger ohne Bart.

Doch auch Wikinger gingen bisweilen von Bord und an Land, betrieben Ackerbau und Viehzucht. Und es gab auch Wikinger ohne Bart. Kaum zu glauben, nicht? Doch wohl jeder hat in Kindertagen den kleinen Zeichentrickjungen Wickie geliebt. Also Wickie und die starken Männer geguckt. Und da liefen mehr Bartlose auf dem Wikingerschiff herum als Bärtige. Im Gedächtnis ist uns allen jedoch ein Bärtiger geblieben: Wickies Vater Halvar. Der furchtlose Anführer der Wikinger. Gesicht hatte dieser kaum, unterhalb des Hörnerhelms waren nur langes rotes Haar und ein überwältigender riesiger roter Bart zu sehen.

Und so stellen wir uns wohl seit unserer Kindheit einen Wikinger vor. Rotbärtig. Vollbärtig. Mächtigbärtig. Sein Erzfeind war Sven, der schreckliche Pirat. Auch er trug Bart. Auch einen ungewöhnlichen, im Halbsternstil. Aber nicht in rot, sondern in schwarz. Was blieb als latente Botschaft in unseren Gedächtnissen? Kämpfer und Helden tragen mächtige Bärte und Sieger tragen insbesondere rote Bärte.

Denn Halvar gewann immer. Lassen wir hier mal außer Acht, dass er von Wickies Schläue profitierte. Bärte machen also echte Männer aus! Was die anderen Charaktere auf dem Wikingerschiff, also Faulpelz Snorre, Warmherz Faxe, Streithahn Tjure und Ausschauhalter Gorm bestätigen. Allesamt bartlos. Doch nehmen wir die Wikingerbärte mal genauer in Augenschein.


Waren alle Wikingerbärte rot?

Bedenken wir, dass die Wikinger ja in den skandinavischen Ländern beheimatet waren, also aus Dänemark, Norwegen und Schweden stammten, könntest du schlussfolgern, dass es sich wohl vornehmlich um helle Typen handelte, die auch helle Haare hatten. Folglich können wir davon ausgehen, dass auch ihre Bärte heller waren. Aus geschichtlichen Überlieferungen kannst du schließen, dass sie meist blonde, rotblonde, rote und hellbraune Kopfhaare und Barthaare hatten. Sie waren also nicht alle rot, aber in der Regel hell. Auch weiße Bärte gab es. Denken wir nur an Urobe, den Alten mit großem Erfahrungsschatz an Wickies Seite.

Seit geraumer Zeit, das lässt sich wohl ohne großen Zweifel behaupten, prägt unser Bild der Wikinger maßgeblich die Serie „Vikings“. Ragnar und seine Söhne sind Paradebeispiele von bärtigen Wikingern und schaust du dir die große Anzahl der bärtigen Schauspieler mal genauer an, kannst du eine leichte Tendenz hin zu helleren Bärten durchaus erkennen. Aber ja, wir wissen natürlich, dass es sich nur um eine Serie handelt.

Ragnar und seine „Vikings“.

Die sagenumwobene Gestalt des Ragnar Lodbrok oder wie ihn die Franken damals nannten Reginheri, ist in seiner historischen Überlieferung keineswegs unumstritten, eigentlich weiß niemand genau, ob er überhaupt gelebt hat. Was soll's, heute ist er zweifelsohne eine Legende. Folgst du seiner Spur, findest du dich im Jahr 845 wieder.

Und nein, wir treiben grad nicht durch das eisige und bitterkalte Meer oder stapfen durch das moosbewachsene Norwegen, nein, wir sind in Paris. 845 ist das Jahr, für das die historisch gesicherten Quellen berichten, dass ein Wikingeranführer Paris überfallen hat. Wer war dieser Geselle denn eigentlich, und wie viele Frauen hatte er?

Je nach Überlieferung, einmal die isländische Saga Ragnar Lodbrokar und dann die eines Geschichtsschreibers namens Saxo Grammaticus, hat Ragnar unterschiedlich oft geheiratet. Die Frauen an Ragnars Seite waren: Lathgertha, Aslaug, Thora und Suanlogha. Aus jeder Ehe kamen wiederum auch Söhne und angeblich auch Töchter hervor. Zugegeben, bei „Vikings“ sind die Söhne Hauptprotagonisten, da sie das Erbe von Ragnar antreten, denn auch ein Mann wie Ragnar Lodbrok muss irgendwie, irgendwo und irgendwann einmal das Zeitliche segnen.

Übrigens: Der Beiname Lodbrok, zu Deutsch „Lodenhose“, verweist auf das Outfit, das Ragnar beim Kampf mit einem Lindwurm trug, um sich vor dessen giftigen Bissen zu schützen. Seinen Tod fand er anscheinend ohne Schutzkleidung, als er in die Schlangengrube des northumbrischen Königs Aelle geworfen wurde. Was bleibt für uns, ist sein ikonischer Bart und alle Bärte, die bei „Vikings“ maßgeblich unser Bild der Wikinger prägen.


Beeindruckende Bartträger auf großer Fahrt.

