Alles andere als scharf. Rasiert dein neues Rasiermesser nicht richtig?

Die richtige Pflege für dein Rasiermesser.

Oft liegt es an einer Kleinigkeit, wenn dein neues Rasiermesser nicht richtig rasiert.

In der Küche ist es die Prise Chili, die dein erstes selbst gekochtes Thaicurry richtig scharf macht. Doch wieso ist dein neues Rasiermesser nicht von Haus aus richtig scharf? Wo ein Problem, da eine Lösung. Was in der Küche das Abschmecken, ist im Badezimmer das Abledern, denn in des Rasiermessers Schärfe liegt die Kraft. Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Gehen wir auf die Suche nach Ursachen und Lösungen. 

Wir gehen davon aus, dass du dir kein Schnäppchen aus minderwertigem Stahl geholt, sondern ein anständiges Rasiermesser zugelegt hast. Ein Rasiermesser bester Qualität. Wir gehen auch davon aus, dass dein erstes Rasiermesser nicht gleich ein japanisches Kamisori ist, das zwar phantastisch ist, doch die Umstellung aufgrund seines Gewichts und besonderen Schliffs schwer macht. Ein ordentliches Rasiermesser kommt von erfahrenen Herstellern wie beispielsweise Böker, DOVO, Gießen & Forsthoff oder Wacker. Sie fertigen Rasiermesser mit besten Klingen aus Solingen, der Klingenstadt schlechthin. Hast du ein wirklich hochwertiges Rasiermesser in der Hand, kannst du davon ausgehen, dass es nicht an der Qualität liegt, wenn du meinst, es rasiert nicht richtig.  


Selbst beste Rasiermesser brauchen deine Pflege und Führung. Von Anfang an.

Vielleicht ist dein Rasiermesser nicht scharf, weil du es nicht ablederst oder rumfingerst.

Hast du ein ganz neues Rasiermesser und denkst, dass es auch eine ganze Zeit lang einfach optimal schneidet, ohne dass du etwas dafür tun müsstest? Hochwertige Rasiermesser kommen zwar rasurfertig, die meisten wollen dennoch bereits vor der ersten Rasur abgeledert werden. Spätestens aber vor der zweiten Rasur gilt es, die Klinge zu schärfen. Denn bei jeder Rasur wird der feine Grat, also die Kante der Schneide verformt. Bei der ersten oder zweiten Rasur mag es einigermaßen funktionieren, doch mit jeder weiteren Rasur wird dein Messer stumpfer, weil die Kante mehr und mehr ausfranst und balliger wird. Du siehst das nicht mit bloßem Auge, bekommst es aber zu spüren.

Wenn es nicht mühelos schneidet, sondern ziept, die meisten Barthaare dranbleiben und du deswegen anfängst zu drücken, den Winkel zu verändern und mehrmals über die gleiche Stelle zu gehen, ist es höchste Eisenbahn, dieses Problem anzugehen. Die Lösung heißt Abledern. Das ist ein Muss und gehört zum Rasiermesser wie das Amen in der Kirche. Lege dir gleich mit dem Rasiermesser einen Abziehriemen, auch Streichriemen genannt, zu. Es gibt ihn als Hängeriemen, den du selber spannst, sowie als Stoßriemen oder Spannschraubriemen, der dir das Spannen abnimmt. Du kannst dir auch zukunftsorientiert eine Variante zulegen, die eine Lederseite zum täglichen Abledern und eine Leinen- oder Hanfseite hat, die zusammen mit einer speziellen Paste die Schneide leicht schleift, wenn das Abledern nicht mehr reicht.

Ledere also dein Rasiermesser vor der ersten Rasur, allerspätestens vor der zweiten Rasur ab. Tu das nie direkt nach der Rasur, sondern lass das Messer mindestens 24 Stunden ruhen, damit sich der feine Grat der Schneide größtenteils selbst wieder aufrichten kann. Ist die gröbste Verformung weg, können sich die mikroskopisch feinen Fransen nicht am Leder verheddern und abbrechen. Übrigens solltest du deshalb auch niemals mit den Fingern über die Schneidkante streichen, um zu fühlen, ob sie stumpf ist, und sie ebenso beim Trockentupfen aussparen. Details zum Abledern sowie zur Pflege des Streichriemens und Rasiermessers findest du in einigen unserer einschlägigen Ratgeber.


Es könnte an der Technik liegen. Bist du erst vom Rasierhobel auf das Rasiermesser umgestiegen?

