Drei Bärte der Bartmeisterschaft 2019 in Worms im Interview.

Die Bartmeisterschaft 2019 in Worms war ein großartiges Event, bei dem sich allerlei tolle Bärte getummelt haben. Bei so viel geballter Expertise konnten wir nicht anders und haben uns drei erfolgreiche Bartträger ausgesucht und sie interviewt.

Präsentiert die Bärte.

Die süddeutsche Bartmeisterschaft in Worms fand am 6.4.2019 statt. Dass viele großartige Bärte anwesend waren, dürfte kein Geheimnis sein. Von klassischem Vollbart naturale über Freestyle bis hin zu historischen Bartstilen. Da wir Bärte lieben, haben diese Ansammlungen passionierter Bartträger für uns einen besonderen Stellenwert. So viel konzentrierte Erfahrung und Begeisterung. Da geht uns das Herz auf. Deswegen haben wir uns mit drei bärtigen Männern in Verbindung gesetzt, die nicht nur bei diesem Event erfolgreich teilnahmen, sondern regelmäßig bei Barttreffen zu sehen sind und haben ihnen ein paar Fragen zu Bartpflege und Bartmeisterschaften gestellt.

Marc “Don_banbeardo”.

Marc Bereiter, oder auch unter Don_Banbeardo bekannt, nimmt schon seit geraumer Zeit an diversen Bartmeisterschaften und Wettbewerben teil. Er ist ein alter und guter Freund der blackbeards Crew.

Marc, wann ist bei dir die Faszination für den Bart aufgeblüht?

Anfang 2015 hatte ich eine Vollglatze und auch ein nacktes Gesicht doch dann zeigte mir meine Frau, die selbst Friseurin ist, ein Bild eines Vollbartes und meinte dies würde mir auch stehen. Meine Begeisterung wuchs regelrecht mit meinem Bart mit.

Wie war dein persönlicher Einstieg in die Wettbewerbsszene?

Ende 2016 schrieb mich Hevre Diebolt auf Facebook an und fragte, ob ich nicht Lust hätte, Ende März bei der ersten internationalen französischen Bartmeisterschaft mitzumachen. Da ich dachte, dass Bartmeisterschaften eher etwas für Profis sind, habe ich zunächst abgesagt, aber doch noch nachgefragt wie das abläuft. Dann erfuhr ich auch, dass es 18 Kategorien gibt. Ich denke, es geht vielen Bartträgern gleich: Sie „trauen“ sich nicht auf eine Meisterschaft, weil sie gleich die Kategorie Vollbart Freestyle mit Bartmeisterschaft in Verbindung bringen. Freestyle ist nicht umsonst die Königsklasse.

Jedenfalls habe ich dann im Elsass doch teilgenommen und wurde in der Kategorie Vollbart mit gestylter Oberlippe gleich Vierter. Da hatte ich Blut geleckt. Und mir macht es Spaß die Leute aus dieser Szene regelmäßig zu treffen.

Welcher Bartstil ist in deinen Augen der aktuell beliebteste?

Welcher Stil der beliebteste ist, ist schwierig zu sagen. Königsdisziplin ist Vollbart Freestyle, da braucht es dann schon bis zu fünf Stunden bis jedes Haar sitzt. Am meisten Teilnehmer waren jetzt in Worms in der Kategorie Vollbart natural und Vollbart gestylte Oberlippe. Aber auch die Schnauzbärte waren gut besucht.

Wenn jemand anfängt, sich den Bart wachsen zu lassen: Was ist der wichtigste Tipp?

Lass dir das wachsen, was dir gefällt, und wähle deinen Bart nach deinen genetischen Möglichkeiten. Viele haben auf der Seite weniger starken Bartwuchs, da würde ich eher einen Bart stehen lassen, der in die Kategorie Backenbart natürlich passen würde. Die Kategorien können alle im Internet recherchiert werden.

Welche Pflege nutzt du für deinen Bart und wieso?

Wichtig ist gutes Shampoo. Ich verwende die blackbeards Eigenmarke und täglich einen Balm. Da nehme ich ebenfalls blackbeards, aber auch Beyer’s Oil aber mein Favorit ist der von Beardpride. Dieser kommt eigentlich täglich rein. Dann noch natürlich für Haut und Glanz ein feines Öl. Da habe ich wieder die Öle von blackbeards wie Vanille, Ragnar, Santa, Merlin oder Minze-Menthol. Aber auch alle Düfte von Beardpride, das Eisenkraut-Bartöl von Bastian Beyer ♥ und GØELDS.

Folge Marc auf Instagram: Don_banbeardo

Daniel “Psychobeard”.