Die Skandinavier erfanden im achten Jahrhundert das berühmte Wikingerschiff mit diesen beeindruckenden Segeln. Nebst vielen Varianten das hochseetaugliche Langschiff (langskip), das als reines Kriegsschiff diente, und das Handelsschiff (kaupskip), mit dem Waren transportiert wurden. Die Bezeichnung Wikinger leitet sich vom altnordischen Wort víkingr ab, dessen Herkunft bis heute umstritten ist. Gemeint waren Menschen, die sich weit von der Heimat entfernt auf Seefahrt befanden.

Skandinavische Bauern wurden also nun zu Seefahrern, zu gefürchteten Plünderern, aber auch zu ehrlichen smarten Händlern, hießen als solche nun Wikinger und zogen mit ihren Navigationskünsten und Schiffen hinaus in alle Welt. Ihre Fahrten führten sie nach Nordamerika, Großbritannien, Island, Grönland und Russland, bis nach Italien, Spanien und in die heutige Türkei. Die Wikingerzeit dauerte gut 250 Jahre und ganz sicher hat sich der ein oder andere Krieger auch auf seinen Beutezügen in eine hübsche einheimische Frau verliebt und aus ihrer innigen Liebe mag vielleicht auch der ein oder andere kleine Wikingerjunge mit dunkleren Haaren entstanden sein.


Waren Wikingerbärte zottelig oder kannten die Wikinger damals schon Bartpflege?

Wikinger mögen mitunter sehr barbarisch gewesen sein, zumindest die Kriegerischen auf Beutezug. Doch Geschichtsbüchern zufolge scheinen sie auch ein reinliches Naturell gehabt zu haben. Sie wechselten häufig ihre Kleider, Körperhygiene war ihnen wichtig und Samstag war wohl expliziter Badetag. Auch auf ihre Haare legten sie äußersten Wert. Sie kämmten sie täglich und trugen Haarschmuck. Der männliche Wikinger war meist stolzer Bartträger, wusch seinen Bart regelmäßig und kämmte ihn.

Der Bart galt auf jeden Fall als männliches Statussymbol und der geschmückte als Zeichen des errungenen Wohlstands. Krieger und Händler schufen kleine Kunstwerke aus ihm. Manch langes Barthaar wurde vielleicht geflochten und mit einer Perle aus verschiedensten Materialien zusammengehalten. Im Übrigen hatten die Skandinavier wohl von jeher Sinn für eine ordentliche Bartpflege. Zahlreiche prächtige Rasiermesser wurden bereits in Gräbern der Bronzezeit gefunden. Gut vorstellbar ist es von daher, dass sich der kämpferische und todesmutige Wikinger seine Konturen mit einem damals noch gefährlich scharfen Rasiermesser definierte. Statt Zotteln also Konturen auf Zack und Zöpfe mit Perlen.


Sahen alle Wikingerbärte gleich aus oder gab es damals schon diverse Bartstile?

Die Wikingerzeit datiert ins frühe Mittelalter hinein. Sie begann 793 und endete 1066 nach Christus. Wäre komisch, wenn sich in diesen über 250 Jahren nichts am Bartstil geändert hätte. Historischen Funden und Belegen zufolge variierte der Bartstil der Wikinger. Sehr oft ist allerdings schon von langen Bärten die Rede. Es soll Männer gegeben haben, deren Bärte bis zum Schoß reichten und die ganze Brust bedeckten. Aber Abbildungen zeigen auch kurze Kinnbärte, kleine sowie große Knebelbärte und bisweilen bartlose Gesichter.

Auch Schnurrbärte gab es. Sehr füllige Schnurrbärte, also solche, deren Haar über den Mund hing, wurden damals jedoch nicht durch Zwirbeln und Wichse in Form gebracht. Sie wurden womöglich mit Perlen seitlich gehalten. Perlen fanden sich in vielen Gräbern, wofür genau sie getragen wurden, ist aber unklar. Wenn derartiger Schmuck in den Bart gearbeitet wurde, zeugt das davon, dass Wikinger wohl schon gerne und überwiegend große lange Bärte trugen, die kunstvoll und mit edlem Schmuck verziert schließlich Ausdruck von Männlichkeit, Macht, Status und Reichtum waren.


Vorbei ist die Wikingerzeit. Angesagt ist die Blackbeards Zeit. In dieser ist jeder Bart eine Augenweide.

Mögen die Wikinger ihre roten und hellen Bärte gehabt haben und gar bis zum Äußersten, dem Bleichen, gegangen sein. Wir sehen die Farbe nicht als Kriterium für einen stattlichen Bart an. Mächtige Bärte bewundern wir schon. Aber wir finden auch jeden kleinen gepflegten Bart attraktiv.

Wir stehen zu unseren schwarzen und braunen Exemplaren, die ganz ohne Schmuckstücke schmucke Bärte sind, und wir mochten auch unseren früheren Kollegen Fabian, der mit seinem rotblonden Kinnschopf als Wikinger durchgehen konnte. Wir sagen: Hauptsache sauber, gut getrimmt, konturiert, duftend, weich und glänzend. Alles, was du dazu brauchst, gibt’s in deinem Blackbeards Onlineshop.