Hast du dich bisher mit einem Rasierhobel oder gar Systemrasierer rasiert, musst du dir spätestens jetzt bewusst machen: Du darfst deine Führung perfektionieren oder sogar erstmals gänzlich Führung übernehmen. Ein scharfes Rasiermesser braucht mehr als jedes andere Rasierwerkzeug deine ruhige und präzise geführte Hand. Wenn es nicht richtig schneidet und du daraus schließt, dass die Klinge nicht scharf ist, kann das stimmen, aber eben auch nicht.

Hast du ein hochwertiges Rasiermesser, es richtig abgeledert und deine Bartstoppeln und Haut bestens mit cremigem Rasierschaum auf den Schnitt vorbereitet? Dann kann es sein, dass es an deiner Technik liegt und du dein Rasiermesser nur als unscharf empfindest. Wenn es die Bartstoppeln nicht schneidet, kann das am zu flachen Winkel liegen. Achte darauf, dass du es in einem Winkel von etwa 30 Grad ansetzt. Achte auch darauf, dass du es ohne Druck aus dem Handgelenk heraus schiebst und führungssicher hältst, unten mit dem Daumen, oben mit zwei, drei Fingern am Messerrücken und am Erl.

Rasiere zudem immer zuerst mit dem Strich, also in Wuchsrichtung deiner Bartstoppeln. Bei geübten Profis ist die Haut dann oft bereits glatt. Als Einsteiger darfst du damit rechnen, dass ein zweiter Durchgang quer zum Strich und ein dritter gegen den Strich nötig sind. Rasierst du im ersten Zug gleich gegen den Strich, tut sich die Schneide schwer und erweckt in dir den Anschein, stumpf zu sein. Wichtig ist auch, deine Haut zwischen den Gängen erneut einzuschäumen, das Schaum-Stoppel-Gemisch an einem nassen Schwamm von der Schneide abzuwischen und immer schön Grimassen zu schneiden, die Backen aufzublasen oder die Haut mit den Fingern zu spannen. So wird selbst die erste Rasur mit einem Rasiermesser lustig. Mehr Details zur Technik findest du in unseren einschlägigen Ratgebern.


Bist du vom Wechselklingenmesser aufs Rasiermesser umgestiegen, erlebst du nun die feinen Unterschiede.

Dachtest du, dass du dich nicht umstellen musst, wenn du vom Wechselklingenmesser zum Rasiermesser wechselst, erkennst du jetzt, dass da doch feine Unterschiede sind. Selbst wenn sie sich optisch ähneln und die technischen Regeln gleich klingen, darfst du nun erleben, dass es sich um völlig unterschiedliche Klingen handelt, die dich rasieren. Selbst wenn du die Technik mit dem Wechselklingenmesser beherrschst, musst du beim Druck und Winkel nun Nuancen ändern und darfst vor lauter Gewohnheit nicht vergessen, dass die Rasiermesserschneide keine zehn Rasuren scharf ist, so wie es die Rasierklinge bisher war. Wie im ersten Absatz beschrieben, darfst du die feste Klinge schön fleißig vor jeder Rasur abledern. 

Kommt dir dein Rasiermesser trotz Abledern stumpf vor, kann es daran liegen, dass du dich erst richtig an eine doch andere Klinge gewöhnen musst. Beim Rasiermesser arbeitest du mit der kompletten und relativ dicken Klinge, die vom Rücken zur Schneide hin mehr oder minder stark gehohlt ist und je nach Hohlung mehr oder minder stark schwingt beziehungsweise flexibel auf Hautunebenheiten, Barthaare und Gesichtslinien reagiert. Beim Wechselklingenmesser hingegen ist die hauchdünne Rasierklinge fest eingefasst und die zwei Millimeter, die sie herausragt, sind unflexibel. Obendrein spielen die unterschiedlichen Stahlarten, Stahlhärten und Schliffe eine Rolle, auf die du dich erst einstellen musst. Karbonstahl verhält sich anders als Edelstahl oder Damaststahl. Es ist im Grunde wie bei den verschiedenen Rasierklingen.

Beim neuen, gut abgelederten Rasiermesser kannst du davon ausgehen, dass die Klinge scharf ist und du dich einfach umgewöhnen beziehungsweise noch einen Ticken an deiner Technik feilen musst, bis du den Vorteil der schwingenden Hohlklinge schätzen lernst. Du wolltest doch eine Steigerung. Du wirst sie bald erreichen, wenn du dran bleibst. Unterschätze die Macht der Gewohnheit nicht beim Einschätzen der Schärfe, und auch nicht die kleinen technischen Extra-Raffinessen, die du nun entwickeln darfst. Zumal es beim Rasiermesser auch noch auf die Breite, das Gewicht und den Kopf ankommt, wie du es empfindest und mit ihm umgehst. Wir raten dir, auch hierzu unsere einschlägigen Ratgeber zu lesen.