Daniel ist besser bekannt unter seinem Künstlernamen Psychobeard, der sehr passend ist angesichts der Masse an unglaublich dicken Barthaaren, die sein Gesicht zieren. Er nimmt schon seit einiger Zeit an diversen Bartmeisterschaften sehr erfolgreich teil.Foto: Fotozechigrafie

Wann ist bei dir die Faszination für den Bart aufgeblüht?

Ich trug schon immer Bärte in allen Formen. Als die ersten Haare mit 15, 16 Jahren wuchsen, hatte ich dem Zeitgeist der 90er entsprechend die typischen dünnen Konturlinien. Da ich früher auch in der gehobenen Gastronomie tätig war, waren längere Bärte tabu. Außerdem war ich damals dafür noch gar nicht der Typ. Ich frage mich oft, wie lang mein Bart wohl wäre, hätte ich mich noch nie rasiert. Seit 2013 trage ich einen langen Vollbart. Das entstand zunächst aus einer blöden Rederei zwischen mir und einem Kollegen. Wir fragten uns wer in 5 Monaten ohne Rasieren einen längeren Bart bekäme. Ich bin dann der Sucht verfallen.

Wie war dein persönlicher Einstieg in die Wettbewerbsszene?

2015 fand die Bart Weltmeisterschaft in Österreich statt. Ich hatte absolut keinen Plan von der Szene. Ich dachte nur: „Jo mei… Wenn das schon quasi ums Eck ist, mach ich gleich mit.“ Durch eine glückliche Auslosung in der Gruppenphase (notwendig durch hohe Teilnehmerzahl) und vermutlich auch durch Heimvorteil habe ich den 2. Platz gemacht.

Welcher Bartstil ist in deinen Augen der aktuell beliebteste?

Beliebt sind sicher vor allem beim Publikum die Freistilklassen. Das kann ich mir zumindest vorstellen. Da sieht man immer was Neues. Vollbärte-Natur sind künstlerisch nicht besonders attraktiv. Entweder hast du einen dichten, schönen Bart oder nicht. Da hilft kein Hühnerschiss oder sonstige Zauberei. Tun musst du dafür nichts. Das ist im wahrsten Sinne gottgegeben. Freistiler können auch mit wenig Bart wahre Kunstwerke zaubern. Wenn man oft frisch geduschte Teilnehmer sieht fragt man sich: Was? Mit den paar Haaren hast du das hinbekommen?? Alle Achtung. Ich bewundere die Geduld und das Geschick.

Übrigens: Man darf auch die Wettkampf-Bärte nicht mit den Alltagsbärten verwechseln. Beliebt bei den Trägern sind die typischen Barber-Bärte wie man sie aus unzähligen Videos kennt. Sauber die Wangenkontur ausrasiert mit schönem Verlauf bis zur Kinnlinie. Wo dann die Länge beginnt.

Wenn jemand anfängt, sich den Bart wachsen zu lassen: Was ist der wichtigste Tipp?

Oft fragen mich die Leute wirklich: Was muss ich tun, um mir einen Bart wachsen zu lassen. Da ist die Frage schon falsch! Du musst aufhören etwas zu tun. Nämlich aufhören dich zu rasieren!!! Das ist das ganze Geheimnis. Ab einer gewissen Länge empfehle ich den regelmäßigen Besuch beim Barbier. Der bringt und hält den Bart in Form. Warum Barbier? Du schneidest dir die Kopf Haare auch nicht selbst.

Welche Pflege nutzt du für deinen Bart und wieso?

Ich benutze verschiedene Öle und Düfte von verschiedenen Herstellern. Ich geh immer in die Hairbase in Wien. Das ist ein Einzel- und Großhandel. Alle Frisöre kaufen dort auch ein. Da teste ich dann vor Ort und kaufe nach Bedarf. Prinzipiell kaufe ich natürliche Pflegeprodukte. Spitzenpflege und Haarkuren ausgenommen. Ich mag gerne rauchige Düfte wie Tabak, Weihrauch, Whiskey oder typische Altherren Düfte aus den 1930ern.

Folge Daniel auf Instagram: Psycho__beard

Chris Berger.

Mit seinem massiven Bart nahm Chris Berger im Frühling 2019 an der Bartmeisterschaft in Worms teil.

Wann ist bei dir die Faszination für den Bart aufgeblüht?