Ein Wikingerbart lebt von Länge, Pflege und ein bisschen Trotz.

Damit ein langer Bart nicht wild, sondern gewollt aussieht, brauchst du Öl, Balsam und eine Bürste, die durchkommt. Alles davon liegt in der Bartpflege für dich bereit.

Du willst deinen Bart über die Brust hinaus wachsen lassen und fragst dich, wie du ihn dabei bändigst? Melde dich, wir haben die Erfahrung am eigenen Kinn. Wir sind immer erreichbar für dich. Über den Chat, mit der Post, per E-Mail, Brieftaube oder sogar per Fax.


Das fragen uns Bartträger zu Wikingerbärten am häufigsten.

Hatten alle Wikinger rote Bärte?

Nein, das ist eher ein Bild aus Zeichentrick und Serien. Die Wikinger waren vor allem in Norwegen, Schweden und Dänemark zuhause, also überwiegend helle Typen. Überlieferungen deuten auf blonde, rotblonde, rote und hellbraune Haare hin, bei den Älteren gab es auch weiße Bärte. Rot kam vor, war aber längst nicht die Regel.


Trugen alle Wikinger einen Bart?

Nein, bartlose Wikinger gab es sehr wohl. Unser Bild vom mächtig bärtigen Krieger stammt vor allem aus Geschichten und Filmen, in denen der Anführer den größten Bart trägt und am Ende gewinnt. Wikinger fuhren außerdem nicht nur zur See, sondern betrieben auch Ackerbau und Viehzucht. Ihr Alltag war weniger heldenhaft, als die Bilder vermuten lassen.


Wie realistisch sind die Bärte in Wikingerserien?

Sie prägen unser Bild stärker als jede historische Quelle. Schaust du genauer hin, erkennst du bei den bärtigen Darstellern eine Tendenz zu helleren Bärten, was zumindest zur Herkunft passt. Trotzdem bleibt es Fernsehen und keine Geschichtsstunde. Als Inspiration für deinen eigenen Bartstil taugen die Vorbilder aber allemal.


Was hat ein Bartpflege-Shop mit einer Wikingerausstellung zu tun?

Bärte und Wikinger gehören einfach zusammen. Traditionsbewusste Bartträger führen diese frühe Bartkultur bis heute fort. Als im Rosenheimer Lokschuppen die Ausstellung lief, lag eine Zusammenarbeit also nahe. Losgegangen ist sie mit einem Fotoshooting, für das sich die Crew in eine bewaffnete Wikingerhorde verwandelt hat.


Waren die Wikinger alle wilde Krieger?

Nein, das ist vor allem ein romantisches Bild. Die meisten von ihnen lebten auf Höfen und in kleinen Dörfern, waren Bauern, manche auch Kaufleute. Auch wer auf Raubzug ging, blieb oft Bauer und kehrte danach auf seinen Hof zurück.


Trugen Wikinger im Kampf tatsächlich Hörner am Helm?

Offenbar nicht. Kein bisher gefundener Wikingerhelm hat Hörner. Die gehörnten Helme aus Skandinavien stammen aus der Bronzezeit, rund 2.000 Jahre vor den Wikingern, und dienten wohl eher kultischen Zwecken. Ihre Hörner bekamen die Wikinger erst 1876 auf der Opernbühne bei Wagner. Das gehört zu den vielen Bildern, die wir aus Erzählungen und Filmen im Kopf haben und die mit den echten Nordmännern wenig zu tun haben. Etwas Ernüchterung gehört zum Thema also dazu.


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4 Kommentare

Hi ich benötige Hilfe habe einen 10 cm langen kinnbaet weiß. Nun kommen braunen stellen durch. Bin zur Zeit in der Reha. Heut im Bad ist anschließend der Bars wieder fast weiß. Bestimmt durch Chlor. Kann ich etwas.machen für die Zukunft das er weiß meint? Viele Grüße Guido

Guido,

Antwort an Guido:

Hallo Guido,

danke für deine Nachricht. Normalerweise werden im Laufe der Jahre die Haare weiß oder grau, indem die Haarwurzeln kein Melanin mehr produzieren.
Es gibt jedoch auch Fallstudien, in denen die Probanden nach “einer stressigen Lebensphase” wieder mehr Farbe in ihren Haaren wiederfinden konnten. Du siehst, es ist also nichts unmöglich.
Falls dich vereinzelte braune Haare in deinem sonst weißen Bart stören sollten, musst du wohl zu Haarfärbemitteln greifen (was wir jedoch nicht unbedingt empfehlen).
Auch ein zweifarbiger Bart ist ein schöner Bart. ;-)

Liebe Grüße
Franziska von blackbeards

Franziska von Blackbeards,

Zu der Frage: hatten die Wikinger rote Bärte?
- in der Regel schon 😉

Marcus,

Ich war an dem Tag auch da, als ihr die Bilder gemacht habt! Tolle Wikinger, tolle Bilder!

Nicole,

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