Vielleicht liegt es an der Rasiermesser-Marke. Beachte die Pflege-Empfehlungen des Herstellers.

Jede Marke hat seine Eigenheit. Keine Rasiermesserklinge gleicht der anderen. Die Hersteller kennen ihre Produkte am besten und packen Anwendungs- und Pflegeanleitungen zum Rasiermesser. Diese solltest du unbedingt beachten. Und zwar sowohl die zum Rasiermesser als auch die zum Lederriemen. DOVO empfiehlt beispielsweise, die Oberfläche des Lederriemens gelegentlich mit einem Lederbalsam zu polieren, um sie glatt zu halten. Hast du einen alten Lederriemen schon lange zuhause liegen oder hast du deinen neuen Lederriemen in der prallen Sonne liegen lassen, könnte er ausgetrocknet sein und deshalb dein Rasiermesser nicht optimal schärfen.

Tatsächlich kann ein Rasiermesser, obwohl es rasurscharf geliefert wird, doch nicht so scharf wie erhofft sein. Deshalb solltest du es in der Regel vor der ersten Rasur bereits gut abledern, wie im ersten Punkt beschrieben. DOVO fordert sogar, den Streichriemen mit einem speziellen Lederfett zu behandeln, denn nur so bekommen die DOVO Rasiermesser eine Schärfe. Unser erfahrener Messerschleifer meint, dass es ausreiche, den Lederriemen nur einige Male mit der Hand zu bearbeiten, das Fett deiner Haut hat einen ähnlichen Effekt.

Ein Rasiermesser ist ein faszinierendes Werkzeug, das dir ein Leben lang dienen kann. Es stellt dich allerdings vor Herausforderungen. Auch das beste Rasiermesser kann dich anfangs enttäuschen. Es sofort abledern zu „müssen“, hat nichts mit einer schlechten Qualität zu tun. Es ist der Beginn deiner neuen Leidenschaft namens Messerpflege. Auch das Feilen an deiner Technik „musst“ du wollen. Wenn du bereit bist, alles an deiner Rasur zu perfektionieren, vom Pre Shave über die Technik hin zum After Shave, wirst du bald auf eine perfekt glatte Haut oder akkurate Konturen stolz sein dürfen. Also, hab Geduld und übe. Es lohnt sich.


Ist dein neues Rasiermesser altersstumpf? Lass es einfach bei blackbeards schleifen.

Dass dein nagelneues Rasiermesser abgeledert oder vereinzelt gleich mit einer Paste  abgezogen werden muss, hat dich verwundert. Plausibel dagegen ist es, dass ein sehr altes Messer aus Opas Arsenal, das lange benutzt wurde oder herumlag, stumpf oder beschädigt ist. Auch dein neu gekauftes Rasiermesser wird nach etwa 1000 Rasuren mehr als nur Lederriemen oder Hanfriemen mit Paste brauchen. Ein altes, viel genutztes Messer muss gekonnt geschliffen werden, ebenso ein Messer, das einmal zu Boden fiel, denn die Schneide ist dann ziemlich sicher verletzt.

Du kannst dein Messer selbst schleifen. Doch dazu brauchst du zum einen die Lust, zum anderen Talent und Übung und vor allem die richtige Ausstattung. Schleifen ist eine kleine Wissenschaft. Lies unseren entsprechenden Ratgeber und entscheide dann, ob du dich heranwagen möchtest. Wir empfehlen allen, die zwei linke Hände haben oder allen, die sich nicht in die Materie einlesen und einarbeiten möchten, das Rasiermesser vom Profi schleifen zu lassen.

Viele wussten bisher nicht wo. Diese Zeit ist vorbei. Wir haben uns nämlich Olli ins Team geholt und bieten dir ab sofort einen Schleifservice an. Olli ist Profi, er begutachtet dein Schmuckstück und macht dir einen Kostenvoranschlag. Gibst du dein Okay, dauert es alles in allem etwa eine Woche, um es wie neu zu machen.


Bei blackbeards gibt’s alles zum Schärfen deines Rasiermessers.

Neben unseren die Sinne schärfenden Ratgebern bekommst du bei uns scharfe Rasiermesser und alles, was sie zum Scharfbleiben brauchen. Streichriemen zum Abledern, unseren Olli zum Profischleifen und natürlich hochwertige Pre Shave und After Shave Produkte, die unbedingt ins Waffenarsenal eines Mannes gehören, der sich mit einem scharfen Rasiermesser rasiert. Schau dich in Ruhe um bei uns. Bei Fragen sind wir gerne für dich da.

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