Ich fand Bärte schon immer eine gute Sache. Ich habe bereits mit 14 Jahren meinen ersten Flaum mit Stolz getragen – (egal ob das gut aussah oder nicht – aber das war mir damals egal). Seitdem wurde in wechselnder Form immer irgendwie Bart getragen. Mein Kinn habe ich vor knapp 13 Jahren zum letzten Mal gesehen – wenn man bedenkt, dass ich erst 30 bin, ist das fast mein halbes bisheriges Leben. Der Start für den Vollbart in der jetzigen Form war 2015.

Wie war dein persönlicher Einstieg in die Wettbewerbsszene?

2016 waren die deutschen Meisterschaften in der Nähe meiner damaligen Heimatstadt. Ich hatte von solchen Wettbewerben schon einmal etwas gehört und wollte das unbedingt einmal selbst ausprobieren. Also habe ich mich informiert und mich mit meinem damaligen Barbier zusammen vorbereitet. Er hatte beispielsweise die Idee mit der Frisur. Bis dato hatte ich nämlich quasi keine. Die Teilnahme war dann einfach großartig – und zum Schluss bin ich auf Anhieb deutscher Meister geworden. Das hat natürlich – neben den ganzen sozialen Erfahrungen und Kontakten – zum Dranbleiben motiviert. Und so haben sich in den letzten Jahren einige Titel angesammelt. Zuletzt der 1. Platz bei den Süddeutschen Meisterschaften in Worms.

Welcher Bartstil ist in deinen Augen der aktuell beliebteste?

Das ist schwierig zu sagen. Seit der Movember-Bewegung sehe immer öfter Männer, die das ganze Jahr Schnorres tragen. Auf den Meisterschaften sind in erfahrungsgemäß die Vollbärte die Kategorie mit der stärksten und größten Teilnehmerzahl. Dennoch denke ich, dass insgeheim die Mehrheit der Männer irgendeine Form von partieller Gesichtsbehaarung mit überschaubarer Länge trägt.

Wenn jemand anfängt, sich den Bart wachsen zu lassen: Was ist der wichtigste Tipp?

Der lässt sich eigentlich in einem Wort festmachen: Aushalten! Egal ob es das anfängliche Jucken ist oder der wilde Zauselbart, bei dem die Haare kreuz und quer stehen, weil die Haare zwar etwas länger aber noch nicht so lang sind… Aushalten. Geduldig sein. Das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Nicht aufgeben. Und dann wird die Matte richtig fett.

Welche Pflege nutzt du für deinen Bart und wieso?

Morgens startet die Pflege mit einer Runde Kämmen. Hierfür nutze ich die ebelin-Naturholzbürste von dm. Die hat aufgrund der Handhabung und den Anforderungen durch meine extrem kräuseligen Haare das Rennen gegen die Kämme und anderen Bartbürsten gemacht. Nach dem ersten Kämmen kommt ein Schuss Öl in den Bart. Hier benutze ich neben den Ölen von blackbeards vor allem Öle von Bartpracht und Beyer’s Oil. Anschließend wird nochmals gekämmt. An Bad-Beard-Days kommt ein Haargummi unten in den Bart (Wichtig: ohne Metallklammer. Die macht die Haare kaputt). Das Kämmen wird den Tag über immer mal wieder wiederholt.

Zum Waschen des Bartes nutze ich aktuell die Kirschblütenseife von Dr. Bronners, weil es eine natürliche Seife ohne künstliche Zusätze ist. Nach dem Waschen wird der Bart mit kalter Luft trockengeföhnt und dann mit Öl behandelt. Abends massiere ich die Bartcreme von Bartpracht in den Bart und binde ihn mit Haargummis über Nacht zu einem Pferdeschwanz zusammen. Das beugt Knoten vor und die Creme kann über Nacht in den Bart einziehen. Morgens ist er dann super weich. Alle zwei Wochen nehme ich mir am Wochenende Zeit und durchsuche die Spitzen nach Spliss und schneide diese dann ab. Den Rest (Form, Konturen, etc.) lasse ich beim Barbier erledigen.

Folge Chris auf Instagram: Beard_and_Poetry

Die blackbeards lieben Bärte aller Formen und Farben.

Wie anfangs schon erwähnt sind wir Feuer und Flamme für all die genialen Ideen, die mit und an Bärten umgesetzt werden. Ganz egal ob es der tägliche Bartstil ist, der in vollendeter Perfektion der Konturen glänzt, oder ein kunstvoll gezwirbelter Oberlippenbart in Kombination mit fetzigen Backenbart Partien. Deswegen rufen wir die Galerie der stolzen Barträger wieder ins Leben in der auch du dich auf der Seite der blackbeards verewigen können wirst. Klick auf den Button und werde Teil des Projekts. Die Galerie geht bald online.

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